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Ostprignitz-Ruppin Die Urgesteine Hella und Reinhard Possin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Urgesteine Hella und Reinhard Possin
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00:17 14.07.2016
Hella und Reinhard Possin genießen das Beisammensein im Garten. Quelle: Christamaria Ruch
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Christdorf

Post, Konsum, Kita und Gaststätte – all diese Treffpunkte gehörten einst zum Bild von Christdorf. „Heute ist nichts mehr davon da“, sagen Hella und Reinhard Possin. Sie kennen noch alles aus dem eigenen Erleben, denn sie gehören mittlerweile zu den ältesten Einwohnern und sind zudem Urgesteine in Christdorf. Beide sind zeit ihres Lebens ihrem Geburtsort treu geblieben.

Schon früh setzen die Parallelen im Leben der 78-jährigen Hella und ihres 81 Jahre alten Mannes Reinhard Possin ein. Sie stammen beide aus landwirtschaftlich geprägten Familien. Beide Elternhäuser besaßen Kolonialwarenläden. „Meine Eltern hatten eine kleine Landwirtschaft“, sagt der Hausherr. „Wir hatten einen sehr großen Hof mit 35 Hektar Land“, sagt die Hausherrin. Auf ihrem elterlichen Hof „gab es fast jedes landwirtschaftliche Tier: Rinder, Schweine, Schafe, Enten, Gänse und Pferde.“ Und die Arbeit war sehr schwer, denn viel musste mit der Muskelkraft bewegt werden. Hella Possin wuchs mit vier Geschwistern auf. „Mein Vater ist im Zweiten Weltkrieg auf den Seelower Höhen getötet worden und ein Nachbar aus Christdorf musste das mit ansehen“, erinnert sie sich.

Hofkatze Greta bringt schönen Nachwuchs hervor. Quelle: Ruch

Reinhard Possin besuchte drei Jahre die Landwirtschaftsschule, absolvierte noch einen Meisterkurs und leitete 30 Jahre lang die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) „Morgenröte“ Christdorf und „Einheit“ Königsberg. Beide Betriebe fusionierten 1975. Ende der 1950er Jahre kreuzten sich die Wege von Hella und Reinhard Possin schicksalhaft, obwohl sie sich von klein auf kannten. „Bei Familie Lemke wurde Taufe gefeiert und Reinhard und ich waren als Paten ausgewählt“, erinnert Hella Possin. Nach der Tauffeier begleitete er sie nach Hause und von da an waren sie ein Paar. 1961 heirateten sie, gründeten eine Familie und bekamen zwei Kinder. Heute gehören fünf Enkel und ein Urenkel dazu. „Wir waren bei unserer Silberhochzeit 1986 das erste Paar aus Christdorf, das dieses Fest mit einem Gottesdienst in der Kirche feierte“, sagt sie. Bei der goldenen Hochzeit 2011 stiftete das Ehepaar der Kirche zwei dreiarmige Kerzenständer. Diese stehen im Altarraum.

Der Lieblingsplatz ist Natteheide

Reinhard Possin ging 60 Jahre lang als leidenschaftlicher Jäger auf die Pirsch. Mehr als 150 Trophäen hängen im Wohnzimmer der Familie und zeugen von diesen waidmännischen Streifzügen. Außerdem hielt er viele Jahre Tauben sowie 21 Jahre lang Damwild im Gatter. Davon sind Erinnerungen geblieben. Denn die 78-Jährige fotografiert seit vielen Jahren und hält somit alle Ereignisse in der Familie sowie Veränderungen auf dem Grundstück fest. Dann holt sie ein Album hervor und blättert die Seiten mit dem stattlichen Damwild auf.

Pfifferlinge oder Blaubeeren sammeln – das gehört Jahr für Jahr zu den Höhepunkten. Ausflüge in die nahe gelegene Natteheide machen das möglich. „Die Natteheide ist unser Lieblingsplatz.“ Außerdem zieht sie alle Stauden im Garten selber heran. Die Töpfe mit den Blaulilien sind eine Augenweide und der ganze Stolz. Ihre dreijährige Katze Greta sorgt für getigerten Nachwuchs. „Die jungen Katzen sind sehr beliebt und finden schnell Abnehmer in der Region“, sagt Hella Possin.

Tolle Feste haben Tradition

Der Nachwuchs erlebte dort eine behütete Zeit. Und die Dorfgaststätte? „Was haben wir bei Erna für Feste gefeiert, alle sind gern dort hingekommen“, gerät Possin ins Schwärmen. Erna Kelm war die Besitzerin der Gaststätte; Silvester 2000 wurde dort die letzte Flasche Sekt geleert. Dieses Erinnerungsstück steht im Hause Possin.

Das landwirtschaftlich geprägte Christdorf war früher schon für die Erntefeste bekannt, weiß Hella Possin.

Auch heute werden dafür die Grundstücke liebevoll geschmückt. Frauentagsfeier oder Radtouren gehörten Jahr für Jahr zum Programm. Heute ist das Dorffest Treffpunkt für die Einwohner. „Wir sind immer mit dabei“, sagt das Ehepaar.

Von Christamaria Ruch

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