Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Die Minibibliotheken funktionieren

Heiligengrabe Die Minibibliotheken funktionieren

Vor etwa einem Jahr begann die Gemeinde Heiligengrabe die meisten ihrer Ortsteile mit Minibibliotheken auszustatten. Als Basis dienten ausrangierte Telefonzellen. Heute sind die Ortsvorsteher weitgehend zufrieden mit den Häuschen, die mitunter nicht nur als bloße Buchhalter dienen.

Voriger Artikel
Kleintransporterfahrer pustet 3,58 Promille
Nächster Artikel
„Es kommt immer etwas Gutes dabei heraus“

Die Bücher-Zelle in Jabel.

Quelle: Björn Wagener

Heiligengrabe. Der Einzug der Telefonzellen begann vor etwa einem Jahr: Da wurden die kleinen Häuschen in den meisten Ortsteilen der Gemeinde aufgestellt, allerdings nicht zum Telefonieren, sondern zum Lesen. Denn sie sind Bücher-Tauschmärkte. Wer ein Buch entnimmt, stellt ein anderes hinein, das er nicht mehr benötigt. So ist der Plan. Und der funktioniert offenbar gut. Am 21. August 2015 wurde die erste Minibibliothek in Jabel aufgestellt, alle weiteren folgten. Die MAZ hat sich jetzt bei einigen Ortsvorstehern umgehört, wie sie die Zeit mit den Bücherhäuschen seither empfanden.

Werner Goldmann aus Grabow sagt, die Zelle in seinem Ort werde relativ selten benutzt, sei aber auch nicht störend. „Manche deponieren ihre Bücher dort. Ab und an nehmen Kinder mal ein Buch heraus.“ Eine Frau aus dem Dorf wünsche sich, dass die Zelle auch als „Suche-Biete“-Marktplatz verwendet wird; das solle demnächst auch so sein.

Einmal lagen Bücher auf der Straße

Probleme mit Vandalismus gebe es nicht. „Anfangs drückte der Wind öfter die Tür auf, sodass einmal sogar Bücher auf der Straße lagen.“ Aber das Problem sei inzwischen von der Gemeinde gelöst worden.

Tobias Bröcker aus Jabel sagt, die Zelle komme sehr gut an. Es gebe einen regen Austausch. „Ich habe auch schon Leute von außerhalb gesehen, die extra wegen der Bibliothek nach Jabel kamen, um Bücher zu tauschen.“ Auch die Jabeler Zelle wird nebenbei als Suche-Biete-Marktplatz benutzt. Es gibt eine kleine Korkwand, an der Zettel aufgehängt werden können. In Jabel gibt es nicht nur eine Sitzbank neben der Minibibliothek, wie auch an den meisten anderen Standorten, sondern es wurde sogar ein herbstlich geschmückter Tisch davor aufgestellt.

Marcel Wildebrandt, Ortsvorsteher in Papenbruch, ist ebenfalls zufrieden: Es laufe gut. Die Minibibliothek werde von vielen angenommen. Probleme mit Vandalismus gebe es bisher nicht. „Die Erwachsenen aus dem Dorf schauen öfter mal nach, ob dort alles in Ordnung ist“, so Wildebrandt.

Gleich vier Einwohner kümmern sich um das Häuschen

In Liebenthal gibt es die Tauschzellen erst seit einigen Monaten. Nach Einschätzung von Ortsvorsteher Stefan Borner werde sie aber gut angenommen – sowohl von den Kindern, als auch älteren Leuten. „Bei uns haben sich gleich vier Leute gefunden, die die Minibibliothek sauber halten und die Scheiben putzen“, sagt Borner. „Auch gab es bisher keine Probleme mit Beschädigungen. Die Leute freuen sich, dass sie die Minibliothek haben.“

Detlef Gelhar, Ortsvorsteher in Wernikow, sieht ebenfalls keine Probleme. Anfangs schloss die Tür nicht recht. Aber diese und ähnliche Kleinigkeiten, die es ab und an auch anderorts gab, sind inzwischen behoben. Laut Bürgermeister Holger Kippenhahn gebe es einen regen Austausch. Zudem sei die Auflösung der Bibliothek im Kyritzer Kulturhaus den Minibibliotheken zugute gekommen. Außerdem würden die Bücherstationen inzwischen ganz individuell genutzt – so fänden sich dort zum Beispiel auch Zeitungen oder eben genannte Suche-Biete-Kleinanzeigen. Erfreulich: Probleme mit Vandalismus habe es bisher nirgends gegeben. Silvester seien die Zellen verschlossen gewesen, um Schäden durch Böller zu vermeiden. Sogar das Heimatjournal des RBB berichtete kürzlich über die kleinen Immobilien in der Gemeinde Heiligengrabe. Dass es so gut funktioniert, liege aber vor allem daran, dass es überall Menschen gibt, die sich um die Bücherhäuschen kümmern, so Kippenhahn.

Zwei sind noch übrig

Noch sei das Projekt Mini-Bibliotheken nicht ganz abgeschlossen. Zwei Exemplare stünden noch immer zur Verfügung. Interesse hätten das Sonntagscafé in Jabel und das Kloster in Heiligengrabe gezeigt. Aber die Gemeinde favorisiere jederzeit öffentlich zugängliche Orte. Deshalb sei es auch denkbar, dass die übrigen Minibibliotheken in jenen Orten nachgerüstet werden könnten, die sie bisher ablehnten – Maulbeerwalde, Blesendorf und Heiligengrabe.

Von Björn Wagener

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg