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Die Lackdoktoren

Kränzlin Die Lackdoktoren

Der 37-jährige Denis Passon hat die Lackiererei, die seit 22 Jahren ihren Sitz in Kränzlin hat, Anfang 2016 von seinem Vater übernommen. „Wir sind auf das Leid derjenigen angewiesen, die sich ihr Auto kaputt gefahren haben“, sagt der junge Firmenchef. Das tägliche Brot der drei Lackierer und des Lehrlings sind die Beseitigungen von Unfallschäden.

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Mitarbeiter Mirco Fahle und Firmenchef Denis Passon bei der Arbeit.

Quelle: Peter Geisler

Kränzlin. Es riecht leicht nach Nagellackentferner, wenn man die Werkstatt von Denis Passon in Kränzlin betritt. Autoliebhaber bekommen glänzende Augen angesichts hochglänzender Karossen. Hier wohnt der Lackdoktor steht in großen Buchstaben auf dem Werkstatttor. Ein Fahrzeug wieder so hinzu bekommen, das es wie neu aussieht, ist schon fast eine Doktorarbeit.

Lackieren muss man mögen

„Es ist ein Beruf, den man mögen muss“, sagt Hendrik Wilhelm. Er hat seine Ausbildung noch bei Peter Passon, dem Vater von Denis, absolviert. Das ist jetzt 20 Jahre her. Seinen Job macht Hendrik Wilhelm nach wie vor gern. Sorgfältig klebt er ein Auto ab, dessen Kotflügel neu lackiert werden soll. Alle anderen Teile wie auch der Türgriff müssen akribisch abgedeckt sein. Dann kommt das Fahrzeug in die Lackierkabine. Dort wechselt sich Wilhelm wöchentlich mit seinem Kollegen ab. Der steht in der hermetisch geschlossenen Kabine mit Schutzanzug, Atemschutzmaske, Gehörschutz und Handschuhen bekleidet. Hauchdünn verteilt er den Lack. Ihn gleichmäßig aufzutragen, ist eine Kunst. Die beherrschte Hendrik Wilhelm auch nicht von Anfang an. „Ich habe erst einmal an den eigenen Sachen geübt, nicht am Kundenfahrzeug“, sagt er. Da musste das eigene Moped herhalten.

Des einen Leid, des anderen Freud

„Die Vorarbeit ist das A und O“, sagt Denis Passon. Er hat den Betrieb, der seit 22 Jahren seinen Sitz in Kränzlin hat, Anfang dieses Jahres von seinem Vater übernommen. Nach einer Lehre zum Kfz-Mechaniker hat der 37-Jährige noch eine Ausbildung zum Fahrzeuglackierer angeschlossen und anschließend seinen Meister gemacht. „Wir sind auf das Leid derjenigen angewiesen, die sich ihr Auto kaputt gefahren haben“, sagt der junge Firmenchef. Das tägliche Brot der drei Lackierer und des Lehrlings sind die Beseitigungen von Unfallschäden. Passon arbeitet mit Autohäusern zusammen, die keine eigene Lackiererei haben, aber auch mit einer Oldtimer-Werkstatt. Daneben gehören Autobastler zu seinen Kunden, die sich ihr Schätzchen in der Wunschfarbe lackieren lassen wollen. So eine Komplettlackierung kann bis zu vier Wochen dauern.

Alles ist möglich

Aber nicht nur Autos können verschönert beziehungsweise wieder hergestellt werden. Auch Möbel bekommen mit einem neuen Lack ein ganz anderes Gesicht. „Farblich sind keine Grenzen gesetzt“, sagt Passon. So hat die Werkstatt für ein Hotel eine Küche in Gold lackiert. Zu seinen Aufgaben gehört auch, die Kunden zu beraten. „Die Leute haben ihre Ideen, aber oft nicht die Vorstellungskraft, wie das Produkt letztendlich aussieht.“ Oder alltagstauglich ist wie beispielsweise eine Hochglanz schwarz lackierte Küche, auf der man jeden Fingerabdruck sieht. Doch bevor die Sachen in neuem Glanz erstrahlen, haben Passon und seine Mitarbeiter viel zu tun. Alle Teile müssen steril sein. Sie werden entfettet. Jede Ritze und Kante muss geschliffen werden, alle Flächen müssen angeraut und teilweise grundiert werden. Erst dann kann lackiert werden.

Nun hat der Junior das Sagen

Viele Jahre war Peter Passon das Firmenoberhaupt. Jetzt hat er sich weitgehend aus dem Betrieb zurück gezogen. Hobbymäßig restauriert er Bilderrahmen oder lackiert nebenbei Gitarren.

Er weiß den Betrieb in guten Händen. Schließlich hat sein Sohn das Handwerk von der Pike auf gelernt. Auch privat sind beide Passons mittlerweile in Kränzlin heimisch. Denis Passon wohnt seit Anfang dieses Jahres in dem Dorf, seine Eltern bereits ein Jahr länger. „Meine Mutter wollte eigentlich nicht, dass wir so nahe bei unserem Arbeitsplatz wohnen“, sagt Denis Passon. Doch inzwischen hat auch sie die kurzen Wege zu schätzen gelernt.

Von Dagmar Simons

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