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Ostprignitz-Ruppin Die Lage ist seit Jahren brenzlig
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Lage ist seit Jahren brenzlig
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02:15 04.03.2017
Waldbrände sind eines der größte Probleme für die Feuerwehren aus Gühlen-Glienicke und den umliegenden Orten. Quelle: Peter Geisler (Archivfoto)
Gühlen-Glienicke

Tut die Stadt Neuruppin genug, um die freiwillige Feuerwehr zu retten? Auf diese Frage lässt sich der Streit über die Feuerwehreinheiten Gühlen-Glienicke und Binenwalde am Dienstagabend im Sozialausschuss der Stadt reduzieren.

Anlass dafür ist ein Vorschlag der Neuruppiner Wehrführung. Sie rät dringend dazu, den Standort in Binenwalde aufzugeben und mit dem in Gühlen-Glienicke zusammenzulegen. Beide Einheiten haben nur noch so wenige Mitglieder, dass sie allein kaum einsatzfähig sind. In Binenwalde gibt es auf dem Papier noch fünf aktive Feuerwehrleute, in Gühlen-Glienicke sind es sieben. Schon jetzt ist absehbar, dass in wenigen Jahren vier oder fünf von ihnen in den Ruhestand gehen, sagt Neuruppins Stadtbrandmeister Reinhard Jachnick.

Das alte Tanklöschfahrzeug aus Binenwalde soll stillgelegt werden

Deshalb raten er und seine Stellvertreter, das umzusetzen, was 2007 schon ein Gutachter der Stadt empfohlen hatte: die beiden Standorte zusammenzulegen. Damit würde bei einem Alarm die Wahrscheinlichkeit stiegen, dass genug Leute vor Ort sind, um effektiv ausrücken zu können. Als einziger Standort soll das Depot in Gühlen-Glienicke erhalten bleiben. Das 30 Jahre alte W50-Tanklöschfahrzeug aus Binenwalde soll verschrottet werden. Das Löschfahrzeug aus Gühlen-Glienicke ist zwar auch schon 20 Jahre alt; die Stadt lässt es aber gerade für rund 70 000 Euro erneuern und völlig neu aufbauen. Es soll künftig das einzige Fahrzeug für die sogenannte Löschgruppe Nord sein.

Eigentlich war geplant, in Binenwalde ein neues Tanklöschfahrzeug mit 5000 Litern Wasser an Bord zu stationieren – ausgerüstet extra für Waldbrände. Wegen der Personallage hat die Wehrführung inzwischen entschieden, das neue TLF 5000 nach Alt Ruppin zu verlegen.

Das neue Konzept wurde im Dezember vorgestellt

Im Dezember waren die Feuerwehrleute von den Plänen informiert worden. Viel Widerspruch gab es bei dem Treffen offenbar nicht. Vielleicht auch, weil die Wehrführung Diskussionen innerhalb der Feuerwehr zuletzt nicht gern sah, vermutet Ortsvorsteher Michael Peter.

Er ist seit mehr als 20 Jahren Mitglied der Feuerwehr. Im Sozialausschuss am Dienstag kritisierte er die Pläne von Wehrführung und Stadtverwaltung scharf – ausdrücklich in seiner Funktion als Vertreter des Ortsbeirates. Der lehnt das Konzept der Stadt für die Zukunft der Feuerwehr in Gühlen-Glienicke entschieden ab. Und das aus einem Grund: Für den Ortsbeirat ist es kein Konzept.

„Wir sind nicht generell gegen einen Standort in Gühlen-Glienicke“, versicherte Peter ausdrücklich. Auch er sieht die Notwendigkeit, endlich zu handeln. Nur tut die Stadt aus seiner Sucht viel zu wenig für die Feuerwehr.

Gühlen-Glienicke ist für ein Fünftel der Fläche Neuruppins zuständig

Das Depot ist aus Peters Sicht viel zu klein. Den alten Pferdestall hätten die Feuerwehrleute in jahrelanger Arbeit weitgehend selbst ausgebaut, sagt er. Für die geplante Zusammenlegung der beiden Einheiten gebe es zu wenig Platz. Die Stadt habe versprochen, die Werbung für mehr Feuerwehrleute zu verstärken, dazu war unter anderem eine Einwohnerversammlung vorgesehen. Die, sagt Peter, habe es aber nie gegeben. Dabei sei Gühlen-Glienicke die einzige Feuerwehreinheit im Norden Neuruppins, zuständig für rund 60 Quadratkilometer – ein Fünftel der gesamten Stadtfläche.

Der Stadtbrandmeister hat für die Kritik kein Verständnis. Schon gar nicht, dass sich Peter als Ortsvorsteher öffentlich äußert und nicht intern mit der Wehrführung diskutiert. Jachnick: „Ich schäme mich dafür, dass sich ein Mitglied meiner Feuerwehr hinter seinem Mandat versteckt.“ Zur Auflösung des Standortes Binenwalde gibt es aus seiner Sicht keine Alternative. Dass in Gühlen-Glienicke investiert werden müsste, sieht auch Jachnick. Aber in dem alten Pferdestall gebe es einfach kaum Möglichkeiten, etwas zu tun: „Was soll ich da noch machen?“ Einzige Chance wäre ein neues Gerätehaus – wenn die Stadtverordneten das wollen.

Stadtverordnete mahnen Vereinbarung zur Hilfe mit Rheinsberg an

Um den Brandschutz sicherstellen zu können, sollte die Stadt dringend eine Vereinbarung mit Rheinsberg schließen, damit im Notfall von dort Feuerwehren zur Verstärkung anrücken können. Darauf drängt Jachnick seit Jahren – trotzdem gibt es die bis heute nicht. Das kritisierten auch die Abgeordneten im Ausschuss. Michael Gayck (CDU) forderte die Stadt auf, das Feuerwehr-Konzept zurückzuziehen – anderenfalls würde es wohl abgelehnt. Ronny Kretschmer (Linke) sah das ähnlich. Auch ihm waren die Aussagen in dem Papier viel zu ungenau. Aus Sicht der Abgeordneten drängt die Zeit nicht mehr als bisher. Die Situation in Gühlen-Glienicke ist schließlich seit Jahren brenzlig.

Von Reyk Grunow

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