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Ostprignitz-Ruppin Schädling setzte dem Holz im Rathaus kräftig zu
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schädling setzte dem Holz im Rathaus kräftig zu
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16:33 11.03.2018
„Trotzkopf“ (Anobium pertinax) nennt die Wissenschaft den Käfer, dessen Larven sich durch das Holz fressen. Die Folgen hielt Melanie Füllgraf am Dienstagabend den Wusterhausener Gemeindevertretern vor Augen. Quelle: Wolfgang Hörmann
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Wusterhausen

Die Sanierung des Rathauses in Wusterhausen wird länger dauern als geplant. Melanie Füllgraf, Fachkoordinatorin Planung, Entwicklung und Bau in der Verwaltung, rechnet mit wenigstens einem halben Jahr Verzug, was bedeuten würde: Fertigstellung nicht vor 2020. Und deutlich teurer wird das Ganze auch, wahrscheinlich im sechsstelligen Bereich. Genauer ließe sich das jetzt noch nicht sagen, hieß am Dienstagabend in der Sitzung der Gemeindevertreter.

So sehen die Anlaschungen aus, die untaugliche Balkenköpfe ersetzen müssen. Quelle: Gemeinde Wusterhausen

Melanie Füllgraf hatte zur Anschauung das Stück einer sogenannten Mauerlatte, auf der die Dachbalken ruhen, mitgebracht. „So sehen große Teile des Holzes aus, das die Handwerker vorfinden“, erklärte die Fachfrau mit Verweis auf völlig morsches, von feinen Gängen durchzogenes und damit zerstörtes Holz . „Da ist der Wurm drin. Wissenschaftler sprechen von ‚Trotzköpfen’.“ Was für die Mauerlatten zutrifft, gilt auch für die große Mehrzahl der Balkenköpfe. Für deren Sanierung sind Anlaschungen unvermeidlich. Das kostet Zeit und zusätzliches Material.

Viel Beton für den Tresorraum vergossen

Melanie Füllgraf zeigte Fotos vom Innern des Hauses, das 1856 als reiner Verwaltungsbau eingeweiht wurde. Die Bilder dokumentierten vom Putz befreite Wände, aufgenommene Fußböden, entfernte Zimmerdecken. Anschaulich ließen die Fotos erahnen, wie schwierig es ist, Voraussetzungen für den Einbau des Aufzuges zu schaffen. „Die Technik kommt an jenen Platz, der früher den Tresorraum der ehemaligen Sparkasse aufnahm, die auch im Rathaus beheimatet war. Aus Sicherheitsgründen wurde hier besonders viel Beton samt einer ungewöhnlichen Form von Bewehrungen verbaut, die nun zu entfernen sind“, so Füllgraf.

Bei früheren Umbauarbeiten sind tragende Wände entfernt worden

Nach dem Entkernen des Gebäudes kam auch ans Licht, dass bei früheren Arbeiten tragenden Wände entfernt worden sind, was der Statik nicht dienlich war und nun Probleme bereitet, wie zahlreiche Stahlstützen auf den Fotos belegen. „Mehraufwand entsteht auch dadurch, dass der gesamte Außenputz entfernt und ersetzt werden muss.“

Wegen der umfangreichen Sanierungsarbeiten ist die Gemeindeverwaltung im Juli des vergangenen Jahres in ein ehemaliges Schulgebäude an der Schulstraße umgezogen. Anfang August nahmen die Mitarbeiter dann dort ihre Arbeit auf.

Von Wolfgang Hörmann

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