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Altstadthelden gegen Bürokratie

Kyritzer AG hat Ärger mit dem Landkreis Altstadthelden gegen Bürokratie

Die Kyritzer Arbeitsgemeinschaft "Vom Verfall bedrohte Häuser" wurde vom Infrastrukturministerium gebeten, sich am 5. Innenstadtwettbewerb des Landes zu beteiligen. Eine große Ehre für den Leiter der AG, Hans-Jürgen Päzolt. Und ein Grund zur Freude - wäre da nicht der andauernde Streit mit dem Landkreis.

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Metallpfosten seien laut der Kreisbauaufsicht für das geplante Banner verabredet worden – und kein Holzgestell.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Das Holzgerüst vor der Lücke in der Häuserzeile der Kyritzer Maxim-Gorki-Straße stand keine 24 Stunden, schon war die Bauaufsicht des Landkreises informiert. "Jetzt soll es gegen ein Metallgestell ausgetauscht werden, erst dann dürfen wir dort unser Banner aufhängen", tobt Hans-Jürgen Päzolt. Er leitet die Kyritzer Arbeitsgemeinschaft "Vom Verfall bedrohte Häuser". Sie kümmert sich um verwahrloste Grundstücke oder Gebäude und will vor dieser Abrisslücke demnächst mit einem Banner auf sich aufmerksam machen.

"Dauernd mischt sich der Kreis in Dinge ein, die doch eigentlich nur die Stadt Kyritz etwas angehen", protestiert Päzolt. Schon zu Jahresbeginn, als Albrecht Gerber, Staatssekretär der Brandenburger Landesregierung und Chef der Staatskanzlei in Potsdam, die Mitglieder dieser Kyritzer Initiative besuchte, kamen Probleme mit dem Landkreis zur Sprache. Etwa, dass es wegen der Bemalung des Sperrholzzauns entlang der Stadtgasse Ärger gab. Die Bauaufsicht soll der Stadt zudem untersagt haben, die Wand vor der besagten Abrisslücke an der Gorki-Straße bunt zu gestalten - unter Verweis auf Eigentumsfragen. Gekommen war Gerber im Januar indes, um eine Urkunde mitzubringen und damit der Arbeitsgruppe Dank und Anerkennung auszusprechen. Er würdigte sie als erstes sogenanntes "Demografiebeispiel 2014". Seit 2009 ehrt die Staatskanzlei unter diesem Titel monatlich Projekte, die beispielhaft für den Umgang mit dem Bevölkerungswandel sind.

Jetzt wurde diese AG zudem vom Infrastrukturministerium gebeten, sich am 5. Innenstadtwettbewerb des Landes zu beteiligen. "Altstadthelden gesucht!", lautet der Titel. "Schon das allein, aufgefordert zu werden, bei so einem Wettbewerb mitzumachen, ist eine weitere Anerkennung", findet Päzolt. In der Ausschreibung heißt es: "Gesucht werden sowohl konkrete Einzelmaßnahmen für ein oder mehrere Gebäude als auch Mobilisierungsstrategien mit Nachahmungscharakter. Gefragt sind Macher und Initiativen, die die notwendigen Vorbereitungen für die Entwicklung von Grundstücken und die Erneuerung von Gebäuden übernehmen, die passende Nutzungsmöglichkeiten entdecken und die richtigen Nutzer für die erhaltenswerte Bausubstanz finden." Insgesamt gibt es für die Preisträger, die im August bei einer Fachveranstaltung bekannt gegeben werden sollen, 25.000 Euro Preisgeld.

Aussichtslos ist die Teilnahme der Kyritzer angesichts ihrer Aktionen nicht: Seit vier Jahren treffen sich die Mitglieder oft im Rathaus, um nach Lösungen für zumindest einige Schandflecken in der Stadt zu suchen. Besitzer von mehr als einem Dutzend leerstehender und zusehends verfallender Gebäude konnten bereits ausfindig gemacht und zum Verkaufen oder Sanieren motiviert werden. Oder sie bekamen Nutzungskonzepte vorgeschlagen. Beim Haus in der Gorki-Straße indes kam die AG nicht weiter. Der Landkreis ließ es dort einst in Ersatzvornahme abreißen und den Zaun aufstellen.

Zu dem nun davor aufgestellten Holzgerüst hieß es am Freitag seitens der Bauaufsicht des Landkreises, dass die Stadt selbst beantragt haben soll, das Banner an Metallpfosten zu befestigen. Unter der Auflage, die Tür in der Sperrholzwand zugänglich zu belassen, sei eine Baugenehmigung erteilt worden. Nun aber wurde das Holzgestell entdeckt, das auch noch an der Wand befestigt wurde. Lediglich darüber habe es Verwunderung und eine Nachfrage bei der Stadt gegeben. Fortsetzung folgt.

Von Matthias Anke

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