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Die Laster bremsen

Wulfersdorf Die Laster bremsen

Zu schnell, zu laut, zu gefährlich: Anwohner in Wulfersdorf stören sich am Lkw-Verkehr, der durch den Ort rollt. Da an Verkehrsinseln vorläufig nicht zu denken ist, könnte man sich vorstellen, Fahrzeuge so am Straßenrand zu parken, dass Lkw-Fahrer zwangsläufig bremsen müssen.

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Im Fokus: Der Lkw-Verkehr durch Wulfersdorf.

Quelle: Björn Wagener

Wulfersdorf. Eine Verkehrsaktion, die durch den Begriff „Parken üben“ bekannt wurde, könnte demnächst auch in Wulfersdorf stattfinden. Das wurde am Montagabend auf der Ortsbeiratssitzung in Erwägung gezogen.

Ob es tatsächlich dazu kommt, ist aber noch nicht sicher, denn zu Ende geführt wurde die Diskussion noch nicht. Bei dieser Aktion geht es darum, Autos am Straßenrand so abzustellen, dass sie die Straßenverkehrsordnung zwar nicht verletzen, aber doch ungünstig genug stehen, dass vor allem Lkw-Fahrer den Ort nur langsam passieren können. Denn genau darum geht es den Wulfersdorfern – die Laster zu bremsen. Sie seien zu schnell unterwegs, was neben Gefahren auch Lärm und Erschütterungen mit sich bringt.

Klappernde Gläser, spritzende Pfützen

„Die ballern hier durch. Da klappern die Gläser im Schrank. Vor allem, wenn es mit der Ernte wieder losgeht“, sagt Anwohner Norbert Bock. Die Unebenheiten und Absenkungen der Straße hätten außerdem zur Folge, dass Regenwasser nicht abfließt, weil es an den Gullyeinläufen gar nicht ankommt. Stattdessen lande Spritzwasser schon mal an den Fassaden der Häuser.

Erste Wahl in Sachen Verkehrsberuhigung wären für den Ortsbeirat Verkehrsinseln. Bauamtsleiter Friedhelm Kanzler machte allerdings klar, dass solche Inseln nur geschaffen werden können, wenn auch die Ortsdurchfahrt saniert würde. Da daran aber momentan nicht zu denken sei, fiel diese Möglichkeit flach. Laser-Einsätze der Polizei würden begrüßt, jedoch ist den Wulfersdorfern klar, dass sich diese unter den Fahrern rasch herumsprechen und dann weitgehend ins Leere laufen könnten.

Bisher nicht negativ aufgefallen

Polizeisprecherin Dörte Röhrs betätigt, dass es in Wulfersdorf Laser-Einsätze gab und auch künftig geben wird. Bisher jedoch seien Lkw-Fahrer in Sachen Geschwindigkeit dort nicht negativ aufgefallen.

Da die Einwohner das aber offenbar anders empfinden, kam auf der Ortsbeiratssitzung die genannte Parkaktion zur Sprache, die zumindest ein Zeichen setzen würde. Immerhin ist sie in anderen Orten des Kreises Ostprignitz-Ruppin bereits mehrfach praktiziert worden – so in Rossow, Rägelin, Katerbow oder Schweinrich. Letzteres Dorf machte damit – neben einer Reihe anderer Protestaktionen – deutlich, dass die Sanierung der Ortsdurchfahrt dringend nötig ist. Mittlerweile wird die Straße saniert.

Auch Tempo 30 ist Thema

Doch die Ortsdurchfahrt ist nicht der einzige Streckenabschnitt in Wulfersdorf, auf dem der Ortsbeirat eine Tempobegrenzung begrüßen würde. „Am Sandberg“, entlang des Friedhofes, würde Ortsvorsteher Olaf Fröhlich ebenfalls gern etwas dafür tun, dass der Verkehr gedrosselt wird. „Es gab dort ja ein Tempo-30-Schild. Es wurde aber im Frühjahr entfernt, weil es von der Straßenverkehrsbehörde des Kreises als nicht mehr nötig angesehen wurde“, sagte er. Deshalb wollen die Wulfersdorfer nun zumindest eine Ersatzvariante ins Auge fassen: ein „Freiwillig-30-Schild“, das die Tempobegrenzung nicht fordert, sondern darum bittet. Aber auch das muss beim Ordnungsamt der Stadt beantragt werden. Die Entscheidung darüber, ob es genehmigt wird oder nicht, obliege jedoch dem Straßenverkehrsamt des Kreises, teilt Stadt-Sprecher Jean Dibbert mit. Denn die Stadt verantworte lediglich Festlegungen, die den ruhenden Verkehr – also etwa Parksituationen – betreffen.

Von Björn Wagener

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