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Die Sorge um das Wohl der Tiere wächst

Ostprignitz-Ruppin Die Sorge um das Wohl der Tiere wächst

Bis Ende September gingen bei der Kreisverwaltung in Neuruppin bereits 91 Anzeigen wegen Tierschutzvergehen ein. Das sind gut 20 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2015. Der Kreis führt die Erhöhung auf die wachsende Sorge um das Wohl der Tiere zurück. Jedoch gibt es auch immer wieder Anzeigen nach Streitereien unter Nachbarn.

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Auch Katzen werden nicht immer so liebevoll versorgt, wie in diesem Fall.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Zahl der Anzeigen wegen Tierschutzvergehen in Ostprignitz-Ruppin steigt. Während der Landkreis 2015 lediglich 75 Anzeigen registrierte, von denen sich zudem 36 als unberechtigt herausstellten und drei nicht auswertbar waren, gab es bis Ende September bereits 91 Tierschutzanzeigen. Davon waren 61 berechtigt, 24 unbegründet und sechs konnten noch nicht ausgewertet werden, sagte am Mittwoch Sven Frömer.

Der Sachgebietsleiter für Tiergesundheit und Tierschutz glaubt, dass es mehrere Gründe für den deutlichen Anstieg der Anzeigen gibt. „Der Tierschutz steht viel häufiger im Blickpunkt der Öffentlichkeit als früher.“ Zurückzuführen ist die gestiegene Sorge vermutlich auf die Vielzahl von Fällen, bei denen gegen das Wohl der Tiere verstoßen wurde – und über die auch berichtet wurde, sei es, weil Hund, Katze und Pferd nicht ausreichend vom Halter versorgt oder sogar misshandelt wurden.

Anzeigen nach Streit mit dem Nachbarn

Hinzu kommt, dass häufig auch Streitereien unter Nachbarn zu Anzeigen wegen Verstößen gegen den Tierschutz führen. „Es ist sehr zu begrüßen, wenn couragierte Mitbürger aufmerksam sind und fragliche Situationen oder Zustände an die Behörden weiterleiten“, sagte Frömer. Doch längst nicht alle Anzeigen sind berechtigt. Das trifft häufig auf anonyme Anzeige zu. Aber was an den Vorwürfen dran ist, das können die Mitarbeiter des Kreises meist erst bei einem Vor-Ort-Besuch feststellen. Um den Aufwand so gering wie möglich zu halten und bei Missständen dennoch schnell helfen zu können, werden bei telefonischen Anzeigen nicht allein Fragen zu dem betroffenen Tier gestellt und ob es Beweise für die Verstöße gibt, sondern ebenfalls, wann der Tierhalter für gewöhnlich erreichbar ist. Je nach Brisanz des Falls wird dieser dann recht schnell von zwei Mitarbeitern des Veterinäramtes besucht, beispielsweise wenn Tiere völlig verdurstet aussehen.

Nicht auszuschließen ist, dass der Anstieg der Anzeigen ebenfalls etwas mit der langen Trockenperiode im dritten Quartal dieses Jahres zu tun hat. Denn allein von Juli bis Ende September gab es mehr als 35 Anzeigen, im Vorjahresquartal waren es lediglich 20. Eine ähnlich deutliche Zunahme der Anzeigen regis­trierte die Behörde allerdings ebenfalls in den ersten drei Monaten des Jahres.

Anlasslose Kontrollen bei Wiederholungstätern

Die meisten Tierhalter, die Besuch vom Veterinäramt erhalten, zeigen sich laut Frömer einsichtig. „Sie sind bemüht, die Anordnungen fristgemäß umzusetzen.“ Beispielsweise, wenn es darum geht, eine automatische Tränke auf einer Koppel zu reparieren. Allerdings gibt es auch Wiederholungstäter. Bei diesen führt das Amt immer wieder sogenannte anlasslose Kontrollen durch.

Richtig schwere Verstöße gegen den Tierschutz wurden in Ostprignitz-Ruppin in diesem Jahr bislang nicht angezeigt. Zuletzt hatte der Fall eines im Neuruppiner Ortsteil Wuthenow totgeprügelten Hundes viele Gemüter erregt. Ein benachbarter Rentner war deshalb vom Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Für überregionale Schlagzeilen hatte zudem die Beschlagnahme von 164 verwahrlosten Pferden auf einem Hof in Linow bei Rheinsberg vor drei Jahren gesorgt. Dieser Fall beschäftigt weiterhin die Gerichte: Die Halterin bestreitet, dass die Tiere vernachlässigt wurden und weigert sich, die Kosten, die der Kreis für die Beschlagnahme der Pferde, deren Untersuchung und Pflege ausgegeben hat, zu begleichen. Dabei geht es um fast 164 000 Euro (die MAZ berichtete).

Von Andreas Vogel

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