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Die Straße, die niemand kannte

Archäologische Sensation in Wittstock Die Straße, die niemand kannte

Die Filiale der Drogerie Rossmann in Wittstock wird derzeit erweitert. Die umfangreichen Baumaßnahmen werden archäologisch begleitet. Tatsächlich fanden die Fachleute etwas, das sie an dieser Stelle nicht vermutet hätten.

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Blick auf einen Teilbereich der Baustelle: Während hinten noch die Bauforscher arbeiten, sind vorn die Bauarbeiter im Einsatz.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Mitten in Wittstock ist eine Straße entdeckt worden, von der niemand etwas wusste, nicht einmal Fachleute. Denn auf Stadtplänen von 1716 war sie schon nicht mehr verzeichnet. Sie führte einst vom Marktplatz zur St.-Marien-Kirche. „Es war ein Kopfsteinpflaster. Darunter befanden sich Bohlen oder ein Reisigweg“, sagt Stefan Muhr vom Büro für Archäologie, Bauforschung und Denkmalpflege ABD Dressler aus Glienicke/Nordbahn. Inzwischen existiert die uralte Verbindung nicht mehr. Sie wurde beseitigt, aber dokumentiert.

Bauarbeiter im Bagger, Archäologe daneben _ hier wird Seite an Seite gearbeitet

Bauarbeiter im Bagger, Archäologe daneben _ hier wird Seite an Seite gearbeitet.

Quelle: Björn Wagener

Wahrscheinlich wäre das alte Pflaster für alle Zeit unbemerkt in der Erde unter der Bebauung geblieben, wenn nicht im Oktober ein großes Projekt im Herzen Wittstocks begonnen hätte. Die Filiale der Drogerie Rossmann am Marktplatz wird erheblich erweitert. Davon nimmt allerdings kaum jemand Notiz, weil sich das gesamte Geschehen auf der Hofseite im Bereich zwischen Marktplatz und St.-Marien-Kirche abspielt. Wer auf dem Marktplatz unterwegs ist, wird nichts Ungewöhnliches entdecken, obwohl die Baustelle nur wenige Meter entfernt ist. Und die hat es in sich, nicht nur wegen der alten Straße. Wenn Vorarbeiter Danilo Grünberg die Bauzeichnung ausbreitet und erklärt, wie sich alles genau verändern soll, dann wird schnell klar: Hier gibt es jede Menge Arbeit. Denn alte Mauern treffen auf ein neues Nutzungskonzept. Das heißt, es wird buchstäblich an allen Ecken entweder Altes weggerissen oder Neues gebaut. Die wohl aufwendigste Arbeit war dabei die Erneuerung des alten Feldsteinfundaments eines ehemaligen Speichers aus dem 19. Jahrhundert. Zum Teil riesige Feldsteine und sehr viel Erdreich mussten entfernt und bewegt werden. Nur Stück für Stück sei die Arbeit vorangegangen, sagt Danilo Grünberg. Denn das Gebäude musste immer wieder abgestützt werden, damit die Maurer ans Werk gehen konnten. „Was die früher mühselig reingebracht haben, holen wir jetzt mühselig wieder raus“, sagt er. Inzwischen steht der alte Speicher aber buchstäblich wieder auf neuen Füßen.

Die Archäologen waren erstaunt über diesen Fund

Die Archäologen waren erstaunt über diesen Fund: unten ist ganz deutlich die bislang unbekannte Straße zu erkennen.

Quelle: Repro: Björn Wagener

Sobald auf der Baustelle Erde bewegt wird, sind die Mitarbeiter der Bauforschung und Denkmalpflege zur Stelle. Sie arbeiten eng mit den Leuten der Baufirma RWS Schiewe aus Wittstock zusammen, stimmen sich ständig ab. Stefan Muhr untersucht mit der Schaufel das Erdreich, das ein Minibagger soeben abgetragen hat. Auf der Baustelle habe sich bisher vor allem als Unterbau verwendetes Holz angefunden. Auch Keramikteile seien öfter ans Tageslicht befördert worden, berichtet Stefan Muhr, der die Funde dokumentiert. Sie seien für Wittstock nicht ungewöhnlich. Dennoch habe das Ganze etwas Besonderes. Denn an dieser Stelle böte sich ein Einblick in eine relativ große unterirdische Fläche direkt am Marktplatz.

Schließlich geht es für die Rossmann-Filiale um eine Erweiterung. Nach dem Umbau werde die Verkaufsfläche von jetzt rund 390 auf etwa 700 Quadratmeter vergrößert, teilt Unternehmenssprecherin Beatrice Flohr auf MAZ-Nachfrage mit. Zudem werde sich die Verkaufsstelle im neuen Ladendesign präsentieren. Auch seien ein großzügiger Kassenbereich und kostenlose Parkplätze geplant. Zunächst werde die Rossmann-Filiale aber am 28. Januar nach Ladenschluss für umfangreiche Umbauarbeiten geschlossen. Deshalb werde es vom 16. bis zum 28. Januar einen Räumungsausverkauf geben. Die Wiedereröffnung sei dann für Ende April 2016 vorgesehen.

Von Björn Wagener

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