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Die Rettung vor dem freien Fall

Neuruppin/Fehrbellin Die Rettung vor dem freien Fall

Am 1. Januar 2018 werden Neuruppin und Fehrbellin nach 15 Jahren endlich die seit Jahren angeschlagene Flugplatzgesellschaft los. Der Unternehmer Carsten Milbach hat sich bereiterklärt, die Flugplatzgesellschaft zu kaufen. Für Neuruppin wird es trotzdem teuer werden.

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Bei Fallschirmspringern ist der Platz in Fehrbellin bekannt und beliebt. Die Sprünge liefern einen wichtigen Teil des Umsatzes.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin/Fehrbellin. Für Neuruppin war es ein teures Abenteuer voller Risiken – aber jetzt hat es bald ein Ende. In zweieinhalb Monaten ist die Fontanestadt eine ihrer schwierigsten Tochterfirmen los. Der Unternehmer Carsten Milbach wird den Neuruppinern am 1. Januar 2018 den Flugplatz Ruppiner Land in Fehrbellin abkaufen.

Von Anfang an war der Flugplatz der Fontanestadt ein ordentlicher Klotz am Bein. 2001 war Neuruppin als Hauptgesellschafter in eine neue Betreiberfirma eingestiegen, weil das damals die einzige Chance zu sein schien, den Landeplatz bei Fehrbellin überhaupt zu retten. Die Gemeinde Fehrbellin hätte sich das allein nicht leisten können, der Kreis hatte die Bitte um Hilfe ausgeschlagen. Die Neuruppiner sahen in dem Flugplatz einen wichtigen Entwicklungsmotor für die Region.

Dazu steht die Mehrheit der Stadtverordneten auch heute noch. Obwohl es der Flugplatzgesellschaft in all den Jahren nicht gelungen ist, den versprochenen Gewinn einzufahren. Das liegt wohl auch daran, dass der Flughafen BER noch immer nicht in Betrieb ist. Sobald Tegel schließt, erhoffen sich die Fehrbelliner neue Kunden, weil es dann in Berlin an Lande- und Parkmöglichkeiten für kleinere Flugzeuge mangelt und viele ins Umland nach Brandenburg ausweichen müssen. So ist jedenfalls der Plan – der bisher allerdings nicht aufging.

Neuruppin gibt bis zu 330 000 Euro Kredit

Nach wie vor hängt das Unternehmen am Tropf der beiden Gemeinden Neuruppin und Fehrbellin. Zwischenzeitlich stand sogar die Frage der Insolvenz. Um die abzuwenden, haben Neuruppins Stadtverordnete einen Kredit von bis zu 330 000 Euro eingeräumt.

Davon wird die Fontanestadt nur einen Teil wiedersehen, das steht schon fest. Carsten Milbach zahlt einen Euro für das Unternehmen, hat sich aber zudem bereiterklärt, bis zu 200 000 Euro des Darlehens der Stadt zu übernehmen. Auf den Rest muss Neuruppin wohl verzichten, ebenso auf die 17 500 Euro, die die Stadt als Stammkapital eingebracht hatte. Ob darüber hinaus noch Kosten anfallen, stellt sich erst im nächsten Jahr heraus, wenn alle Abrechnungen für 2017 vorliegen. Auch Fehrbellin hatte alles getan, um eine Insolvenz zu vermeiden. Seit 2015 steckt die Gemeinde jährlich 15 000 Euro als Zuschuss in das Unternehmen.

Fördermittel verhindern früheren Verkauf

Dass Milbach den Flugplatz erst 2018 übernehmen kann, liegt an Fördermittelvorschriften. Vor Jahren hatte die Stadt Neuruppin vom Land einen Zuschuss für den Bau einer neuen Landebahn in Fehrbellin besorgt. Dafür musste die Stadt garantieren, den Flugplatz wenigstens 15 Jahre lang in Betrieb zu halten. Diese Frist endet erst mit diesem Dezember. Bei einem früheren Verkauf hätte Neuruppin einen Teil der Fördermittel zurückzahlen müssen . Das wäre noch teurer geworden.

Neuruppins Stadtverordnetenvorsteher Gerd Klier (Linke) ist nicht unbedingt glücklich, dass die Stadt so viel Geld abschreiben muss. „Aber das Wichtigste ist, dass der Flugplatz für die Region erhalten bleibt“, sagt er. Dass Neuruppin die Firma abgibt, hält er für richtig: „Es ist immer problematisch, wenn die öffentliche Verwaltung Aufgaben übernimmt, die eigentlich nicht zur Daseinsvorsorge benötigt werden. Aber wir haben eine Lösung gefunden, mit der alle leben können.“ Inzwischen hat auch die Kommunalaufsicht dem Verkauf zugestimmt.

Von Reyk Grunow

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