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Die Sparkasse erhöht die Gebühren

Ostprignitz-Ruppin Die Sparkasse erhöht die Gebühren

Ab Mai müssen Kunden der Sparkasse in Ostprignitz-Ruppin etwas tiefer für ihr Girokonto in die Tasche fassen. Die monatlich fällige Gebühr erhöht sich um einen Euro. Die Bank begründet das mit der anhaltenden Niedrigzinsphase. Dennoch soll keine der Filialen im Landkreis geschlossen werden.

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Markus Rück, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Es geht nicht mehr, die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin kann die Gebühren für die Girokonten nicht mehr so niedrig halten wie bisher. Die Preise werden deshalb ab Mai steigen, die für das Privatgirokonto um einen Euro je Monat auf dann 5,90 Euro, die für Geschäfts­girokonten sogar um 2  Euro, sagte am Dienstag Markus Rück, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse. Zeitgleich mit der Gebührenerhöhung soll ein Sinken der Zinsgebühren einhergehen. So will die Sparkasse künftig für den Dispo lediglich noch 6,65 Prozent in Rechnung stellen statt derzeit 9,95 Prozent. Außerdem biete das Girokonto die Möglichkeit, ein elektronisches Postfach zu nutzen, um darin seine Kontoauszüge und andere Post von der Sparkasse so lange wie gewünscht aufzubewahren, ohne in der eigenen Wohnung dafür Platz zu benötigen, so Rück.

Sparkasse will Strafzins für Kunden vermeiden

Der Sparkassenchef begründete die Erhöhung der Gebühren für die Girokonten mit der anhaltenden, weltweiten Niedrigzinsphase. Diese mache es den Banken ungeheuer schwer, Geld zu erwirtschaften. Einige Banken verlangen deshalb sogar schon eine Art von Strafzins von den Kunden, die zu viel Geld bei ihnen aufbewahren. So etwas will die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin unbedingt vermeiden – wenngleich Rück einräumte, dass die Bank auch bereits zu diesem Schritt gegriffen habe. Jedoch handele es sich lediglich um zwei Fälle, bei denen „individuelle Verträge“ mit zuvor einzeln ausgehandelten Konditionen abgeschlossen worden seien.

Bank will keine Filiale schließen

Trotz der derzeit schwierigen Ertragslage will die Sparkasse ihr derzeitiges Filialnetz erhalten. „Wir bleiben in der Fläche präsent“, betonte Markus Rück. Deshalb würden auch die Filialen in Flecken Zechlin, Breddin und Freyenstein nicht geschlossen, obwohl sich diese genau genommen eigentlich nicht für die Sparkasse rechnen. Das ist bereits seit Längerem bekannt. Um die allgemeinen Kosten zu senken und sich zugleich für die Zukunft zu wappnen, will die Sparkasse ein sogenanntes Kundenservicecenter etablieren. Dieses soll wochentags von 8 bis 20 Uhr erreichbar sein, auch für Telefongespräche, die per Video übertragen werden, so der Bankchef. „Diese Neuerungen sind ein Kraftakt für uns, da wir viele sicherheitsrelevante Fragen berücksichtigen müssen“, sagte Rück.

Der Jahresüberschuss sank um fast 20 Prozent

Das vergangene Geschäftsjahr hat die Sparkasse mit einer leicht niedrigeren Bilanzsumme als 2015 abgeschlossen. Im Vergleich zu 2015 sank die Summe um gut vier Prozent oder 46,47 Millionen Euro auf 1,1 Millarden Euro. Das wirkte sich ebenfalls auf den Jahresüberschuss aus. Dieser sank von 950 000 Euro im Jahr 2015 auf 786 000 Euro. Das ist ein Minus von immerhin knapp 20 Prozent. Während die Gewerbesteuerzahlungen mit 1,8 Millionen Euro unverändert blieben, sank die sogenannte Körperschaftssteuer, die an die Ämter, Städte und Gemeinden sowie den Landkreis geht, um 100 000 Euro auf 2,6 Millionen Euro. „Wir sind sehr, sehr solide aufgestellt“, betonte der Sparkassenchef.

Diesem Fazit stimmte auch Ralf Reinhardt zu. Der Landrat ist zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse. Reinhardt verwies auf das Engagement der Bank für die Region. Gibt doch die Sparkasse nicht allein Geld für die Wirtschaftsförderung, sondern spendet darüber hinaus ebenfalls für kulturelle, soziale, sportliche und bildungspolitische Projekte. Selbstverständlich ist das nicht. Denn die Bank könnte den Gewinn auch an den Landkreis ausschütten. Dieser Betrag müsste dann allerdings versteuert werden. „Damit würde der Region Jahr für Jahr ein sechsstelliger Betrag verloren gehen“, sagte Landrat Reinhardt.

Fast 1,3 Millionen Euro verteilt

Im vergangenen Jahr hat die Sparkasse Zuschüsse in Höhe von knapp 1,3 Millionen Euro verteilt. An dieser Praxis soll festgehalten werden. „Wir wollen mit Hilfe der Sparkasse auch Veranstaltungen für die Laga 2019 in Wittstock und für das Fontanejahr 2019 unterstützen“, so Reinhardt. Hinzu kommt, dass die Sparkasse nicht allein ihre eigene Stiftung betreibt und damit beispielsweise inzwischen mehr als 30 Studenten der Medizinischen Hochschule „Theodor Fontane“ finanziell unter die Arme gegriffen hat, sondern ebenfalls die Stiftung für den Landkreis unterstützt. Damit konnten im vergangenen Jahr 130 000 Euro für Projekte ausgeschüttet werden. Dazu gehörten Zuschüsse für die Fahrt- und Organisationskosten der Wettbewerbe von „Jugend trainiert für Olympia“, für die Online-Bibliothek, den Literarischen Bilderbogen und das Jetcar-Projekt am Oberstufenzentrum.

Gut 245 Millionen Euro wurden 2016 an Geldautomaten ausgezahlt

Die meisten Besucher hatte im vergangenen Jahr die Online-Filiale der Sparkasse. Dort wurden 2,8 Millionen Gäste gezählt, das ist ein Anstieg von 33 Prozent.

An Geldautomaten der Sparkasse OPR wurden im vergangenen Jahr bei 1,4 Millionen Vorgängen mehr als 245 Millionen Euro abgehoben. Es wurden aber auch Millionen eingezahlt – nämlich mehr als 67 Millionen Euro.

Die Mitarbeiterzahl ist innerhalb eines Jahres um elf auf 256 gesunken. 104 Beschäftigte arbeiten dabei in Teilzeit, das sind fast 39 Prozent der Mitarbeiter. Die Sparkasse hat außerdem 19 Auszubildende.

Gestiegen ist im vergangenen Jahr die Zahl der privaten Girokonten, und zwar von 54 560 auf mehr als 55 000. Der Marktanteil der Sparkassenkonten liegt im Kreis Ostprignitz-Ruppin bei 55,6 Prozent.

Von Andreas Vogel

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