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Die „Remus“ ist bereit für Rollstuhlfahrer

Rheinsberg Die „Remus“ ist bereit für Rollstuhlfahrer

Seit Freitag können auch Rollstuhlfahrer die Rheinsberger Seenlandschaft vom Oberdeck eines Schiffes aus genießen. Die Reederei Hal­beck hat dafür eines ihrer drei Fahrgastschiffe, die „Remus“, umgebaut. Das war nicht ganz einfach und auch etwas teuer. Doch mit Hilfe eines Förderprogrammes konnten die Kosten gestemmt werden.

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Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD, l.) und der Reeder Eberhard Halbeck vor der umgebauten „Remus“.

Quelle: Andreas Vogel

Rheinsberg. Erstmals wurde in Brandenburg ein altes Fahrgastschiff komplett barrierefrei umgebaut. Der Rheinsberger Eberhard Hal­beck, inzwischen 68  Jahre alt, hatte die Idee dafür zwar schon vor mehreren Jahren. Schließlich wurde bereits im Sommer 2001 in unmittelbarer Nähe zu den Anlegestellen der Reederei Halbeck das Haus Rheinsberg, Deutschland erstes völlig barrierefreies Hotel eröffnet. Doch gut Ding will Weile haben. Denn die notwendigen Um- und Einbauten sind nicht nur teuer, sondern auch kompliziert. Das fängt schon beim Einstieg an. Diesen so zu verbreitern, dass auch Rollstuhlfahrer möglichst ohne Probleme auf das Schiff gelangen, war noch relativ einfach. Weitaus schwieriger war es indes, auch Platz für eine Toilette auf dem Schiff zu finden, die groß genug für Rollstuhlfahrer ist, sowie einen Lift an Bord zu installieren, mit denen Passagiere im Rollstuhl auch aufs Oberdeck gelangen.

Beim Einstieg ein Unterschied von bis zu 35 Zentimetern

Schließlich galt es auch noch eine Lösung dafür zu finden, wie Rollstuhlfahrer und Menschen mit anderen sogenannten Mobilitätseinschränkungen auf das Schiff kommen, wenn der Wasserstand mal etwas höher oder etwas niedriger ist. „Wir haben beim Einstieg einen Unterschied von bis zu 35 Zentimetern“, sagte Halbeck am Freitag, als der Reeder die „Remus“ vorstellte.

Das knapp 30 Meter lange und gut fünf Meter breite Fahrgastschiff hat bereits ein paar Jährchen auf dem Buckel. Es wurde 1978 gebaut und fuhr bis zur Wende für den FDGB-Feriendienst auf den Rheinsberger Seen. Halbeck kannte das Schiff. Er war seit 1990 Fahrlehrer und oft in der Seestraße. Dort befand sich eine gefürchtetsten Strecken, um das Anfahren zu üben – weil die Straße einen verhältnismäßig steilen Anstieg aufweist. Als er hörte, dass die Stadt die „Remus“ verkaufen will, bewarb er sich. „Nachts um 2 Uhr rief mich ein Abgeordneter an, dass ich den Zuschlage erhalten habe, mit einer Stimme Mehrheit gegenüber dem Angebot der Weißen Flotte.“ Das war im März 1992.

Lob vom Chef der TMB

Seitdem hat sich viel getan. Die Reederei Halbeck hat inzwischen nicht nur drei Fahrgastschiffe, sondern das Unternehmen verfügt auch über zwölf Busse, um Touristen zu den gewünschten Ausflugszielen zu bringen. „Wir brauchen solche Unternehmer mit Ideen und Visionen“, betonte Dieter Hütte, der Chef der Landestourismusgesellschaft TMB. Gerade für das wasserreichste Bundesland sei es wichtig, barrierefreie Angebote ebenfalls auf dem Wasser anbieten zu können. Der barrierefreie Tourismus spiele eine immer größere Rolle im Land, stimmte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) zu. „Das ist auch ein Markt“, so Gerber.

Gleichwohl war es für die Reederei nicht ganz einfach, die „Remus“ in der Werft Malz bei Oranienburg umbauen zu lassen. Schließlich kosteten die Arbeiten 160 000 Euro. Mit Hilfe eines 40-prozentigen Zuschusses aus dem Fördertopf Leader konnte das Projekt gestemmt werden. Darüber freuten sich auch Theodor Wohlleben aus Regensburg, der zum fünften Mal Urlaub in Rheinsberg macht, sowie Jana und Thomas Wilde aus Berlin, die zum ersten Mal im Haus Rheinsberg sind. Die drei gehörten am Freitag zu den ersten Gästen, die mit ihren Rollstühlen einen Ausflug auf der „Remus“ machten und dabei die Seenlandschaft auch vom Oberdeck aus genießen konnten.

Jana und Thomas Wilde aus Berlin gehörten zu den Ersten, die am Freitag den Lift nutzten, um auf das Oberdeck der „Remus“ zu gelangen

Jana und Thomas Wilde aus Berlin gehörten zu den Ersten, die am Freitag den Lift nutzten, um auf das Oberdeck der „Remus“ zu gelangen.

Quelle: Andreas Vogel

Von Andreas Vogel

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