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Die Seele von Giesenhorst trägt Uniform

Feuerwehr hält das Dorfleben am Laufen Die Seele von Giesenhorst trägt Uniform

Ein Viertel aller Giesenhorster und Siegrothsbrucher Einwohner sind bei der Feuerwehr – ob als Aktive, Ehrenmitglieder oder Jugendliche. Einsätze gab es in diesem Jahr noch keine. Aber auch abseits der dienstlichen Verpflichtungen hat die Truppe alle Hände voll zu tun.

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Ortswehrführer Nico Hoffmann und seine Kameraden spielen in Giesenhorst definitiv eine Hauptrolle.

Quelle: Alexander Beckmann

Giesenhorst. Wenn man mal etwas aus Giesenhorst hört, dann hat es meistens etwas mit der freiwilligen Feuerwehr zu tun: vordere Platzierungen bei den Amtsfeuerwehrausscheiden, erfolgreiche Auftritte der Jugendfeuerwehr.

Eine eigene Nachwuchstruppe hat die Giesenhorster Feuerwehr inzwischen zwar nicht mehr, doch davon abgesehen bildet sie immer noch das Zentrum des Dorflebens in der weit verstreuten Siedlung mitten im Luch vier Kilometer hinter Dreetz.

Von den 111 Einwohnern in Giesenhorst und im bereits in den 50er Jahren eingemeindeten Siegrothsbruch sind 15 aktive Mitglieder der Feuerwehr. Elf weitere bilden die Alters- und Ehrenabteilung. Zwei Jugendliche arbeiten in der gemeinsamen Jugendfeuerwehrgruppe mit Dreetz zusammen. Damit ist ziemlich genau ein Viertel aller Einwohner in der Feuerwehr. So ein Prozentsatz findet sich nicht alle Tage.

Klein, aber fein

Klein, aber fein: Die Feuerwehrleute sind mit ihrem Gerätehaus zufrieden.

Quelle: Alexander Beckmann

Dabei gab es in diesem Jahr noch nicht einen einzigen offiziellen Einsatz. „Damit bin ich sehr zufrieden“, erklärt Ortswehrführer Nico Hoffmann (40). Gemeindevertreterin Kerstin Fabisch ergänzt: „Das soll auch so bleiben.“ Und fügt hinzu: „Aber üben dürfen sie.“

Das machen die Giesenhorster Feuerwehrleute einmal im Monat – in der Regel sonntags. „Die meisten können nur am Wochenende. Ich möchte ja, dass alle dabei sind“, sagt Nico Hoffmann. Die Einwohner des Dorfes stellen dann für die Ausbildung bereitwillig ihre Höfe zur Verfügung. Die Feuerwehrleute können den Ernstfall am realen Objekt proben.

In der Nähe steht das Gemeindehaus

Beinahe noch breiteren Raum nehmen aber ganz andere Aktivitäten ein. Das alte Feuerwehrhaus, das dem kleinen Einsatzfahrzeug und einem Umkleideraum Platz bietet, haben die Feuerwehrleute vor zwei Jahren maßgeblich mit eigenen Händen saniert. Sanitäranlagen oder einen Versammlungsraum gibt es zwar nicht, doch dafür sind es nur ein paar Schritte bis zum Gemeindehaus, das all dies bereithält. „Wir sind zufrieden mit unserem Gerätehaus“, sagt Nico Hoffmann.

Viele Aktivitäten der Kameraden finden sowieso außerhalb statt. Das beginnt beim Weihnachtsbaumverbrennen kurz nach dem Jahreswechsel, setzt sich über das Osterfeuer fort zum Feuerwehrball und endet mit dem regelmäßigen Herbstfeuer. „Das organisiert alles die Feuerwehr“, berichtet der Ortswehrführer zufrieden. „Damit man sich mal sieht im Dorf. Was anderes gibt es ja nicht.“

Fahrt nach Fürstenberg oder Rheinsberg

Die Aktiven investieren eine Menge Zeit und Arbeit in solche gemeinschaftlichen Angebote. Da tut ein bisschen Ausgleich Not. Auch dafür haben die Giesenhorster ihre ganz eigene Einrichtung. Ende Juli wollen sie wieder zur „Frauenversöhnungsfahrt“ aufbrechen. Dann geht es mit den Partnerinnen auf eine Busreise. „Das machen wir jedes Jahr“, berichtet Nico Hoffmann. „Wir suchen uns da immer was Schönes raus.“ Voriges Jahr standen Berlin und der Fernsehturm auf dem Programm. „Diesmal geht’s nach Fürstenberg und Rheinsberg.“

Voraussichtlich im Herbst stehen dann wieder Arbeitseinsätze an: Die Feuerwehrleute wollen die Fassade des Gemeindehauses streichen. Gemeindevertreterin Kerstin Fabisch hat in Dreetz etwas Gemeindegeld lockergemacht. „Wir gucken mal, wie viel Farbe wir dafür bekommen.“ Für Nico Hoffmann und seine Kameraden ist der Einsatz eine Selbstverständlichkeit – und nicht nur, weil sie das Haus regelmäßig mitnutzen. Ob Familienfeier oder öffentliche Veranstaltung – einen anderen Ort gibt es im Dorf dafür nicht. „Das ist das Gebäude, wo das meiste hier passiert“, sagt Nico Hoffmann. Auch Kerstin Fabisch hält das Haus für unverzichtbar: „Wir wollen sehen, dass das alles so billig wie möglich bleibt, damit wir das in den Händen behalten.“ Ein paar Dinge müssen noch geklärt werden: Beispielsweise, wo man möglichst umsonst ein Gerüst herbekommt. Fest steht aber auch in diesem Fall längst: Ohne die Feuerwehrleute würde in Giesenhorst nicht mehr viel laufen.

Von Alexander Beckmann

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