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Ostprignitz-Ruppin Die Stunde Null in Wittstock
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Stunde Null in Wittstock
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02:16 13.07.2015
Schüler der Werkstattschule und Lehrer der Polthier-Oberschule trafen sich jetzt zum letzten Mal in der Burgpassage. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Die Begründung macht sprachlos. „Wir haben in den letzten drei Jahren zu erfolgreich gearbeitet.“ Stattwerke-Geschäftsführerin Tatjana Fesenko ist sehr betroffen. Denn von insgesamt 36 Jugendlichen im präventiven Schulverweigererprojekt Werkstattschule in Wittstock schafften in den letzten drei Jahren 90 Prozent entweder den Schulabschluss oder erhielten eine Lehrstelle. Eigentlich zählt so etwas zu den Erfolgsbotschaften. Aber nach Aussage von Fesenko war diese Quote zu gut und der vorhandene Bedarf nach Ansicht des Bildungsministeriums in Potsdam nunmehr nicht mehr vorhanden. Und das ist auch der Grund, weshalb die Polthier-Oberschule das präventive Schulverweigerungsprojekt in der kommenden Förderperiode so nicht weiterführen kann.

Am Donnerstag Nachmittag eröffnete Tatjana Fesenko gemeinsam mit Eva-Maria Vanino, Schulleiterin der Wittstocker Polthier-Oberschule, eine Fotoausstellung in den Räumen der Werkstattschule in der Burgpassage. Dort befindet sich seit 2008 der Wittstocker Sitz der Stattwerke. Der Berliner Fotograf Reiner Elsen gestaltete mit dem aktuellen Jahrgang der Werkstattschule diese Aufnahmen und führte dazu Interviews. Dabei geben 20 Schülerinnen und Schüler aus den vergangenen drei Projektjahren Auskunft über ihren Werdegang und den überaus positiven Weg zurück in den Schulalltag oder hinein in das Berufsleben.

Der Berliner Fotograf Reiner Elsen gestaltete mit Schülern die letzte Ausstellung in der Wittstocker Burgpassage. Quelle: Christamaria Ruch

Doch für Fesenko und Vanino und alle Gäste hieß dies zugleich, Abschied von einem Vorzeigeprojekt zu nehmen. „Die Werkstattschule war eine gute Zwischenstation. Denn sie gab den betroffenen Schülern die Chance, wieder auf den normalen Weg zurück zu finden“, so die Geschäftsführerin. Kleingruppenunterricht, handlungsorientiertes Lernen in Werkstätten und gesonderte sozialpädagogische Betreuung gehörten dabei mit zum Schulalltag.

Das Aus ist ein herber Einschnitt für Wittstock

Eva-Maria Vanino fand deutliche Worte: „Der Bedarf für das Schulverweigererprojekt Werkstattschule war und ist vorhanden. Das Aus ist ein herber Einschnitt für Wittstock. Wir sind wieder am Punkt Null angekommen. Wir als Schule müssen in anderen Projekten um Aufnahme von einzelnen Schülern bitten.“ Und: „Wenn Schulverweigerer mit der Bahn zu Schulprojekten an weit entfernte Orte pendeln sollen, geht das schief.“ Doch nicht nur die Werkstattschule steht vor dem unmittelbaren Ende, auch die Produktionsschule Wiky zieht sich aus Wittstock zurück.

Der Verein Stattwerke kündigt alle Räume in der Burgpassage zum 30. September 2015. Quelle: Christamaria Ruch

Der Grund: Aufgrund des geringeren Bedarfs an Teilnehmerplätzen in der Jugendberufshilfe und den dadurch geringeren Betreuungsaufwand der 18 bis 25 Jahre alten Teilnehmer in diesem Projekt ist eine Zusammenlegung des Personals aus den beiden Produktionsschulstandorten Wittstock und Kyritz notwendig. Dabei finanziert sich der Verein Stattwerke von jeher nur mit Mitteln der Europäischen Union, Landes- und Bundesmitteln, Stiftungsgeldern sowie Eigenmitteln. „Kommunale Mittel haben wir für diese Projekte noch nie in Anspruch genommen.“ Deshalb ist es für den Träger effektiver, wenn die Produktionsschule am Standort Neuruppin zusammengeführt wird, so Tatjana Fesenko. Logische Konsequenz für den Verein: Die Mietverträge in der Burgpassage in Wittstock sind zum 30. September gekündigt. Die Burgpassage ist dann leer und steht vor einer ungewissen Zukunft.

Von Christamaria Ruch

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