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Die Kraft des Dampfs im Doppelpack

Zwei alte Loks in Herzberg Die Kraft des Dampfs im Doppelpack

Das Treffen zweier riesiger alter Loks sorgte am Samstagvormittag für Aufregung am Bahnhof Herzberg. Dutzende Eisenbahnfans belagerten die Gleise und wollten mehr über die beiden Riesen erfahren. Das Treffen der Loks in Herzberg war reiner Zufall: Die eine für zum Martinimarkt nach Neuruppin, die andere fuhr nach Rheinsberg.

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Riesig sind die 70 Jahre alten Loks

Quelle: Henry Mundt

Herzberg/Neuruppin. Ihre Aufregung können Brigitte Rensch und Monika Moser gut verbergen. Scheinbar gelassen stehen sie in Herzberg am Bahnsteig. Einen Fotoapparat haben die beiden Frauen nicht dabei - damit sind sie fast schon Exoten an diesem Samstagmorgen. Dutzende Eisenbahnfans belagern die Gleise. Jeder will den besten Blick. Einen, den sonst keiner hat. Einen, wo einem niemand einen Regenschirm vor die Linse hält. Zwei riesige, 70 Jahre alte Dampfloks nebeneinander - wo gibt's so etwas schon?

Brigitte Rensch und Monika Moser wohnen direkt am Bahnhof. "Seit den 60er Jahren", sagt Brigitte Rensch. Damals ratterten ständig Züge über die Strecke. Heute ist es still. Ein einzige Zug fährt jetzt noch am Tag vorbei, nach Rheinsberg. "Aber nur im Sommer", sagt Monika Moser. So etwas wie am Sonnabend hat auch sie noch nicht gesehen.

Dass die historischen Loks der Baureihen 50 und 52 sich in Herzberg treffen, ist Zufall. Der eine Dampfzug kommt aus Halberstadt; Bahnfans aus Ketzin wollten mit ihm eigentlich nach Dresden. Wegen Bauarbeiten auf der Strecke musste der Verein kurzerhand umdisponieren und fuhr nach Rheinsberg statt nach Sachsen. Der zweite Zug stammt aus der Hauptstadt. Die Initiative Berlin macht Dampf hatte ihre Fahrt länger geplant. Nach Rheinsberg schnauft die Lok jedes Jahr. Diesmal sollte Neuruppin das Ziel sein. "Zum Martinimarkt", sagt Lokführer Martin Schüler.

Das Treffen der Züge in Herzberg sorgt für Aufsehen. Schon kurz vor zehn bauten die ersten Dampflok-Liebhaber aufgeregt die Stative auf - eine halbe Stunde, bevor der erste Zug angesagt war. Gegen halb zwölf beginnt dann das, worauf die hundert Fans mit Fotoapparaten, Videokameras und Handys hingefiebert haben: Die Züge setzen sich in Herzberg in Bewegung. Gleichzeitig und auf Wunsch leicht versetzt, damit es ein gutes Bild gibt. Eine Viertelstunde später stoppt einer der beiden Züge in Neuruppin. Am Bahnhof West steigen alle Passagiere aus.

Auch Horst Jahnisch und seine Frau Edith vom Prenzlauer Berg. Sie haben sich fast ein Jahr auf die Fahrt gefreut "Ich hab sie zum Geburtstag geschenkt bekommen", sagt der Berliner. Er ist selbst Bahner: "Modelleisenbahner." Für die beiden ist die Fahrt mit dem Dampfzug ein einmaliger Ausflug nach Neuruppin. Ohne Dampf waren sie schon einmal hier. Auf den Rummel haben sie es nicht unbedingt abgesehen. Sie wollen erst einmal etwas essen gehen. "Wir wissen auch schon, wo", sagt Horst Jahnisch. Die meisten Fahrgäste haben den gleichen Wunsch. "Hoffentlich gibt es noch Plätze."

Martin Schüler und seine beiden Kollegen Frank Rust und Detlef Wodniock auf dem Führerstand der Lok entspannen. Die drei stellen den Zug auf einem Gleis an der Kränzliner Siedlung ab und genießen ihre Stullen, während Kinder und Väter die dampfende Lok von allen Seiten bestaunen. Erst am Abend fahren sie zurück. Neuruppin als Ziel könnten sich die Dampflokfreunde öfter vorstellen.

Von Reyk Grunow

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