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Die Rückkehr der Pferde nach Karwe

Neue Ausstellung eröffnet Die Rückkehr der Pferde nach Karwe

Zur Eröffnung einer Ausstellung kamen am Freitagabend etwa 100 Kunstinteressierte nach Karwe. Im frisch sanierten Stall sind Pferdebilder alter und neuer Meister zu sehen. Die Kunstwerke sind Leihgaben, die sich im Privatbesitz befinden.

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Die tierische Kunstausstellung im ehemaligen Karwer Pferdestall regt zu Gesprächen unter den Vernissage-Besuchern an.

Quelle: Cornelia Felsch

Karwe. Das Knesebecksche Anwesen in Karwe wurde schon in früheren Zeiten für das Volk geöffnet. Die Dorfkinder spielten im Park und durften sich an der Badestelle des Gutes vergnügen.

Carl Friedrich von dem Knesebeck, 1768 geboren zu Karwe, liegt seit 1848 auf dem alten Garnisonsfriedhof in Berlin. Die Knesebeckstraße in Berlin wurde nach ihm benannt. Das prunkvolle Gut im Zentrum von Karwe existiert nicht mehr, nur die Wirtschaftsgebäude blieben erhalten. Doch noch immer herrscht Leben auf dem Gutshof – vom Ufer des Ruppiner Sees dringt Kindergeschrei herüber.

Rund 100 Besucher bevölkern am Freitagabend das Gelände vor dem alten Pferdestall; das alte Gemäuer hat sich verwandelt. Keine Pferdeäpfel, kein Stroh, keine Schwalben und kein Gewieher gibt es dort mehr, dennoch sind die Pferde zurückgekehrt, als Skulpturen, Radierungen und Aquarelle ziehen sie nun kunstbeflissenes Publikum in den frisch sanierten Stall, der sich in den vergangenen Monaten sehr verändert hat. Alte Möbel und Kunstwerke vergangener Epochen zieren nun den Raum, die alten Balken, das Fischgrätmuster der Fußbodenziegel und die weiß gestrichenen Tür- und Fensterrahmen lassen jedoch die historischen Zeiten wieder aufleben. Neues ist hinzu gekommen – moderne Kunst wird mit Hilfe von dezenten LED-Leuchten in das rechte Licht gerückt.

Der Pferdestall war der letzte Abschnitt der Restaurierung

Der Hausherr Krafft Freiherr von dem Knesebeck eröffnete am Freitag die Ausstellung „Tierisches in der bildenden Kunst“. Er ließ die vergangenen Jahre noch einmal Revue passieren: „Vor 20 Jahren haben wir angefangen, die erhaltenen Gebäude zu sanieren, der Pferdestall ist nun der letzte Teil. Es ist das Finale, wenn ich nicht noch das Schloss aufbauen wollte. Aber dazu fehlt mir die Zeit.“

Vor den weißen Wänden stehen die Ausstellungsbesucher, fein gekleidet, mit ihrem Glas Wein, dort wo früher die Ackergäule standen. „Unser Ziel war es, das Alte wieder sichtbar werden zu lassen“ sagt der Herr des Hauses. „Allerdings haben wir die Balken mit einer Lasur überzogen und die Wände sind nicht mit Kalk, sondern mit Farbe geweißt.“ Vermutlich würden die 100 Ackergäule, die dort einst standen, die Veränderungen gar nicht merken.
Und während das Berliner Kupferstichkabinett derzeit auf den Hund gekommen ist, steht in der Karwer Sommerausstellung das Pferd im Mittelpunkt des künstlerischen Geschehens.

Mit der Anatomie des Pferdes beschäftigt

Bei der dritten Kunstausstellung – nunmehr im restaurierten ehemaligen Pferdestall – sind Tiermotive alter und neuer Meister zusehen. „Jeder seriöse Künstler muss sich irgendwann in seinem Leben mit der Anatomie des Pferdes beschäftigt haben“, sagte Ausstellungskurator Günter Rieger zur Vernissage. Ob bei Johann Gottfried Schadow, Edgar Degas, Daniel Chodowiecki oder Jean Baptiste Oudry, Hofmaler des französischen Königs Ludwig XV. – über 30 Kunstwerke beweisen in der Ausstellung, wie eng das menschliche Leben in allen Zeiten mit Pferden und Hunden verknüpft war. Gezeichnet, lithographiert, aquarelliert, in Holz geschnitzt oder in Bronze gegossen, sind sie als elegante, liegende, stehende und kämpfende Begleiter des Menschen dargestellt.

Mit sparsamen Kohlestrichen erfasst der Berliner Grafiker Peter Schulz Leonhardt den liegenden Kater und das galoppierende Pferd. Scherenschnittartig bewegen sich die fantasievoll mit Aquarellfarben gemalten Pferde von Cornelia Schleime über das Papier. Die Malerin gehört zu den profiliertesten deutschen zeitgenössischen Künstlerinnen und hat in ihrem früheren Leben auch einmal als Pferdepflegerin gearbeitet.

Die Ausstellung „Tierisches in der bildenden Kunst“ ist am Wochenende, 25./26. Juli, sowie am 1. und 2. August jeweils von 13 bis 17 Uhr im Pferdestall des Knesebeckschen Gutes in Karwe zu sehen. Die Kunstwerke sind Leihgaben, die sich im Privatbesitz befinden.

Von Cornelia Felsch

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