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Die Methusalembäume im Wald von Alt Daber

Mit Stadtförster Guido Bischoff auf Tour Die Methusalembäume im Wald von Alt Daber

Vor allem auf dem Gebiet von Alt Daber breitet sich der Wittstocker Stadtwald aus. Er ist 3200 Hektar groß. Ungewöhnlich ist nicht nur die Größe, sondern auch der hohe Anteil von Laubbäumen, der auch vom mecklenburgischen Müritz-Klima beeinflusst ist. Seit 1999 ist Guido Bischoff für den Forst zuständig. Und dafür, dass Geld in den Stadthaushalt kommt.

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Guido Bischoff (l.) und Forstarbeiter Jürgen Döhring, der mit dem Rückefahrzeug im Wald arbeitet.

Quelle: Claudia Bihler

Alt Daber. Alte Buchen, Eichen, Birken: Der Wittstocker Stadtwald ist nicht nur wegen seines hohen Anteils von Laubbaumarten etwas ganz besonders. Er ist es auch allein von seiner Größe her, wie Stadtförster Guido Bischoff weiß: Mit 3200 Hektar Fläche gehört er zu den größten Stadtwäldern in Brandenburg – Templin hat ähnlich viel, Finowfurt auch. „In Zukunft wird wegen des brandenburgischen Waldumbaus der Anteil von Laubbäumen, der im Moment 45 Prozent beträgt, eher noch steigen“, sagt Bischoff. Seit 1999 ist er der verantwortliche Förster für das Gebiet zwischen dem nordöstlichen Stadtrand von Wittstock und der mecklenburgischen „Grenze“ bei Below. Zuerst im Auftrag des Landesforstamtes, nachdem die Stadt ihren Wald 2010 wieder in ihre Obhut übernommen hat, seit 2011 Stadtförster, der sein Domizil am Daberturm im Forsthaus hat. „Die Stadt Wittstock steht zu ihrem Wald“, sagt der Förster, und so werden nach wie vor auch vier Waldarbeiter beschäftigt, die sich um viele Dinge kümmern und derzeit Stammholz schneiden. „Allerdings machen wir nicht alles in eigener Regie, das schaffen wir gar nicht“, sagt Bischoff. In den Fällen werden dann auch externe Firmen beschäftigt.

Wald von Alt Daber wird nachhaltig bewirtschaftet

Ökonomie, Ökologie und eine Erholungsfunktion schließen sich für den Förster nicht aus. Nach einer Art Waldinventur 2012, die von externen Fachleuten übernommen wurde, steht fest, dass im Jahr 16 000 Festmeter Holz geschlagen werden können – und die Waldwirtschaft dennoch nachhaltig bleibt: Es wächst regelmäßig so viel nach, wie eingeschlagen wird. Einer der größten Kunden mit 10 000 Festmetern ist Krono in Heiligengrabe. Die Firma sortiert bereits im Wald das wertvollere Holz für OSB-Platten und das für die MDF-Platten und übernimmt dann Einschlag und Abfuhr des Holzes in Eigenregie. Oft mit dem Harvester, nachdem Bischoff festgelegt hat, welche Bäume geschlagen werden können. An diesem Tag sitzt Sven Kroll auf der Erntemaschine.

Nur auf festgelegten Gassen darf sich der schwere Harvester bewegen, um die Bodenverdichtungen zu minimieren. Kroll ist ein echter Künstler mit dem Fahrzeug: Die jungen Buchen, die bereits hüfthoch gewachsen sind, nehmen keinen Schaden, wie der Förster zufrieden feststellt.

Natürliche Fledermausquartiere bei Alt Daber

Sie gehören zu den Verjüngungsmaßnahmen, die regelmäßig durchgeführt werden: Zunächst werden erntereife Bäume bis auf einen Restbestand von 40 Prozent aus dem Wald herausgenommen, die übrigen bleiben als Schirm stehen, um junge Bäume zu schützen, die entweder durch Pflanzungen oder durch Selbstaussaat bei Naturverjüngung gepflanzt werden. Später müssen dann die hohen alten Bäume auch geschlagen werden – dann nämlich, wenn die „halbwüchsigen“ Bäume einen höheren Lichtbedarf haben.

Totholz, Kronenmaterial und Rinden bleiben im Wald: Spaziergänger wundern sich zwar oft über „Unordnung“ im Wald, aber diese Reste tragen wieder zur Nähstoffversorgung bei. Und auch den einen oder anderen alten Baum lässt Bischoff absichtlich stehen: „Ich bin der Meinung, dass man nicht unbedingt Nistkästen oder künstliche Fledermausquartiere braucht, wenn die Tiere ausreichend natürliche Quartiere finden.“ Das gilt vor allem auch im nördlichen Bereich in Richtung Below: Dort wurden im 145 Hektar großen Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet so genannte „Methusalem-Bäume“ stehen gelassen – besonders markante und riesige Bäume, die eigene Biotope darstellen. Dennoch trägt die Stadtforst regelmäßig mit ihren Gewinnen aus dem Holzhandel aus der Forstwirtschaft und dem Wildbret-Handel aus 22 Pirschbezirken zum Haushalt der Stadt Wittstock bei.

Alt Daber lädt in diesem Jahr zur Waldolympiade

Nicht zuletzt dient der Wald in Alt Daber etwa mit dem Nordic-Walking-Pfad und einem 20 Kilometer langen Wanderweg auch der Naherholung. Waldpädagogische Angebote werden von den Schulen gerne genutzt. Bischoff: „Im vergangenen Jahr haben 320 Kinder der Waldringgrundschule allein an einem Tag den Wald besucht. Und in diesem Jahr planen wir unsere erste Waldolympiade.“

Von Claudia Bihler

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