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Ostprignitz-Ruppin Die Rückkehr der Güterzüge
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Rückkehr der Güterzüge
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00:17 02.07.2016
Im Temnitzpark bei Werder werden inzwischen jede Woche Züge mit Holz entladen. 2001 hatte die Deutsche Bahn den Gleisanschluss dort stillgelegt, die Firma Regio-Infra hat ihn wiederbelebt. Quelle: Peter Geisler
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Alt Ruppin/Werder

Für die Autofahrer dürfte es ein überraschender Anblick gewesen sein. Minutenlang geschlossene Schranken, weil ein riesiger Güterzug hin- und herrangieren muss – und das in Alt Ruppin? Das gab es jahrelang nicht mehr. Güterzüge fahren auf den Gleisen schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr; die letzten waren zu sehen, als die Bahn vor einigen Jahren die Strecke zwischen Berlin und Stralsund ausgebaut hat und über die Schotter herangefahren werden musste. Aber Güterzüge, die in Alt Ruppin halten? Die könnten wieder Alltag sein.

Was sich auf der Bahnstrecke Neustadt–Neuruppin–Löwenberg in den vergangenen Monaten bewegt hat, dürfte für Neuruppins Baudezernenten Arne Krohn eine Genugtuung sein – wenn vielleicht auch ein bisschen spät. Krohn hatte sich über viele Jahre dafür stark gemacht, die seit 2006 eigentlich schon abgeschriebene Bahnstrecke unbedingt zu erhalten.

Zuschuss der Kommunen sollte den Güterverkehr ankurbeln

Mit der Aussicht auf neuen Güterverkehr hat er die Neuruppiner Stadtverordneten, den Landkreis und andere Gemeinden überzeugt, mehrere Jahre lang Geld in das Vorhaben zu stecken. Von 2010 bis 2013 zahlten die Kommunen einen Zuschuss von jeweils 60 000 Euro, in der Hoffnung, so wieder mehr Leben auf die Strecke zu bekommen. Leider blieb der erhoffte Erfolg zunächst aus.

Das Interesse der Firmen in der Region an Güterverkehr auf der Schiene schien so gering, dass Tino Hahn von der Firme Regio-Infra, dem Eigentümer der Gleise, 2014 das endgültige Aus in den Raum stellte.

Der Unternehmer Wolfgang Passon ist gerade dabei, im Gewerbegebiet At Ruppin eine Ladestraße für Schüttgüter zu bauen. Am Freitag soll dort bereits der zweite Ganzzug entladen werden. Quelle: Peter Geisler

Jetzt, zwei Jahre später, könnte sich doch noch alles zum Guten wenden. Jede Woche fahren inzwischen mehrere Güterzüge ins Gewerbegebiet Temnitzpark, verkündete Arne Krohn am Montagabend im Neuruppiner Hauptausschuss nicht ohne ein wenig Stolz. Und auch in Alt Ruppin entsteht gerade wieder ein kleiner Güterbahnhof.

Möglich macht den der Unternehmer Wolfgang Passon. Er hat am Rande seines Firmengeländes im Gewerbegebiet eine Ladestraße für Schüttgüter gebaut. Noch ist sie zwar nicht ganz fertig, trotzdem lässt sie sich schon benutzen. „Ein erster Ganzzug wurde schon entladen“, sagt Arne Krohn. Der Zug hatte Dünger für die Landwirte in der Region geladen, mehrere hundert Tonnen. „Der zweite Zug kommt am Freitag“, sagt Passon. Weitere Züge sind in Aussicht. Erde, Steine, Schotter – alles könnte in Alt Ruppin in die Waggons ein- oder ausgeladen werden. „Das ist zugegebenermaßen ein zartes Pflänzchen“, räumt Krohn ein. „Aber ich gehe davon aus, dass sich der Ort doch als recht beachtlicher Umschlagplatz für Schüttgüter etablieren könnte.“

Zweimal pro Woche fährt inzwischen ein Zug in den Temnitzpark

Im Temnitzpark sieht es sogar noch besser aus als in Alt Ruppin. Völlig überraschend hatte die Firma Regio-Infra Nordost im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass auch auf dem westlichen Ende der Strecke – dem 15 Kilometer langen Teilstück zwischen Neustadt und dem Temnitzpark – wieder Güterzüge rollen. Zweimal die Woche beliefert ein Zug mittlerweile im Temnitzpark das Unternehmen Bullinger mit Rohholz. Inzwischen nehmen die Wagen im Temnitzpark auch Rohholz auf und bringen es von dort zu Abnehmern in ganz Deutschland. „Wir haben immer mehr Umschlag“, sagt Geschäftsführer Tino Hahn. „Es kommt ein Waggon zum nächsten.“

Ginge es nach Hahn, entwickelt sich der an das Gleis angeschlossene Gewerbepark zu einem Container-Umschlagplatz. Container aus der Region könnten im Temnitzpark auf die Schiene gesetzt und von dort in Richtung Norden nach Wittenberge oder zu den Seehäfen geschickt werden, so die Idee. „Wir stellen gerade Berechnungen an“, sagt Hahn. Noch allerdings hätten die Gespräche kein Ergebnis.

Von Reyk Grunow

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