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Die ersten Fohlen toben schon

Neustadt Die ersten Fohlen toben schon

Seit Ende Januar kommen im Neustädter Haupt- und Landgestüt die ersten Fohlen des Jahres zur Welt. 36 sollen es in dieser Saison werden. Besucher können den Pferdenachwuchs schon wenige Tage nach der Geburt im Hof des Hauptgestütes erleben.

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Im Haupt- und Landgestüt Neustadt sind die ersten Fohlen da. Bei halbwegs gutem Wetten toben sie schon draußen umher.

Quelle: Alexander Beckmann

Neustadt. In Neustadt hält schon seit drei Wochen der Frühling Einzug: mit den ersten diesjährigen Fohlen des Haupt- und Landgestütes. Während das erste halbe Dutzend bereits draußen im Hof herumtollt, geht es im Abfohlstall beim Stutenmeister Ronny Voigt weiter Schlag auf Schlag. „Wir erwarten in diesem Jahr 36 Fohlen“, sagt er. Bis in den Mai oder Juni hinein wird das dauern.

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Im Neustädter Haupt- und Landgestüt hat die Fohlensaison begonnen. Die ersten Pferdebabys toben schon über den Hof. Bis Ende Mai oder Anfang Juni sollen es bis zu 36 sein. Bereits jetzt können sich Besucher an dem neuen Leben erfreuen.

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Kreißsaal für Pferde

Die Boxen im historischen Stallgebäude direkt am Landstallmeisterhaus sind so etwas wie der Kreißsaal für Pferde. Dort verbringt der Neustädter Nachwuchs seine ersten Tage – immer auf Tuchfühlung mit Mutter und mit Menschen. Neugierig erkunden die Fohlen bei ihren ersten Schritten den Stallgang. Vorsichtig, aber nicht ängstlich. Wenig später hoppeln sie dann auch schon draußen über den Paddock, den eingezäunten Auslauf. „Nachmittags sind unsere Fohlen eigentlich immer draußen im Hof unterwegs“, erklärt der Stutenmeister – natürlich nur, so lange das Februarwetter nicht gar zu garstig ist.

Ihren Ursprung haben alle der Babypferde in der Besamungsstation des Haupt- und Landgestütes. Dort wurden die Stuten vor knapp einem Jahr ganz gezielt künstlich befruchtet. Ronny Voigt spricht von einer Erfolgsrate von 85 bis 90 Prozent. Die Pferdezucht überlässt möglichst wenig dem Zufall. Sowohl Mütter als auch Väter wurden sorgfältig ausgewählt. Das Ziel sind Tiere, die bei Pferdesportlern, Freizeitreitern und Züchtern gefragt sind und sich entsprechend vermarkten lassen.

Fohlen mit zwei Müttern

Drei der diesjährigen Fohlen haben aus dem Grund sogar zwei Mütter: eine genetische und ein leibliche. Per Embryotransfer können besonders wertvolle Stuten nämlich mehrere Fohlen pro Jahr hervorbringen. Das Gestüt stellt die Leihmütter für das in der Pferdezucht noch recht neue Verfahren bereit.

Einer der Hoffnungsträger von Ronny Voigt kam aber noch auf die bewährte Methode zustande: Der kleine Hengst erblickte erst am vergangenen Freitag des Licht der Welt und kann auf eine vielversprechende Herkunft verweisen. Sein Vater „Don Royal“ stammt selbst aus Neustadt und war vor einigen Jahren Körungssieger. Seine Mutter „Phyllis“ ist eine Halbschwester des Top-Dressurhengstes „Belantis“. Von daher stehen der Sportkarriere des noch namenlosen Pferdchens also alle Tore offen. Die nächsten sechs Monate wird es zusammen mit seiner Mama aber noch über die Neustädter Weiden toben und sich erst dann nach und nach auf den Ernst des Lebens vorbereiten. Der beginnt für Pferde üblicherweise mit drei Jahren.

Kinderkrankheiten inklusive

Ronny Voigt hofft vor allem, dass bis dahin alle Fohlen gesund aufwachsen. Das ist beileibe nicht das pure Zuckerschlecken. Schon wenige Tage nach der Geburt bekommen die Fohlen praktisch durchweg das erste Mal Durchfall. Das ist ihnen (von hinten) dann auch deutlich anzusehen, aber, wie der Stutenmeister versichert, ganz normal. Mama macht dann nämlich einen hormonellen Wechsel durch, und das wirkt sich auf die Zusammensetzung der Stutenmilch aus. Drei Wochen nach dem ersten Mal folgt eine zweite solche Phase – wenn auch meist schwächer.

Sollte doch mal Schlimmeres dazwischenkommen, steht in Neustadt jede professionelle Hilfe bereit. Das beginnt teilweise sogar schon vor der Geburt. Das Graf-Lehndorff-Institut für Pferdewissenschaften, ein Kooperationsprojekt des Gestüts und der Uni Wien, lässt ausgewählte Stuten rund um die Uhr überwachen – per Video und mit Sensoren die unter anderem die Herzströme von Muttertier und Fohlen kontinuierlich aufzeichnen.

Auch bei Pferden wird medizinisch intensiv geforscht. Ganz so weit wie beim Menschen ist die Wissenschaft da aber noch nicht. „Wir haben vergangenes Jahr ein Projekt mit einem Experten der Uni Wien gestartet, um das Geschlecht der Fohlen vor der Geburt zu bestimmen“, berichtet Ronny Voigt. Ergebnis: Es ist schwierig. Für den Stutenmeister bleibt schon deshalb auch der diesjährige Jahrgang spannend bis zum letzten Fohlen.

Hengstpräsentation und Fohlenfrühling

Beim „Fohlenfrühling“ am Sonnabend, dem 12. Mai, auf dem Hof des Hauptgestütes hat der 2018er Fohlenjahrgang seinen ersten großen öffentlichen Auftritt.

Das Familienfest am Nachmittag bietet darüber hinaus Vorführungen aus Sport und Zucht sowie allerlei Programm speziell für Kinder.

Die Väter der Neustädter Fohlen – und auch solche die es erst noch werden wollen – stellen sich in der kommenden Woche, am Sonnabend, dem 24. Februar, ab 14 Uhr bei der „Großen Hengstpräsentation“ dem Urteil des Publikums. Auch Pferdelaien dürften bei der Veranstaltung auf ihre Kosten kommen.

Von Alexander Beckmann

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