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Ostprignitz-Ruppin Die Weihnachtsbotschaft verkünden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Weihnachtsbotschaft verkünden
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07:15 23.12.2017
In vielen Kirchen werden Heiligabend auch Krippenspiele aufgeführt. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Das beschauliche Krippenbild stellt einen Idealzustand dar. Maria und Josef scheinen sich nicht zu streiten, alles wirkt friedlich. Aber damals, vor mehr als 2000 Jahren, herrschten harte Zeiten. Auch die Hirten, die zum Stall in Bethlehem herbeiliefen, lebten unter keinen guten Bedingungen. Mitten in diese Situation hinein wurde Gottes Frieden gesprochen, der etwas ganz Besonders darstellt.

„Dieses Thema ist nach wie vor aktuell und hoch brisant“, sagt Matthias Puppe, Superintendent im Kirchenkreis Wittstock-Ruppin. Denn noch immer suchen Menschen Zuflucht und Herberge. „Die Frage ist auch, wie wir uns gegenseitig beherbergen und welche Angebote wir anderen machen“, sagt er. Ein gutes Wort, eine Geste der Nächstenliebe und die Sehnsucht, an etwas teilzuhaben, was über Essen und Trinken hinausgehen, zählt Puppe dazu.

Sind die Lichter angezündet: Matthias Puppe in der Wittstocker Sankt Marienkirche. Doch er predigt Heiligabend in diesem Jahr in zwei Dörfern. Quelle: Christamaria Ruch

Wenn Heiligabend die Kirchen landauf und landab so voll wie kaum zu anderen Zeiten sind, sieht Matthias Puppe darin kein Problem. „Wenn sich Menschen in dieser besonderen Atmosphäre geborgen fühlen, ist das auch ein absolut berechtigter Ansatz für den Gottesdienstbesuch“, sagt er. Bei Weihnachten „geht es um die Sehnsucht nach einer heilen Welt, einer heilen Familie und Frieden – nicht nur in der großen Welt, sondern auch in den Beziehungen“, sagt Puppe. In den Kirchen möchten die Menschen etwas finden, „was über ihre eigenen Begrenzung hinausgeht.“ Auch deshalb sind laut Puppe in der Adventszeit die Kirchen bei Konzerten voll. Neben den Pfarrern sind gerade Weihnachten auch viele Lektoren im Ehrenamt im Einsatz. „Sie halten dankenswerter Weise Lesegottesdienste“, sagt Matthias Puppe. Auch die musikalische Vielfalt ist in diesen Tagen dank vieler Mitwirkenden besonders groß.

Die Weihnachtsgeschichte birgt alte Sehnsüchte der Menschheit: Ein Volk, das im Finstern wandelt und Frieden sucht. „Es ist mehr als eine Idylle, wenn nicht nur ein liebliches Krippenspiel gezeigt wird, sondern wenn die Menschen mit Jesus Christus einen neuen Anfang wagen“, sagt Matthias Puppe. Gleichzeitig ist darin eine Zusage enthalten, dass „Menschen, die am Rande stehen und die nach den Maßstäben der Welt nichts zu sagen haben, eine Zukunft haben“, sagt er. Denn: Die Mächtigen werden vom Thron gestoßen – das ist eine gute, hörbare und verständliche Botschaft. Matthias Puppe sieht darin einen persönlichen Bezug: „Das ist eine gute Botschaft, wenn Verhältnisse umgekehrt werden. Das bedeutet, dass wir wach bleiben und uns nicht mit allem zufrieden geben.“

Matthias Puppe predigt Heiligabend um 15 Uhr in Wulfersdorf. Quelle: Christamaria Ruch

Volle Kirchen und wenig Gesang. Auch das kennt der Superintendent wie viele Pfarrer und andere kirchliche Mitarbeiter. „Ich möchte nicht das Negative betonen und mich auch nicht entmutigen lassen, die Botschaft zu verkünden“, sagt der Superintendent mit Nachdruck. „Wir sind nicht allein eine Moralinstanz, sondern sollen auch die Mühe darauf verwenden, Gutes zu erzählen. Die Botschaft an Weihnachten ist voller Freude und deswegen sollen wir auch keine moralischen Forderungen an die Menschen stellen.“

„Wie sollen wir uns auf Weihnachten vorbereiten ohne den Advent?“, stellt er eine Frage in den Raum. Die Adventszeit als Zeit der Ankunft bis zur Geburt Jesu Christi ist vom Grundsatz eine besinnliche Zeit. „Jeder muss für sich entscheiden, ob die Botschaft wichtig ist. Manchmal tragen auch Lebensumstände dazu bei, um die Weihnachtsbotschaft aufnehmen zu können“, sagt er.

Mit Blick auf das 500-jährige Reformationsjubiläum in diesem Jahr sieht Matthias Puppe Potenziale. „Das war eine gute Chance, Menschen zu erreichen, die sonst der Kirche fern stehen.“ 70 Prozent aller Deutschen haben in diesem Jahr laut Puppe etwas von der Kirche mitbekommen und zehn Prozent der evangelischen Christen haben sich einladen lassen zu Veranstaltungen rund um Martin Luther.

Derzeit zählt der Kirchenkreis Wittstock-Ruppin 13 000 Mitglieder und 82 Kirchen. „Es gab Zeiten, da haben wir gut 200 Kirchenaustritte pro Jahr verzeichnet. Mittlerweile verläuft diese Kurve nicht mehr so steil und teilweise kommt es auch durch Amtshandlungen oder Arbeitsplätze zu Kircheneintritten“, beobachtet Matthias Puppe.

Superintendent Matthias Puppe hält Heiligabend zwei Gottesdienste: um 15 Uhr in Wulfersdorf und um 16.30 Uhr in Wernikow.

Von Christamaria Ruch

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