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Die Köpernitzer Mühle im Dornröschenschlaf

Der Traum vom Paradies Die Köpernitzer Mühle im Dornröschenschlaf

Ein Tagungshotel mitten im Grünen – diesen Traum hatte Peter Martin, als er die Köpernitzer Mühle mietete. Zu DDR-Zeiten diente das Objekt als Kinderferienlager, später als Ausbildungsstätte. Insofern wäre nach umfangreicher Restaurierung ein Hotel gut denkbar – die Behörden denken indes anders über Peter Martins Traum. Noch hat der das Handtuch aber nicht geworfen.

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Peter Martin vor seiner „Hofstelle“.

Quelle: Regine Buddeke

Köpernitz. Sie liegt idyllisch und versteckt mitten im Wald – da, wo sich Fuchs und Hase gerne Gute Nacht wünschen: die Köpernitzer Mühle. Ein Mühlrad hängt träge im Wasser, die hohen Kiefern rauschen im Wind, wilde Blumen blühen überall – das rote Ziegelgebäude schmiegt sich ein in die Natur.

Einst gehörte das Anwesen mit Wassermahl- und Schneidmühle der Gräfin de la Roche Aymon – auch „Gräfin Goldhaar“ genannt – die im Gut Köpernitz residierte und ihre Wirtschaft gut in Schwung hielt. Das jetzige Gebäude wurde 1930 gebaut, ein Anbau kam 1980 hinzu. Zu DDR-Zeiten war das Objekt ein Kinderferienlager, später Ausbildungsstätte: Köche und Landschaftsgärtner wurden dort ausgebildet. Nach der Wende stand die Mühle 20 Jahre leer, wuchs langsam ein und verfiel zusehends – die Natur holte sich ihren Platz zurück.

Jetzt kümmert sich Peter Martin um das Objekt mit touristischem Potenzial. Der 56-Jährige hat seinen Traum von einer „Tagungsstätte mit Beherbergungsbetrieb“, wie er es mit leichtem Spott in Behördendeutsch nennt, noch nicht ausgeträumt. Auch wenn ihm die Ämter bislang so viele Steine in den Weg gelegt haben, dass ein anderer längst das Handtuch geworfen hätte. Peter Martin hat das Objekt, das im Naturschutzgebiet liegt, für fünf Jahre gemietet – „mit der Option zu kaufen“, sagt er. Er hat einen Gewerbebetrieb angemeldet für seine Pläne. Er hat das Gebäude entmüllt und aus dem wuchernden Gestrüpp geschnitten. Im Haupthaus und im angebauten Wohnflügel muss noch viel getan werden – allerdings lohnt sich der Aufwand erst, wenn die spätere Nutzung abgesegnet ist. Und da liegt der Hund begraben. Weil das Objekt zehn Jahre lang nicht mehr als Bildungsstätte genutzt wurde, sei der Bestandsschutz erloschen. Für weitere Nutzung – egal welcher Art – müsse ein Bauantrag gestellt werden. Der natürlich nach den heute geltenden strengen Kriterien geprüft würde. Das Bauordnungsamt habe einen Riegel vorgeschoben und die gewerbliche Nutzung untersagt. (die MAZ berichtete) Auch als Flüchtlingsunterkunft hätte Martin das Objekt nach seiner Sanierung gern vermietet: der Landkreis lehnte dankend ab: zu weit ab vom Schuss.

„Also bin ich jetzt Öko-Landwirt“, erzählt der 56-Jährige, der in einem früheren Leben für die rechtswissenschaftliche Fakultät der Uni Bielefeld arbeitete. Dass er kein gelernter Landwirt ist, sei kein Problem. Mit dem Herzen sei er dabei. „Ich hab ’nen Traktor. Ich habe 25 Hektar in Heinrichsfelde.“ Er baut Futtermittel an und hat ein paar Mutterkühe: „Zur Fleischproduktion“, sagt er. Denn das zumindest darf er: „Aufgrund privilegierten Baurechts ist das Gebäude wirtschaftlich derzeit nur als Hofstelle nutzbar.“ Ein sehr kleiner Trost. Was aus dem großen Traum wird, steht in den Sternen.

Von Regine Buddeke

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