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Ostprignitz-Ruppin Die Rabs ist derzeit nicht in Gefahr
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Rabs ist derzeit nicht in Gefahr
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02:17 10.03.2018
Kathrin Morgenstern (l.) und Karola Winkler (r.) erhielten am Mittwoch Besuch von Sebastian Steineke und Jan-Pieter Rau in der Nähwerkstatt der Rabs. Quelle: Peter Geisler
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Rheinsberg

Trotz der sinkenden Zuschüsse des Bundes für den geförderten Arbeitsmarkt soll die Rheinsberger Arbeitsfördergesellschaft Rabs erhalten bleiben. Das hat am Mittwoch der Neuruppiner CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke bei einem Besuch der Rabs betont. Die Gesellschaft beschäftigt derzeit 125 Frauen und Männer auf dem sogenannten zweiten, dem geförderten Arbeitsmarkt in der Region. Diese sind in kommunalen und sozialen Projekten sowie im Umweltbereich tätig. Geschäftsführerin Ute ­Boehm zeigte sich erfreut über das Bekenntnis von Steineke. Für die Betroffenen sei das Gefühl enorm wichtig, gebraucht zu werden und mit ihrer Arbeit auch Anerkennung zu finden, sagte Boehm.

Kuscheltiere als Einschlafhilfen in den Kitas

Diese Anerkennung findet Karola Winkler beispielsweise seit September in einem Projekt, bei dem Kuscheltiere als sogenannte Einschlafhilfen für Kitas genäht und gerissene Nähte von Kuscheltieren repariert werden. Karola Winkler, die einst als Geflügelzüchterin in Gühlen-Glienicke gearbeitet hat, findet ihre neue Tätigkeit so gut, dass sie sich zum Geburtstag nun selbst eine Nähmaschine für zu Hause wünscht.

Flüchtlinge helfen beim Bauhof

Auch die Integration von Flüchtlingen ist längst ein Feld der Rabs geworden. Zum einen bietet die Gesellschaft spezielle Kurse an, bei denen die Teilnehmer über das deutsche Rechts- und Schulsystem aufgeklärt werden und bei denen sie ihre handwerklichen Fähigkeiten testen können. Zudem gibt es ein Projekt, bei dem Flüchtlinge den Rheinsberger Bauhof bei dessen Arbeit unterstützen. „Das sind junge Männer, die hoch motiviert sind, körperlich zu arbeiten und die eine große Hilfe sind“, sagte Ute Boehm. Positiver Nebeneffekt sei, dass dies auch von den meisten Rheinsbergern so wahrgenommen werde, sagte die Geschäftsführerin, die seit zwei Jahren die Rabs leitet.

Boehm: Arbeit bezahlen, nicht Arbeitslosigkeit

Mehr Unterstützung wünschen sich Boehm und Rabs-Prokuristin Maret Frank, um verstärkt junge Leute ohne Schulabschluss erreichen zu können, denen die Grundsicherung für ihren Lebensunterhalt offenbar ausreicht – und die deshalb keine Lust auf geförderte Projekte haben. „Es ist wichtig, Arbeit zu bezahlen und nicht Arbeitslosigkeit“, sagte Ute Boehm. Dem stimmte Stei­neke zwar zu. Zugleich verwies der Jurist darauf, dass Sanktionen stets ein schwieriges Thema seien und zudem das Bundesverfassungsgericht entschieden habe, dass das Existenzminimum nicht einfach gesenkt werden könne.

Heiligengrabe sieht derzeit kein Problem

Holger Kippenhahn, Bürgermeister von Heiligengrabe und zugleich Chef der Gesellschafterversammlung der Rabs, geht davon aus, dass Fördergesellschaften, die sich um Menschen kümmern, die nicht oder nur schwer in den Arbeitsmarkt vermittelt werden können, noch geraume Zeit notwendig sind. Die Rabs sieht Kippenhahn auch trotz der gesunkenen Zuschüsse des Bundes für den zweiten Arbeitsmarkt derzeit nicht in Gefahr. „Erst wenn wir dauerhaft unter 100 Mitarbeiter haben, dann hätten wir ein Problem.“

Ein jährlicher Zuschuss ist notwendig

Heiligengrabe ist neben Rheinsberg Gesellschafter der Rabs, die Mitte der 1990er Jahre mehr als 500 Mitarbeiter zählte. Damals waren auch der Landkreis sowie Lindow Gesellschafter. Doch diese sind inzwischen ausgestiegen. Der jährliche Zuschuss für die Rabs liegt laut Holger Kippenhahn zwischen 8000 und 20 000 Euro. Die Gesellschafter tagen nächste Woche.

Von Andreas Vogel

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