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Die Straße bleibt bis nächstes Jahr gesperrt

Amt Lindow Die Straße bleibt bis nächstes Jahr gesperrt

Mit mehr als 100 Stundenkilomentern zog vor gut vier Wochen Sturm Herwart durch das Ruppiner Land. Während inzwischen fast alle zerstörten Telefonkabel zumindest notdürftig geflickt sein dürften, sind einige untergeordneten Straße immer noch gesperrt, wie die zwischen Schönberg und Vielitz im Amt Lindow. Befahrbar wird sie wohl erst wieder im neuen Jahr.

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Seit Ende Oktober ist die Straße von Schönberg nach Vielitz bereits wegen der umgefallenen Bäume dicht.

Quelle: Peter Geisler

Schönberg. Auch gut vier Wochen nach dem Durchzug von Sturm Herwart ist die Straße von Schönberg nach Vielitz noch immer gesperrt. Auf der kürzesten Verbindung zwischen den beiden Orten im Amt Lindow versperren weiterhin große Pappeln den Weg, die Herwart samt Wurzeln aus dem Boden gerissen hat. „Wir benötigen schwere Forsttechnik. Ein paar Leute mit einer Kettensäge reichen nicht“, sagte am Montag Lindows Amtsdirektor Danilo Lieske (SPD).

„Fast überall liegen noch umgestürzte Bäume“

Das Amt hat sich zwar bereits an eine Forst- und eine Gartenbaufirma gewandt, die die Bäume von der Straße räumen sollen. „Wir waren mit zwei Firmen draußen“, so Lieske. Doch gab es lediglich zwei Absagen. „Die Kapazitäten reichen einfach nicht.“ Soll heißen: Die Firmen haben immer noch mit dem Beseitigen der Sturmschäden von Xavier und Herwert mächtig zu tun, so dass die Straße von Schönberg nach Vielitz wohl erst im nächsten Jahr frei geräumt wird. Lieske hat sogar Verständnis für die Absagen. „Fast überall liegen noch umgestürzte Bäume.“ Zudem ist Vielitz auch über Lindow und über Herzberg zu erreichen. Allerdings sind diese Wege etwas länger. Auch deshalb drängen Mandy Pöthke, die Ortsvorsteherin von Schönberg, und der Vielitzseer Bürgermeister Dieter Fischer darauf, dass die direkte Verbindung zwischen den beiden Orten „schnellstmöglich“ wieder befahrbar ist. „Das ist auch für den Rettungsdienst und die Feuerwehr wichtig“, sagte Pöthke.

Kritik an der Naturschutzbehörde

Einig sind sich die zwei mit Amtsdirektor Lieske auch in der Kritik am Landkreis. Zwar hatte das Amt in der Vergangenheit schon mehrfach versucht, dass die alten Pappeln an der Straße gefällt werden. Sogar einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern des Landkreises hatte es gegeben. Gefällt wurden vor gut vier Jahren auch mehr als 30 Bäume. Mehr hätte die Naturschutzbehörde des Kreises aber nicht erlaubt, so Fischer. Womöglich, weil sich seinerzeit auch eine eiligst gegründete Bürgerinitiative gegen das Fällen der Pappeln ausgesprochen hatte.

„Wir können nicht allein im Amt entscheiden, sondern müssen immer erst den Landkreis fragen und einen Antrag stellen“, kritisierte Fischer. Für ihn ist das unverständlich. „Wenn alte Bäume reif sind, dann müssen sie runter und neue gepflanzt werden“, sagte der Bürgermeister.

Neuruppin rechnet mit Kosten bis zu 200 000 Euro

Fischer hofft, dass die derzeitige Situation zu einem Umdenken bei der Naturschutzbehörde führt. „Wir müssen uns jetzt auch die anderen Bäume anschauen, ob sie brüchig sind.“ Der Bürgermeister sprach sich für einen „Radikalschnitt“ aus – damit nach den nächsten Stürmen die Straße nicht erneut wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden muss. Zwar versuchen derzeit einige Anwohner, die umgestürzten Bäume einfach auf dem Acker zu umfahren. Aber auch das ist nicht ganz ungefährlich. Der Acker ist sehr feucht – einige Autofahrer haben sich schon festgefahren, sagte Pöthke.

Indes hat die Fontanestadt Neuruppin die Sturmschäden auf den öffentlichen Straßen und Wegen zu etwa 95 Prozent beräumt, sagte Rathaussprecherin Michaela Ott. Die Kosten bezifferte sie schätzungsweise zwischen 170 000 und 200 000 Euro. Genauere Angaben sein erst möglich, wenn dem Rathaus alle Rechnungen vollständig vorlägen, so Ott.

Von Andreas Vogel

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