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Die Lage bei der Feuerwehr wird brenzlig

Neuruppin Die Lage bei der Feuerwehr wird brenzlig

Der Landesfeuerwehrverband ist alarmiert: Die Zahl der Einsatzkräfte bei den Brandschützern ist unter 40 000 gesunken. Am Sonnabend diskutierten deshalb in Neuruppin mehr als 80 Feuerwehrleute und Vertreter von Ordnungsämtern der Gemeinden aus vier Landkreisen und aus Potsdam, wie die Lage für die Brandschützer verbessert werden kann.

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Mehr als 80 Feuerwehrleute und Vertreter von Ordnungsämtern aus dem Nordwesten Brandenburgs diskutierten in Neuruppin, darunter auch Torsten Blüthmann (M.) aus der Prignitz und Arno Dahlenburg aus Zehdenick (Oberhavel)..

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Erstmals ist die Zahl der Einsatzkräfte bei den Feuerwehren in Brandenburg im vergangenen Jahr unter die Zahl von 40 000 gesunken. „Wir verlieren pro Jahr im Schnitt 3,3 Prozent unserer Leute“, sagte der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Werner-Siegwart Schippel, am Sonnabend in Neuruppin.

In der Fontanestadt trafen sich mehr als 80 Brandschützer und Vertreter von Ordnungsämtern aus Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Havelland und Potsdam, um darüber zu reden, wie die Zukunft für die Feuerwehr aussehen sollte. Braucht es mehr hauptamtliche Mitarbeiter bei der Feuerwehr? Oder reicht mehr Unterstützung der freiwilligen Feuerwehrleute?

Kritik an der Altersgrenze

Einig waren sich die Brandschützer, dass es einer besseren Unterstützung vom Land bedarf. So stammt das Brandschutzgesetz aus dem Jahr 2004 und entspricht längst nicht mehr den Gegebenheiten. Ein Beispiel: Während das Rentenalter auf 67 Jahre angehoben wurden, müssen Feuerwehrleute mit 65 Jahren aus dem aktiven Dienst ausscheiden – auch wenn sie körperlich noch fit sind und gern weiter beim Retten von Menschen und Löschen von Bränden helfen würden. Doch das wird mit Verweis auf die Altersgrenze bisher abgelehnt.

Dabei ist die personelle Lage schon jetzt vielerorts ein Problem – vor allem, wenn die Feuerwehr wochentags gerufen wird. Denn viele Brandschützer arbeiten auswärts – und können aus diesem Grund tagsüber nicht zu Einsätzen an ihrem Heimatort ausrücken. Mehrere Städte haben deshalb einige Feuerwehrleute als Maschinisten bei sich angestellt, um Einsätze am Tage absichern zu können. Andere Kommunen setzen auf ihren Bauhof, in dem sie vor allem Frauen und Männer einstellen, die Mitglied bei der Feuerwehr sind. Um damit rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, wird bei den Stellenausschreibungen darauf verwiesen, dass Bauhof-Mitarbeiter für einen Teil ihrer Arbeit für die Feuerwehr im Einsatz sind.

Nicht jede Ölspur auf der Straße ist ein Notfall

Umstritten ist, ob die Feuerwehr wirklich zu jedem Einsatz ausrücken muss. Denn bei einer Ölspur oder einem Baum, der auf eine Landes- oder Bundesstraße gestürzt ist, wäre eigentlich der Landesstraßenbetrieb dafür zuständig, die Straße wieder schnell verkehrssicher zu machen. Die Feuerwehr soll normalerweise lediglich bei Notfällen helfen, also wenn Autofahrer eingeklemmt oder verletzt sind. „Die Feuerwehr ist nicht der Müllmann der Nation“, so ein Brandschützer.

Allein gelassen fühlen sich ebenfalls die Ämter, Städte und Gemeinden, die Träger des Brandschutzes sind. Zwar fördert das Land das Anschaffen von neuer Technik, aber nur ab einer Höhe von 70 000 Euro. Kleinere Feuerwehren haben davon nichts. Sie müssen ihre Technik selbst finanzieren. Hinzu kommt, dass das Land die Kommunen mit den laufenden Kosten für die neue Technik und bei Reparaturen allein lässt. Das stört auch Dieter Fuchs, den Direktor des Amtes Neustadt. Er fordert zudem. „Spezialaufgaben müssen auch extra gefördert werden.“ Das gelte für das Sichern von Bahnlinien für den ICE ebenso wie für Autobahnen und Wasserstraßen.

Von Andreas Vogel

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