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Ostprignitz-Ruppin Die Messerschmiede-Manufaktur in Herzberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Messerschmiede-Manufaktur in Herzberg
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00:17 25.04.2016
Enrico Schellin mit einem Gattersägeblatt vor seinem Amboss. Quelle: Buddeke
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Herzberg

Das Motto ist: „Alles wie 1900“. Zu Enrico Schellin, gelernter Schmied passt das gut. Er könnte im richtigen Kostüm locker als einer durchgehen, der anno dazumal in Lederschürze am Amboss stand, den Blasebalg anfeuerte und mit Hammer und Zange das Eisen schmiedete. Seit 2005 lebt der 42-Jährige in Herzberg, seit 2007 betreibt er seine Messerschmiede: als Manufaktur. Die Messer werden geschmiedet, wie vor mehr als 100 Jahren – vom modernen Monostahlmesser bis zur rasiermesserscharfen Damaszenerklinge ist alles machbar. Auch die Griffe, Futterale und Taschen fertigt er in ausschließlicher Handarbeit. Seine Kunden wollen entweder ihre Messer, Kartoffelschäler, Scheren oder auch Kreissägeblätter schärfen lassen, oder aber ein neues Stück in Auftrag geben. „Was er genau will, erfahre ich im ersten Kundengespräch“, sagt Enrico Schellin. Er berät dann, wie Zweck und Form optimal harmonieren. Wenn klar ist, was es werden soll, kann der Kunde seinen Wünschen freien Lauf lassen. Manch einer wünscht sich handgeschnitzte Reliefs im hölzernen Griff, ein anderer bevorzugt metallene Ornamente oder gar Einlegearbeiten.

Damaszenerklingen sind etwas ganz Besonderes. Quelle: Buddeke

Der Trend zu schönem individuellem Werkzeug sei stark im Kommen, hat Schellin beobachtet. Gerade in der jetzigen Zeit der Massenprodukte aus Kunststoff käme ein Umdenken – immer mehr Menschen suchen nach ganz besonderen, handgemachten Dingen, die sie sich auch gerne etwas kosten lassen. Ein teures Jagdmesser für den Waidmann, ein ganz besonderes Küchenmesser für den Hobbykoch oder ein schönes historisches Stück als Wandschmuck. „Einmal habe ich für die Kirche ein Kruzifix geschmiedet“, erinnert sich Schellin, der aber auch schon antike Fensterbeschläge oder Kunstobjekte anfertigt. Dazu die Restaurierungen, einmal war es ein Taschenmesser von 1800. Das hat er gut hinbekommen. Er arbeitet historische Blankwaffen auf, schmiedet Meißel, Beile und Äxte aus. Manchmal möchte jemand etwas nachgravieren lassen – auch das ist kein Problem für den Schmied. Selbst Skalpelle sind kein Ding – da arbeitet er mit besonderem Silberstahl.

Schön antik: ein alter Wetzstahl. Quelle: Buddeke

Am Anfang steht immer ein unscheinbares Stück Rundstahl. Die Rohform wird erhitzt, gehämmert, immer wieder geschliffen, gehärtet, bis es so rasiermesserscharf ist, dass Enrico Schellin damit kleine Streifchen von einem Blatt Papier säbeln kann, das er in die Luft hält. Die Qualität hat sich herumgesprochen – weit über 300 feste Kunden zählt der Herzberger.

An der Wand der Schmiede lehnen ein paar Saufedern – Originale und Nachbauten. Bis 1930 durften die noch für die Jagd verwendet werden. Auch sonst gibt es in der Schmiede viel zu entdecken. Ab und an zeigt der gebürtige Neuruppiner sein Handwerk beim Schauschmieden, demnächst in Müncheberg beim Tag der offenen Galerien. Oder auch schon auf dem Radenslebener Weihnachtsmarkt.

Von Regine Buddeke

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