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Die Wiederweckung des Musenhofs

Jubiläumsschau „Rheinsberg 25“ Die Wiederweckung des Musenhofs

Vor 25 Jahren hatte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg das Rheinsberger Schloss übernommen. In einer großen Jubiläumsschau soll die Entwicklung des Schlosses in dieser Zeit gewürdigt werden. Einen Grund zum feiern haben auch das Tucholsky-Museum und die Musikakademie – auch sie werden 25 Jahre alt.

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Erste Adresse für Touristen und Kulturliebhaber: Das Schloss Rheinsberg, hier die Ansicht von der Stadtseite.

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg. Vor wenigen Wochen stellte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ihr letztes großes Projekt im Rheinsberger Schloss vor – die Sanierung des 1769 entstandenen Muschelsaals. Bis zum Frühjahr 2017 soll der einstige Speisesaal des Prinzen Heinrich saniert werden. Der Bruder des Preußenkönigs Friedrich II. lebte bis zu seinem Tode im Jahr 1802 im Schloss Rheinsberg – auf ihn gehen viele Um- und Ausbauten zurück.

Einen ersten Eindruck von den jetzt anstehenden Sanierungsarbeiten bekommen die Besucher bereits in diesem Jahr.

Die Sanierung des Muschelsaales im Schloss Rheinsberg

Die Sanierung des Muschelsaales im Schloss Rheinsberg.

Quelle: Peter Geisler

25 Jahre, nach dem die Stiftung das Schloss übernahm, soll eine große Jubiläumsschau an die Entwicklung des Schlosses in deser Zeit erinnern. Auch der Muschelsaal soll geöffnet sein. „Unser großes Geburtstagsgeschenk“, hatte Stiftungsdirektor Hartmut Dorgerloh unlängst angekündigt.

„Rheinsberg 25“ heißt die Jubiläumsschau, die von Wiedererweckung des Musenhofes erzählt. An 25 Stationen – zehn im Garten, 15 im Schloss – wollen die Ausstellungsmacher vorführen, wie das Schloss seit seiner Eröffnung am 6. Mai 1991 saniert wurde. Sechs Monate lang wird das große Resümee zu sehen sein – vom 1. Mai bis 31. Oktober.

Auch die Musikakademie Rheinsberg – 1991 von der Musikwissenschaftlerin Ulrike Liedtke gegründet – und das Tucholsky-Literaturmuseum feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen.

Der Literaturwissenschaftler Peter Böthig leitet das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum

Der Literaturwissenschaftler Peter Böthig leitet das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum.

Quelle: Peter Geisler

Die Musikakademie plant eine Ausstellung in der Remise und einige Sonderführungen; in der Galerie zeitgenössischer Kunst des Literaturmuseums setzen sich zeitgenössische Künstler anlässlich von „Rheinsberg 25“ mit der Entwicklung des Schlosses auseinander. Noch kann Museumsleiter Peter Böthig keine Namen von Künstlern nennen. Die Gespräche mit der Stiftung und der Akademie der Künste laufen noch. Neben Bildern sollen auch Filme und Installationen zu sehen sein.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens plant das Literaturmuseum ein besonderes Archiv-Schaufenster. Frühe Dokumente sollen an die Entstehungszeit der am 27. April 1991 gegründeten Tucholsky-Gedenkstätte erinnern. Rechtzeitig zum 1. Mai soll das Fenster aufklappen.

Noch vor den eigentlichen Jubiläumsveranstaltungen sind in der Galerie Bilder der Berliner Künstlers Christopher Lehmpfuhl zu sehen. Böthig kennt Lehmpfuhl, der die Farbe mit Händen aufträgt, bereits seit 1997. Lehmpfuhl, damals noch ein Student, war mit seiner Staffelei durch Rheinsberg gelaufen – Böthig hatte ihm für einige Tage die Stadtschreiberwohnung angeboten, die zu dieser Zeit frei war. Ab 20. Februar zeigt Lehmpfuhl seine großformatigen Bilder in der Galerie des Literaturmuseums.

Ebenfalls ein Höhepunkt: Anlässlich des fünften Todestages von Christa Wolf werden zeitgenössische Künstler Arbeiten zum Werk Wolfs zeigen. Die Vorgespräche für die ab Dezember geplante Ausstellung laufen bereits.

Böthig selbst ist dem zunächst als Tucholsky-Gedenkstätte gegründeten und später als Museum umfirmierten Haus seit 22 Jahren verbunden. Einer der ganz großen Höhepunkt sei die Ausstellung mit Beuys zu Beginn der 1990er-Jahre gewesen, sagt er. Doch Böthig definiert das Haus nur ungern über Höhepunkte. „Wir machen eher kleine Schritte“, sagt er. „In jedem Jahr wachsen das Museum und das Archiv.“

Seit 20 Jahren hinterlassen Stadtschreiber in Rheinsberg ihre Spuren. Doch auch die Kooperationen wie etwa mit der Evangelischen Schule Neuruppin sind ihm wichtig. Sorgenkind ist zurzeit das Alfred-Wegener-Museum in Zechlinerhütte. Seit dem Herbst ist das 2009 vom Literaturmuseum übernommene Haus geschlossen, weil es keine ABM-Kraft mehr gibt, die das Haus aufschließen könnte. Böthig sucht nach einer Möglichkeit, das Museum im Frühjahr wieder zu öffnen.

Von Frauke Herweg

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