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Die Prinzen rissen ihre Fans mit

Neuruppin Die Prinzen rissen ihre Fans mit

Mit den großen Hits wie „Millionär“, „Alles nur geklaut“, „Gabi und Klaus“ und „Küssen verboten“ trafen die Prinzen genau den Nerv ihrer Fans. Mit dabei waren natürlich auch Songs vom aktuellen Album. Das Publikum in der ausverkauften Neuruppiner Kulturkirche zeigte sich am Sonnabend textsicher und jubelfreudig.

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Frontmann Sebastian Krumbiegel heizte mit seinen Mit-Prinzen dem Publikum in der ausverkauften Neuruppiner Kulturkirche ordentlich ein.

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. „Ein feste Burg ist unser Gott“ – mit diesem fünfstimmigen A-Cappella-Choral als Einstieg zeigten „Die Prinzen“ schon einmal, wo ihre Wurzeln liegen – fünf von ihnen sangen einst im Leipziger Thomaner- oder Dresdener Kreuzchor. Genau dieser mehrstimmige, ausgefeilte A-Cappella-Gesang ist das Markenzeichen der Leipziger Band, die sich mit Titeln wie „Küssen verboten“, „Alles nur geklaut“, „Gabi und Klaus“, „Schwein sein“ und „Millionär“ an die Spitze der deutschen Charts katapultierten.

Am Sonnabend gastierten die Prinzen erneut in Neuruppin – die Kulturkirche scheint ihnen zu gefallen – „schon weil es hier Bier gibt“, ulkt Tobias Künzel, der neben Frontmann Sebastian Krumbiegel zumeist den Mittelpunkt des Geschehens bildet – wenngleich auch ihre fünf Mitstreiter eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass sie weit mehr als Backgroundsänger sind. Klar, bei der Vorbildung.

Die Fans waren restlos begeistert und extrem textsicher

Die Fans waren restlos begeistert und extrem textsicher.

Quelle: Regine Buddeke

Die Kulturkirche ist das 16. Ziel der Kirchen-Tour der Prinzen, deren Hits – so sieht man im ausverkauften Saal – vom Grundschüler bis zum Senior alle Altersschichten ansprechen. Die Fans erweisen sich als extrem singfreudig und textsicher – Frontmann Krumbiegel befeuert das mit Verve und ohne Anzeichen von Müdigkeit. Es ist eine Freude zu sehen, wie der Sänger dynamitgeladen in den Knien wippt, die Hände auf die kreisenden Hüften stemmt wie weiland Schmidtchen Schleicher oder den Mikroständer als verlängerte Emotion mal in den Saal reckt, mal in die Luft reißt.

In die Luft reißt es auch die Fans – je mehr der alten Hits die Prinzen spielen, desto mehr hält es nicht mehr auf ihren Sitzen. „Die Laterne raus“ singen alle in schöner Harmonie die letzte Zeile von „Mann im Mond“ – das Eis mussten Krumbiegel und Co. von Anfang an nicht brechen.

Seit 26 Jahren gebe es sie nun schon in dieser Besetzung, lässt Krumbiegel wissen. „Hand aufs Herz, wer war damals schon geboren?“ „Das häddsch jedzt aber nisch gedacht“, grient Künzel angesichts der vielen gereckten Hände. „Ihr seht intellektuell gereift aus – aber so jung!“ Die Fans kichern geschmeichelt.

Die Prinzen gibt es seit 26 Jahren in dieser Besetzung

Die Prinzen gibt es seit 26 Jahren in dieser Besetzung.

Quelle: Regine Buddeke

„Als wir das folgende Lied vor 16 Jahren eingespielt haben, ahnten wir nicht im entferntesten, dass es so aktuell ist – heute noch mehr als damals“, kündigt Krumbiegel an und klar: jetzt kommt „Das alles ist Deutschland“. „Keine patriotische Jubelhymne“, ruft Krumbiegel, „sondern ein kleines verträumtes Liebeslied“. Dass Krumbiegel damit alles andere als nationalistische Volkstümelei betreibt, weiß jeder, der schon einmal gehört hat, dass die Prinzen auf Anti-Rechten-Kundgebungen auftreten, kontra Pegida singen und Krumbiegel vor Jahren wegen seiner Texte von zwei Neonazis zusammengeschlagen wurde. Mit denen er im Knast sogar das Gespräch suchte.

Immer wieder perlen kleine feine Liebeslieder a la „Abgehau’n“ durch den Saal. Oder Songs vom aktuellen „Familienalbum“. Während sich der Rest der Band hinter der Bühne „reanimieren lässt“ – so Krumbiegel, der als einziger die Statur für „ein sechsstündiges Konzert“ hat, frozzelt er mit Blick auf seine Formen – haut er in die Pianotasten und will „Zurück ins Paradies“. „Ihr habt ein Rhythmusgefühl – der Hammer“, lobt er und vielstimmig erklingt unter tosendem Applaus das skurrile „Vergammelte Speisen“. Der Saal ist in Fahrt: „Es war nicht alles schlecht“, ertönt es aus hunderten Kehlen, wie eine Hymne. Es ist nicht die letzte des Abends.

Von Regine Buddeke

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