Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Die Spannung steigt – auf 20 000 Volt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Spannung steigt – auf 20 000 Volt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:42 21.03.2017
Im ersten Schritt war das Umspannwerk in Kyritz von 15 000 auf 20 000 Volt ertüchtigt worden. Quelle: Matthias Anke
Anzeige
Kyritz

Kurioses trug sich zu am Montagnachmittag im Wusterhausener Dorf Bantikow. Im dortigen Hotel am Untersee bekamen die Gäste ausnahmsweise keine warmen Speisen aus der Küche – sondern von einem kurzerhand aufgebauten Grill. Mit Essen also, das auf keiner Speisekarte stand, wussten sich Hotelier Marcel Hankel und zwei seiner Köche zu helfen. Denn dass der Strom zwischen 12 und 14 Uhr abgeschaltet wurde, war klar, nicht aber, dass es erneute Unterbrechungen kurz darauf und bis zum Abend geben sollte. Damit war der Ausnahmezustand vorab also nur zur Hälfte angesagt: Netzbetreiber Edis schaltet seit Montag voriger Woche und auch noch in diesen Tagen in der gesamten Region rund um Kyritz und in der Knatterstadt selbst abschnittsweise den Saft ab, um die Netzspannung zu erhöhen.

Edis informierte vorab mittels öffentlicher Bekanntmachungen

„Die Übertragungskapazität und Versorgungssicherheit werden verbessert. Es geht aber immer auch um die weitere Aufnahme regenerativer Energien“, hatte Edis-Sprecher Danilo Fox vorab erklärt, weshalb von 15 000 auf 20 000 Volt erhöht wird. Die jeweiligen Trafostationen und Leitungen wurden schon seit langem dafür ertüchtigt.

Gewerbetreibende und größere Firmen informierte die Edis mitunter persönlich über die Abschaltungen. Privathaushalte sollten die Bekanntmachungen auch in dieser Zeitung zur Kenntnis nehmen.

„Verwirrung“ gab es wegen einer kleineren Unterbrechung außerhalb der angesagten Uhrzeit am Montag auch bei der Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft (ORP). „Wir sind hier am Standort Kyritz ja der Hauptbetrieb und damit waren also auch die Kollegen in Wittstock und Neuruppin betroffen“, erklärt Geschäftsführer Ulrich Steffen mit Blick auf das Computernetzwerk. Der Server wurde vorsorglich schon am Sonntag heruntergefahren. Folge: Das Auskunftswesen funktionierte nicht. „Wir sehen ohne die Technik ja nicht, welcher Bus sich gerade wo befindet“, sagt Steffen. Wer also wissen wollte, wo ein Bus abgeblieben ist oder ob sein Kind womöglich falsch ausstieg oder weiterfuhr, hätte sich in Geduld üben müssen. Dennoch lief der Linienbetrieb normal. Und im Notfall seien alle Busfahrer ja immer auch über Mobilfunk zu erreichen.

Überraschender traf ein Stromausfall das Busunternehmen indes vorige Woche: Bei einem Einbruchsversuch in einem Discounter gegenüber dem Betriebsgelände wurde laut Steffen ein Verteilerkasten offensichtlich von den Tätern zerstört.

Aufgrund der ansonsten lange zuvor angekündigten Abschaltungen war man auch in anderen Einrichtungen auf alles vorbereitet. Manche Behörden oder Einkaufsmärkte legten und legen schlicht eine Pause ein. So in Kyritz etwa am Montag das Finanzamt, das für ganz Nordwestbrandenburg zuständig ist, und vorige Woche das Rathaus. Bei der Polizei und im KMG-Klinikum griff die Notstromversorgung, und in der Stärkefabrik ließ sich der Produktionsplan noch abändern.

Viele Trinkwasserwerke in der Region sind ebenso betroffen

Sind von Tag zu Tag immer andere Gebiete an der Reihe, ist eine Institution dabei immer wieder mal betroffen: der Wasser- und Abwasserverband „Dosse“. Er verantwortet die Funktion der fast ein Dutzend Trinkwasserwerke im Verbandsgebiet und überwacht auch die Abwasserpumpstationen. „Die Wasserversorgung war und ist trotz der Stromabschaltungen sichergestellt“, sagt Verbandsvorsteher Joachim Stoltz. Er verweist auf den Notstrom im Kyritzer Werk und ein mobiles Aggregat, das reihum zum Einsatz kommt. „Weil wir aber nur eines haben, wird es bei zwei parallelen Stromabschaltungen problematisch“, erklärt Stoltz. Diesen Fall, der wegen der zuvor angekündigten Arbeiten aber absehbar war, gab es vorige Woche in Tramnitz und Trieplatz. „Da wir in Tramnitz ohnehin etwas erneuern mussten, hätte das Wasser auch an einem anderen Tag so oder so abgestellt werden müssen.“ Und: „Was die Abwasserpumpstationen betrifft, da ist es unproblematisch, wenn sie mal eine halbe Stunde nicht laufen können.“

Für diesen Mittwochvormittag ist nun im Zeitraum von 8 bis 10 Uhr die Abschaltung in einem Teil von Kyritz östlich der B 5 vorgesehen und zwischen 12 und 14 Uhr in Dörfern rund um Neustadt. Am Donnerstag geht es dort weiter. Anschließend und bis Montag ist das Gumtower Gemeindegebiet an der Reihe.

Wie es ist, wenn die Heizung minütlich kälter wird und man mitbekommt, wie abhängig heutzutage jeder von Strom ist, das wissen längst auch noch andere ganz gut: die Wittstocker und Heiligengraber samt zugehöriger Dörfer. Dort wurde voriges Jahr auf 20 000 Volt umgestellt. Und auch dort wurden ähnlich wie in Kyritz vorab das Umspannwerk in Wittstock grundlegend erneuert und schon seit 2012 etwa 215 Trafostationen überprüft und 43 davon ausgetauscht sowie 70 Kilometer Kabel neu verlegt.

Wann und in welcher Region der Prignitz oder in Ostprignitz-Ruppin es mit einer derart umfangreichen Netzmodernisierung weitergeht, vermochte bei der Edis dieser Tage noch keiner zu sagen. Wichtiger sind dafür aktuelle Infos. Etwa jene, die am Dienstag mittels Handzettel die Bantikower ereilten. Ihr Strom wird laut Edis am Mittwoch zwischen 8 und 11 Uhr erneut ausfallen. Also: Vorher Kaffeekochen nicht vergessen!

Von Matthias Anke

Vermutlich Anfang 2018 zieht die Rheinsberger Verwaltung ins neue Rathaus. Jetzt will die Stadt in einem Wettbewerb erkunden, welche Ideen es für die dann leerstehenden Gebäude gibt. Ob die insgesamt drei Verwaltungshäuser verkauft werden oder nicht, das steht noch nicht fest.

24.03.2017

In Zechlinerhütte werden Hauseigentümer jetzt handeln müssen: Die Stadt will sie dazu bewegen, das von ihren Dächern auf die Straße abfließende Regenwasser auf die eigenen Grundstücke umzuleiten. Außerdem will Rheinsberg bald anfangen, defekte Entwässerungsanlagen im großen Umfang zu reparieren. Das Rathaus erstellt nun dafür eine Prioritätenliste.

21.03.2017

Malerin Hildegard Frede hat dem Rheinsberger Literaturmuseum 25 ihrer Bilder geschenkt. Bevor sie zum Kunsthandwerkermarkt im April zugunsten der Institution versteigert werden, sind die Ölgemälde in der Remise zu sehen.

21.03.2017
Anzeige