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Ostprignitz-Ruppin Die Weltkugel aus Tetrapaks
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Weltkugel aus Tetrapaks
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00:17 09.07.2016
Giampaolo di Cocco hat vier seiner alten Brunnen wieder aufgemöbelt. Quelle: Sandra Bels
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Kunow

Edoardo Malagigi ist gar nicht wohl bei dem Gedanken daran, wie viel Abfall in der Welt anfällt. „Es ist ein Problem, dass uns alle betrifft“, sagt er. Und auch deshalb beschäftigt sich der Italiener in seinen Kunstwerken immer wieder damit. Zuletzt hat er im Kunower Atelier des Künstlers und Landsmanns Giampaolo di Cocco einen riesigen Erdball montiert – komplett aus Tetrapaks, gesammelt in China, Deutschland und Italien. Malagigi schnitt sie in Streifen und entwickelte einen Verschluss, der die Ketten miteinander verband. So kam er auf zwei Kilometer, die er um ein Gerüst aus Styropor wickelte. Das geschah erstmals in Kunow und war bis zur vergangenen Woche bei di Cocco zu sehen. Er lädt sich jedes Jahr Künstler ein und präsentiert ihre, aber auch eigene Werke auf seinem Hof.

Di Cocco zeigte in diesem Jahr unter anderem vier Brunnen, die er bereits Anfang der 1990 er Jahre gebaut hatte. In jedem Wasserspender „treffen zwei Tendenzen der Seele aufeinander“, sagt er. U-Boot und Hai finden sich in dem einen Brunnen. In einem anderen lebt ein Bär in einem kaputten Panzer. „Maschinen haben sehr oft etwas Tierisches“, sagt der Florentiner. Die Idee für die Brunnen hatte er einst bei einem Besuch in Malta, wo alte Busse als Schafställe genutzt wurden. Moby Dick ist der Titel eines weiteren Brunnens. Ein Wal ist zu sehen. „Er zählt zu den ersten sterbenden Tieren, die ich geschaffen habe“, erklärt di Cocco. Der Tod und auch Särge begleiten den Künstler schon immer. Er misst ihnen nicht ausschließlich negative Bedeutung bei. Für ihn hat beides auch etwas mit Reisen zu tun. Im Oktober präsentiert er eine Serie Zeichnungen zum Thema Sarg in Genua.

Der Designer Edoardo Malagigi trägt die Welt auf seinen Händen. Quelle: Sandra Bels

Bis Mitte des Monates will di Cocco noch in Kunow bleiben. Dann geht es für ihn zurück nach Florenz, wo er an einer Installation arbeiten wird. Die Vorbereitungen für 2017 sind auch schon im Gange. Di Cocco plant eine Ausstellung in Stuttgart und im Februar eine Performance in einem italienischen Theater in Köln. Sie soll die Situation der Theater beschreiben. Der Arbeitstitel lautet „Die Kunst der Träume“. Die Handlung spielt im Mittelalter, wo in Rom ein Sarg mit einer Flüssigkeit auftaucht, in der eine Römerin liegt, die komplett erhalten ist.

Seinem Künstlerkollegen Edoardo Malagigi half er in der vergangenen Woche, den Erdball zu demontieren. Die Kugel ist auf dem Weg nach Lajatico in der Toskana in der Nähe von Pisa. Dort gibt Andrea Bocelli demnächst ein Benefizkonzert. Der Erdball ist ein Element auf der Bühne des Stars. Es ist nach der Premiere in Kunow die erste Vorstellung des Kunstwerks in Italien. Malagigi war bis vor kurzem Professor an der Akademie der Künste in Florenz. Di Cocco ist mit dem Designer schon seit Ewigkeiten befreundet.

Giampaolo di Cocco lädt bereits seit Mai 2012 befreundete Künstler zu sich ins Atelier ein. Der Florentiner erblickte 1947 in Florenz das Licht der Welt. Er arbeitet unter anderem als Künstler, Maler und Raumplaner. Er baut raumgreifende Inszenierungen, meist Flugzeuge. Sei Atelier in Kunow „Abaco Space“ hat er benannt nach der Zeitschrift „Abaco”. Sie widmet sich seit 1977 künstlerischen und philosophischen Themen. Jedermann kann dafür schreiben. Er sollte lediglich neue Ideen und Denkanstöße aus verschiedenen Blickwinkeln liefern können. Im „Abaco Space” in Kunow darf sich jeder präsentieren, der etwas zu zeigen oder zu sagen hat.

Von Sandra Bels

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