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Ostprignitz-Ruppin Die Knatterstadt will Kunst am Kreisel
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Knatterstadt will Kunst am Kreisel
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00:17 16.07.2016
So soll das künftige Kunstwerk am Kreisverkehr in Kyritz aussehen – das Modell wurde in der Stadtverordnetenversammlung gezeigt. Quelle: Foto: Hörmann
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Kyritz

Neuruppin hat es, Friesack, Perleberg und Neustadt haben es auch - überdimensionale Willkommensgrüße für Touristen und Durchreisende an ihren Ortseingängen, platziert auf den Inseln inmitten von Kreisverkehren.

Kyritz will sich auch so einen Hingucker gönnen. Die Baustelle „Europa-Kreuzung“ ist dafür auserwählt. Die Weichen sind gestellt. Planerin Susanne Geitz vom Büro Vorland, Landschafts- und Freiraumgestaltung in Wulkow bei Wusterhausen, präsentierte den Stadtverordneten am am vorigen Mittwoch vier Varianten: Da war zunächst eine kleine Landschaft mit Segelbooten, Hinweis auf Kyritz, Stadt der Seen und Wälder. Das Bild konkurrierte mit einer Stadtsilhouette, einem überdimensionalen Globus als Denkanstoß an Carl Diercke, einem bedeutenden Sohn der Stadt, und schließlich mit einer Darstellung, die Fremden den Ursprung des Beinamens „an der Knatter“ nahe bringen sollte – letztere gleich in zwei Variationen.

Kunst am viel befahrenen Kreisverkehr an der Neustädter Straße in Neuruppin. Quelle: Andreas Vogel

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Sie erwies sich als unerwartet groß, was dem Vorsitzenden des Gremiums den Schweiß auf die Stirn trieb. Eine Entscheidung sollte aber an diesem Abend her. Der Baufortschritt ließe keine Verzögerung zu, war aus dem Bauamt zu hören.

Deshalb kam auch der Hinweis einiger Stadtverordneter zu spät, man hätte doch auf Bürgerbeteiligung setzen sollen, um eine größere Auswahl zu haben. Vielleicht auch eine bessere? Der Eindruck entstand, denn als Thomas Settgast abstimmen ließ, fielen alle fünf Vorschläge durch. Nach dieser Runde stellte Franz-Josef Conraths eine wichtige Frage in den Raum. Hätte nicht anfangs abgefragt werden müssen, ob eine solche Gestaltung der Mittelinsel überhaupt gewollt sei? Kurzes Überlegen – dann: Abstimmung nachgeholt: 16 dafür, zwei dagegen. Nach diesem Ergebnis war wenigstens die weitere Suche nach einem Resultat legitimiert. Es wurde die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner.

Die Kyritzer Stadtverordneten taten sich schwer mit einer Entscheidung. Quelle: Hörmann

Neue Frage: Welches Modell bekommt die meisten Ja-Stimmen? Segel: sechs. Stadtsilhouette und Globus: Null. Knattermodelle: Unentschieden. Settgast – längst das Sakko abgelegt – unternimmt den letzten Versuch, demokratisch den gordischen Knoten zu durchtrennen. Geglückt! Einer der beiden Vorschläge schafft es hauchdünn mit einer Stimme Vorsprung. Richtig glücklich scheint keiner im Sitzungssaal zu sein, am meisten vielleicht der Vorsitzende, der Schwerstarbeit zu leisten hatte.

Für Thomas Michaelis (SPD) besaßen alle Ideen ihren Reiz. „Ich meine, man sollte sie im Auge behalten. Kyritz hat schließlich mehrere Stadteingänge, die alle irgendwann saniert werden und sich dann ebenfalls schmücken könnten.“ Aber auch diese Ansicht blieb nicht unwidersprochen. Schließlich liegen die Kosten zwischen 50 000 und 70 000 Euro, Geld, dass man auch zweckdienlicher verwenden könne. „Zum Beispiel für soziale Leistungen, von denen es noch etliche in Kyritz gibt“, so Dieter Groß von den Linken.

Von Wolfgang Hörmann

Das kleine Dörfchen Babe ist die Wahlheimat der Bildhauerin Karolin Donst. Die frühere Berlinerin kam schon 1991 nach Babe. Seit 1997 ist sie selbstständig – und inzwischen zieren ihre vielfältigen Werke öffentliche Plätze und Privatsammlungen im In- und Ausland.

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