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Ostprignitz-Ruppin Die Knatterstädter badeten einst in der Jäglitz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Knatterstädter badeten einst in der Jäglitz
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00:17 29.08.2016
Die erste Badestelle befand sich östlich von Blechern Hahn. Danach entstand flussabwärts vor der Stadt jene an der Gerberei Tauchert.
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Kyritz

Es sind die wohl letzten heißen Sommerferientage dieses Jahres. In der Badeanstalt am Kyritzer Untersee herrscht Hochbetrieb am bevorstehenden Wochenende. Es ist eine Einrichtung, die es seit Juni genau 95 Jahre lang schon gibt. Groß gefeiert wird wohl aber erst in fünf Jahren zum dann 100. Geburtstag, wie es seitens des Betreibers, der Kyritzer Wohnungsbaugesellschaft (WBG), heißt.

Auf MAZ-Nachfrage sei man sich des diesjährigen runden Geburtstags weniger bewusst gewesen. Wann das letzte Mal richtig groß gefeiert wurde, daran kann sich WBG-Chefin Gabriele Schuster aber noch genau erinnern: „Das war im Sommer 2009 anlässlich der damals zehn Jahre, seitdem wir das Bad als neuer Betreiber umgestalteten und neu eröffneten.“

Der alten Badestelle am Untersee folgte 1921 das städtische Strandbad

Die Eröffnung des städtischen Strandbades erfolgte am 26.  Juni 1921. Zuvor gab es seit 1912 nur die sogenannte alte Badeanstalt, etwa 400 Meter vom Hotel „Waldschlösschen“ entfernt in Richtung Wusterhausen, weiß der Stadt- und Feuerwehrhistoriker Herbert Brandt zu berichten: „Der Wehrführer von Kyritz, Fritz Hemmerling, hatte 1906 außerhalb der Stadt das „Waldschlösschen“ erbaut.“ Der Legende nach war er einer der ersten, die regelmäßig zum Baden an den Untersee radelten – und irgendwann Durst bekamen.

Die erste Badestelle befand sich östlich von Blechern Hahn. Danach entstand 1897 flussabwärts vor der Stadt jene an der Gerberei Tauchert. Quelle: Matthias Anke, Bearbeitung

Mit der alten und dann erst recht neuen, noch heute bestehenden Badeanstalt wurde das Ende der Stelle, an der die Kyritzer sich bis dahin erfrischen gingen, eingeläutet: Es war die Tauchert‘sche Badeanstalt unmittelbar an der Jäglitz, und zwar an dem Arm, der die Mühlen der Stadt mit Wasser versorgte, etwa die Düsslersche Mühle, was der Stadt wegen der Geräusche den Beinamen „an der Knatter“ einbrachte.

Heute ist von dieser Tauchert’schen Badeanstalt nichts mehr zu sehen. Dieser Jäglitz-Arm wurde schließlich schon vor Jahrzehnten trockengelegt. Das Gebäude aber steht noch dort.

„Die erste Kyritzer Badeanstalt war sehr dürftig angelegt. Es gab keine Liegewiese und auch keinen Sandstrand. Und nur, wenn an der Mühle das Wasser angestaut wurde, erreichte der Fluss eine Tiefe von etwa 2,5 Metern“, weiß Brandt zu berichten: „Es gab allerdings zwei Sprungbretter.“

Angelegt wurde diese Badestelle 1897. Bis dahin hatte es eine viel kleinere an der Jäglitz schon gegeben, und zwar in Höhe Blechern Hahn, wie der Stadthistoriker weiß: „Der Gastwirt des ,Blechernen Hahn’, Fritz Rogge, war der Initiator, selbstverständlich nicht uneigennützig. So wurden den durstigen Badegästen Brause, Bier und andere Getränke serviert. Der Zulauf war aber sehr mäßig, da die Badestelle aus damaliger Sicht sehr weit von der Stadtgrenze entfernt lag.“ Von diesem Ort nahe Blechern Hahn ist heute allerdings nicht mal mehr etwas zu erahnen.

Von Matthias Anke

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