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Die Rheinsberger Nixen sind frei

Ende im Streit um Holzskulpturen Die Rheinsberger Nixen sind frei

Sie grinsen die Betrachter frech an – wenn man sie denn sieht. Denn die fröhlichen Nixen von Tony Torrilhon am Rheinsberger Bollwerk waren lange Zeit zugewuchert und damit für die Betrachter unsichtbar. Das lag daran, dass der Landkreis das Entfernen der Pflanzen an dieser Stelle nicht erlauben wollte. Erst die Einmischung der Landtagsabgeordneten Ulrike Liedtke half.

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So und noch mehr zugewuchert waren die Nixen, bevor der Holzbildhauer Tony Torrilhon zur Sichel greifen durfte.
 

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg.  Mit Genugtuung hat Tony Torrilhon selbst zur Sichel gegriffen, als feststand, dass die Pflanzen rund um seine Plastiken nun doch entfernt werden dürfen. Nicht länger als eine Viertelstunde hat es gedauert, dann waren seine Nixen am Rheinsberger Bollwerk vom Unkraut befreit und für die Betrachter wieder gut sichtbar. „Das war ein richtig gutes Gefühl, nach all dem Streit“, sagt der Rheinsberger Künstler.

Im vergangenen Jahr stellte Tony Torrilhon einen Antrag beim Landkreis, damit er Schilf und andere Pflanzen, die seine Skulpturen am Ufer des Grienericksees überwuchern, entfernen darf. Anfang 2015 erhielt er eine Absage: Vier Seiten lang habe ihm da die untere Naturschutzbehörde erklärt, dass sie das keineswegs dulden wird, weil es dort von besonderen Tieren und Pflanzen nur so wimmele. „Es sah so aus, als ob die gesamte Vegetation der Seenplatte von diesem bisschen Schilf abhängt“, berichtet der Holzbildhauer immer noch etwas verbittert. Erst die Einmischung der Rheinsberger SPD-Landtagsabgeordneten Ulrike Liedtke habe zum Einlenken zwischen den ziemlich verhärteten Natur-kontra-Kunst-Fronten und schließlich zur Genehmigung des Pflanzenrückschnitts geführt.

Diese Genehmigung ist allerdings immer noch sehr begrenzt. „Ein umfassender Rückschnitt von Schilf beziehungsweise die flächenhafte Beseitigung des Röhrichts wurde ausdrücklich auch für die Zukunft untersagt“, sagte Kreismitarbeiterin Kerstin Pein auf MAZ-Anfrage. Die Ufervegetation dürfe nur im unmittelbaren Standbereich der Skulpturen, maximal 1,50 Meter von der Bollwerkskante entfernt, beseitigt werden. Geschnitten darf zudem nur werden, wenn nicht nur das Ständerwerk der Plastiken, sondern die Skulpturen selbst durch Disteln oder Brennnesseln verdeckt werden.

Freiflächen vor den Liebesbänken

Zu diesem von Ulrike Liedtke eingefädelten und dann vor Ort durch die verschiedenen Behörden ausgehandelten Kompromiss wurden der Naturschutzbund sowie der Naturschutzbeirat, die vehement gegen das Kappen des Schilfes waren, nicht noch einmal befragt, so Kerstin Pein. Schließlich handele es sich bei der Lösung um Unterhaltung, die keiner weitergehenden Verbands oder Beiratsbeteiligung bedarf.

Warum eine solche Verabredung nicht schon vorher möglich war, versteht Torrilhon nicht. „Aber die Rolle von Frau Liedtke ist sicher nicht hoch genug zu loben“, sagt er. Auch die Stadt dürfte der Politikerin dankbar sein. Schließlich darf sie laut dem Rheinsberger Vize-Bürgermeister Andreas Neubert nicht nur ab Oktober das Schilf am Bollwerk wieder beschneiden. Auch ihr Antrag für das Freischneiden der zugewucherten Flächen vor den sogenannten Liebesbänken zum See hin hat die untere Naturschutzbehörde nun genehmigt. Immerhin drei von vier dieser abgeschiedenen Sitzgelegenheiten, dürfen also ab Ende September von Schilf befreit werden.

Ulrike Liedtke ist zufrieden mit dem ausgehandelten Kompromiss. „Es ist klar, dass die untere Naturschutzbehörde nistende Vögel schützen muss, schließlich ist das in der Gesetzgebung verankert“, sagt die SPD-Frau diplomatisch. Wichtig sei aber, dass die Kunst bei solchen Gelegenheiten nicht per se den Kürzeren zieht. „Die Kunst gehört nie dem Künstler. Sie gehört der Öffentlichkeit und soll folgerichtig dieser auch zugänglich gemacht werden“, sagt die Musikwissenschaftlerin.

Von Celina Aniol

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