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Die Touristen-Busse bleiben weg

Weniger Besucher wegen Flutkatastrophe Die Touristen-Busse bleiben weg

An der Schweden-Gedenk- und Assichtsplattform beginnt die Winterpause. Zeit für eine Bilanz: Die Besucherzahlen sind in diesem Sommer deutlich zurückgegangen. Grund ist die Flutkatastrophe im Juni.

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Wilfried Havemann (l.) und Peter Lehmann-Eschenhorn schließen das Tor zur Plattform.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Wittstock. Der Briefkasten ist abgebaut, zum Schluss haben Wilfried Havemann und Peter Lehmann-Eschenhorn gemeinsam das Eingangstor zugemacht und das Vorhängeschloss einschnappen lassen. Die Schweden-Gedenk- und Aussichtsplattform in Wittstock am Bohnekamp ist offiziell in der Winterpause. Wer auf gut Glück jetzt dorthin fährt, findet nur verschlossene Türen vor. Havemann, Lehmann-Eschenhorn und als Dritter im Bunde Sebastian Paul sind auf Geringverdienst-Basis bei der Stadt beschäftigt und zeigen Besuchern diese Erinnerungsstätte an eine der schlimmsten Schlachten bei Wittstock im Dreißigjährigen Krieg. In den Wintermonaten werden sie sich weiterbilden. Sie aktualisieren nun die Statistik für die Schwedenplattform in der Tourismussaison 2013 .

Bis gestern hat das Trio noch das letzte Inventar vom Platz abgeholt, um es vor Vandalismus in Sicherheit zu bringen. Bei solchem Treiben war auch schon der Briefkasten zerstört worden ‒ er wurde deshalb gleich mit abgebaut.

Zirka 1200Besucher waren in diesem Jahr auf der Schwedenplattform und haben von dort aus auf das symbolisch angedeutete Schlachtfeld geblickt, auf dem sich die Schweden und die Deutschen zu Tausenden getötet hatten. Das waren viel weniger Besucher als 2012, als der Reiz des Neuen wohl noch größer war ‒ am 24.September 2011 erst war der Schauort eröffnet worden.

Eine Ursache des Rückgangs sind die kurzfristigen Absagen von Busreiseveranstaltern aus den Gebieten in Deutschland, die von der Flutkatastrophe betroffen ‒ dort stand den Menschen zu jener Zeit nicht der Sinn nach einem Ausflug zur Schwedenplattform. Als weiteren Grund haben Besucher gegenüber den Betreuern bemängelt, es sei zu wenig los, sie wünschten sich Action auf der Schwedenplattform.

Doch da widerspricht Helga Berger von der Touristinformation Wittstock: "Die Stätte ist zu 90 Prozent Gedenkort an die Opfer der Schlacht bei Wittstock. Es wäre geschmacklos, an dem archäologischen Fundort eines Massengrabes aus dieser Schlacht jetzt groß was loszumachen", sagt sie. Bei ihr am Bleichwall können sich auch jetzt trotz der Winterschließzeit der Schwedenplattform Tagesgäste voranmelden. Dann wird einer der drei Betreuer mobilisiert und die Besucher über die touristische Anlage führen. Diese ist auch noch nicht fertig, sie wird in Etappen im nächsten Jahr weiter aufgewertet und erweitert.

Von Gerd-Peter Diederich

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