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Ostprignitz-Ruppin Die alte Ziegelei in Seebeck
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die alte Ziegelei in Seebeck
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00:17 20.04.2016
1898 ging sie in Betrieb – bis 1943 wurden hier 5 bis 7 Millionen Ziegel pro Jahr produziert. Quelle: Peter Geisler
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Seebeck

„Sie steht in der Flur wie eine Landmarke – es wäre schade, wenn sie verfällt.“ Heinz-Jürgen Hartmann liegt die alte Seebecker Ziegelei am Herzen. Er will retten, was zu retten ist – und der Nachwelt erhalten, was die Ziegelei für die Region einst war. „Ein Leuchtturm der Wirtschaftsgeschichte von Seebeck“, sagt er. Und hält es für angemessen, das Stück Kultur zu pflegen. Gerade hat er das Fundament in mühevoller Handarbeit vom Hauptteil der Betriebsstätte freigelegt, das völlig überwachsen war. Da habe früher der große Brennofen gestanden, erzählt er. Jetzt erst sei zu erkennen, wie groß der Ofen war. Etwa 17 mal 40 Meter messen die Fundamente, auf denen aber keine Mauern mehr stehen. Die zwölf Kammern des Brennofens seien jetzt wieder klar zu erkennen. Die Ummauerung sei nicht – wie sonst üblich – igluförmig gewesen, sondern von einem „monumentalen glatten Ziegelbau umhüllt“. Über dem Ganzen ragte damals ein 40 Meter hoher Schornstein „Es war ein Hoffmannscher Ringofen“, erzählt der Wahl-Seebecker, der 2002 gemeinsam mit seiner Frau Monika das Areal erwarb und sich seitdem mit der Materie beschäftigt hat. Ein Mitarbeiter des Ziegeleiparkes Mildenberg war schon vor Ort und habe bescheinigt, dass die Seebecker Ziegelei sehr modern gewesen sei. Vor vier Jahren sei überraschend die Enkelin des letzten tätigen Ziegeleimeisters, Karl Luckner, bei ihm aufgetaucht – mit vielen Fotos, die sie in einem Schuhkarton gefunden habe. Für Hartmann ein Glücksfall. „Ich war hocherfreut über die Fotos von vor 1945. Hier im Dorf hatte keiner mehr welche.“ Aufgrund der alten Dokumente erfuhr er, dass ein Lindower Maurermeister die Ziegelei in zweijähriger Bauzeit errichtet hat, die 1898 eröffnet wurde. Dass sie vor Hitlers Machtergreifung einer jüdischen Familie Bach gehörte, bis zum Zwangsverkauf vor der Emigration. 1937 erwarb sie ein Fritz Riesenberg. 50 Arbeiter hätte sie gehabt, dazu die Schiffer und Kutscher, die die gebrannten Ziegel – vier bis fünf Millionen jährlich – per Landweg oder Frachtkahn zu ihren Bestimmungsorten brachten. Die Ziegel Marke Klinkerwerk seien aufgrund der changierenden Farben beliebt gewesen. Mutmaßlich ist auch die Lindower Katholische Kirche aus ihnen gebaut worden. Bis 1943 war die Ziegelei im Betrieb. Dann gab es keine Kohle mehr, um den Ofen zu befeuern, keine Saisonarbeiter und auch keinen Bedarf an Ziegeln. Gebaut hatte im Krieg kaum einer. Bis zum Kriegsende diente die Ziegelei als Stützpunkt der Wehrmacht. Danach kamen die Flüchtlingsströme aus den Ostpreußen, Schlesien und Pommern – die Ziegelei wurde zur Unterkunft. Der Schornstein wurde gesprengt, der Brennofen als Materiallager freigegeben. Die Flüchtlinge seien damals von Vielitz mit dem Schlitten über den See gekommen und hätten Steine aus der Ziegelei geholt, um ihre Häuser zu bauen. „Teilweise lebten hier 65 Menschen“, hat Hartmann erfahren. Einige der ehemaligen Bewohner sind schon vorbeigekommen. Etwa der Mann, der in den siebziger Jahren drei Birkenbäume pflanzte. „Er wollte schauen, ob sie groß geworden sind“, erinnert sich Hartmann gerührt.

Altes Foto der Seebecker Ziegelei. Quelle: Buddeke

Zur Wendezeit wurden dann erstmals Rechtsansprüche auf Rückübertragung laut. „Das hat sich über 12 Jahre hingezogen“, so Hartmann. In dieser Zeit sei das Gelände ziemlich verwahrlost und teilweise verfallen. Jugendliche hätten dort gekokelt, einmal habe es gebrannt. Das Dach auf dem Herzen der Ziegelei, dem Maschinenraum, wo einst alle Förderbänder zusammenliefen, sei irgendwann eingestürzt. Hartmann würde die Ziegelei gern retten – wiederherstellen kann er sie wohl nicht. „Zu teuer“, sagt er. Derzeit sichert er die bauliche Substanz. Gern würde er auch den Schornstein wieder aufbauen – in Absprache mit einem Architekten. „Aber nicht 40 Meter hoch“, sagt er. Auch noch nach einer passenden Nutzung des Geländes sucht er noch. „Ich möchte die Ziegelei als Anlage erhalten – wenn auch nicht als funktionstüchtige Ziegelei“, sagt er. Es kämen immer wieder Interessierte, die das Objekt faszinierend finden. Hartmanns Vision: rund um die Ziegelei soll ökologischer Landbau betrieben werden. „Kein Acker bis ans Seeufer ran“, sagt er. „Lieber Wiesen, Bäume und Tiere – ein Entspannungsort.“ Den Grundstein für den Landschaftspark hat er schon gelegt: mit seiner Frau hat er im Vorjahr 1500 Wildrosen angepflanzt.

Von Regine Buddeke

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