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Die Maisernte hat begonnen

Radensleben Die Maisernte hat begonnen

In Radensleben ist der Silomais-Acker abgeerntet. Die Mastbullen werden mit der energiereichen Silage gefüttert. Die Witterung lies den Mais gut wachsen. Betriebsleiter Marc Landorff ist mit der Ernte zufrieden: „Wir haben sandige Böden und so wird die Ernte durchschnittlich ausfallen.“ In diesem Monat ernten die Landwirte den Körnermais.

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Betriebsleiter Marc Landorff begutachtet den Mais. Der richtige Zeitpunkt für die Silomaisernte ist gekommen.

Quelle: Cornelia Felsch

Radensleben. Eine große Staubwolke begleitet den Maishäcksler bei der Ernte – der märkische Boden, der noch vor Wochen von Wasser getränkt war, ist schon wieder völlig ausgetrocknet. 120 Hektar Silomais hat der Radenslebener Agrarbetrieb Neukammer bereits zwischen Radensleben und Pabstthum geerntet.

„Die Witterung war in diesem Jahr für den Mais recht günstig – vor allem, wenn er blüht, braucht er viel Wasser“, sagt Betriebsleiter Marc Landorff. „Wir rechnen mit einer durchschnittlichen Ernte, denn der Standort ist hier recht sandig.“ Etwa drei Meter hoch sind die Pflanzen. Die starken Niederschläge im Sommer haben nur den Maisbauern in Luchgebieten geschadet.

Der geerntete Mais wird am Silo abgeschüttet und mit Radladern auf das Silo geschoben

Der geerntete Mais wird am Silo abgeschüttet und mit Radladern auf das Silo geschoben. Traktoren verdichten das Erntegut.

Quelle: Cornelia Felsch

Der Trockensubstanzgehalt und damit der ideale Erntezeitpunkt, sind je nach Bundesland und Region sehr unterschiedlich. In den südlichen Anbaugebieten Deutschlands, wurde schon früher mit der Ernte begonnen. „Optimal für die Konservierung ist ein Trockensubstanzgehalt zwischen 33 und 36 Prozent“, sagt Marc Landorff. Er pflückt einen Maiskolben und untersucht die Körner. „Wenn an der Kornansatzstelle ein schwarzer Punkt sichtbar wird, dann ist die Stärkeeinlagerung abgeschlossen.“

Die Mais-Aussaat erfolgt in Deutschland von Mitte April bis Anfang Mai. Der Boden muss warm genug sein und Spätfröste sollten nicht mehr auftreten. Keimtemperaturen von sieben bis neun Grad Celsius sind optimal. Der Radenslebener Betrieb hat sich für die Sorte Amagrano entschieden. Da auf den Flächen noch Roggen und Triticale – eine Kreuzung aus Weizen und Roggen – angebaut werden sollen, wurde der Mais bereits Ende April gelegt.

Der Landwirt untersucht die Körner und erkennt, ob sie genug Stärke eingelagert haben und die Qualität stimmt

Der Landwirt untersucht die Körner und erkennt, ob sie genug Stärke eingelagert haben und die Qualität stimmt.

Quelle: Cornelia Felsch

Die Lastkraftwagen pendeln auf der Straße zwischen Acker und Agrarbetrieb. 18 Tonnen Erntegut fassen die Hänger. Der geerntete Mais wird zum Silo transportiert. Dort wird er abgeladen. Ein Radlader schiebt das Erntegut auf das Silo. Kreuz und quer fahrende Traktoren verdichten den Mais. Nach dem Walzen wird der Silohaufen sofort luftdicht abgedeckt. Durch den in der Masse enthaltenen Restzucker der Maispflanzen und den Sauerstoffmangel beginnt eine Milchsäuregärung, die die Silage ansäuert und dadurch haltbar macht. „Man muss allerdings darauf achten, dass das Silo nicht zu früh geöffnet wird“, sagt Landorff. Die Milchsäuregärung ist schon nach einer Woche abgeschlossen. Vier bis sechs Wochen sollte das Maissilo allerdings verschlossen bleiben.

Energiereiches Futter für die Mastbullen

Silage wird aus den überirdischen Teilen der Maispflanze hergestellt und gehört zu den Grundfuttermitteln für Wiederkäuer. In Radensleben bekommen die Mastbullen das energiereiche Futter. Die Mutterkühe erhalten Grassilage.

Doch nicht nur die Rinder, auch die Wildschweine der Region lassen sich den Mais schmecken. Ab August verbringen die Schwarzkittel viel Zeit in den Maisfeldern. Auch auf den Äckern des Agrarbetriebs Neukammer ist der angerichtete Schaden groß. Im hohen Mais fühlen sich die Schweine sicher. „Um gute Abschussbedingungen für die Jäger zu schaffen, haben wir Bejagungsschneisen angelegt. Doch der Erfolg ist ausgeblieben, es hätte mehr gejagt werden müssen“, sagt Marc Landorff.

Maisernte im Jahr 1960  sah  noch etwas anders aus

Maisernte im Jahr 1960 sah noch etwas anders aus. Die Bauern der Produktionsgenossenschaften sollten dennoch ihren Plan erfüllen.

Quelle: Archiv

Zu DDR- Zeiten stand Mais hoch im Kurs. Einzelbauern wurden belobigt, wenn sie Maiskollektive bildeten, Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften offiziell getadelt, wenn sie zu wenig Mais anbauten. Die Erhöhung des Viehbestandes und die Produktion ausreichender Futtermittel waren vordringliche Ziele. Unter der Überschrift „Der kluge Bauer weiß – ohne Mais kein Preis“ wurden die Bauern dazu aufgerufen, ihre Maisanbauflächen zu erweitern. „Nur durch den Anbau von Silomais wird es uns möglich sein, die für 1960 vorgesehene Steigerung der Marktproduktion von Milch – gegenüber 1959 um 24 Prozent – zu ermöglichen“, heißt es in einem Zeitungsartikel zur „Woche der Landagitation“.

Heute steht der Maisanbau oft in der Kritik – da die Monokulturen die Böden auslaugen.

Agrarbetrieb Neukammer

Der Agrarbetrieb bei Neuruppin baut Gerste, Weizen, Roggen, Raps, Triticale und Futtermais an. Körnermais wird an den Handel verkauft, mit Silomais werden die Mastbullen gefüttert.

Der Radenslebener Betrieb, der Mutterkuhhaltung und Bullenmast betreibt, beschäftigt 26 Mitarbeiter. Der Agraringenieur Marc Landorff ist Betriebsleiter.

Der Betrieb bearbeitet 3600 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Davon sind 1200 Hektar Grünland.

Von Cornelia Felsch

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