Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Die gute Seele im Seniorentreff
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die gute Seele im Seniorentreff
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:41 21.12.2017
Die Senioren aus Freyenstein steuern regelmäßig den Treffpunkt an. Quelle: Christamaria Ruch
Freyenstein

Der Seniorentreff in Freyenstein und Viola Wendt sind seit fast neun Jahren untrennbar miteinander verbunden. Wie in einer guten Beziehung funktioniert der Alltag nur gemeinsam. Mit Viola Wendt steht und fällt jeder Nachmittag, bei dem die Senioren der Stadt diesen Treffpunkt ansteuern.

„Ein Dankeschön motiviert mich immer wieder“, sagt die 59-Jährige. Erst nach einem Telefongespräch mit vielen Argumenten stimmt sie dem MAZ-Besuch zu. „Ich stehe nicht gern im Mittelpunkt“, sagt sie. Doch dann ist das Eis gebrochen und sie erzählt von ihrem Ehrenamt. Denn es ist alles andere als selbstverständlich, dass Viola Wendt Woche für Woche den Seniorentreff am Laufen hält. So sehen das auch die Frauen und Männer, die regelmäßig die Veranstaltungen besuchen. Christel Krage mit ihren fast 87 Jahren gehört zu den ältesten Gästen, die den Seniorentreff und Viola Wendt nicht missen möchten: „Wir sind alle sehr dankbar, dass sie das so gut macht. Das ist eine 1a-Leistung, so unsere Gemeinschaft zusammen zu halten.“ Auch die anderen Frauen nicken zustimmend. Christel Mittag und Ingrid Riesler stehen immer dann bereit, wenn Viola Wendt einmal verhindert ist, das Ehrenamt mit Leben zu füllen. „Was sollen wir zu Hause sitzen, hier ist es doch viel schöner“, sagt die 77-jährige Ingrid Riesler. Und: „Wir springen dann ein, wenn Viola mal nicht da ist.“

Ingrid Riesler und Christel Mittag (v.l.) vertreten Viola Wendt, wenn sie einmal verhindert ist. Quelle: Christamaria Ruch

Montags bis mittwochs in der Zeit von 13 bis 17 Uhr stehen die Türen im Seniorentreff in der ehemaligen Schule in Freyenstein für alle Interessenten offen. Aus einem alten Klassenraum wurde im März 2009 eine Begegnungsstätte für Senioren. Die ersten vier Jahre betrieb die Volkssolidarität den Treff und Viola Wendt konnte innerhalb einer geförderten Maßnahme wöchentlich zwölf Stunden montags bis donnerstags dort tätig sein. Dann gab es keine Fortsetzung mehr und die Zukunft des Seniorentreffs stand auf der Kippe.

„Für einige Leute war es damals selbstverständlich, dass ich die Arbeit ehrenamtlich fortsetze“, so Wendt. Sie stimmte zu und bringt sich seitdem montags bis mittwochs freiwillig ein.

Sie reinigt den Raum, wäscht die Tischdecken, kauft Kaffee und Kuchen ein. Die Spritkosten investiert sie freiwillig in ihr Ehrenamt. Nur für die Beköstigungen wird Geld eingesammelt. „Das alles ist nicht selbstverständlich, das wissen wir“, sagt Christel Mittag. Montags besuchen die Frauen von der Rehasportgruppe den Treffpunkt. Erst treiben sie Sport, dann trinken sie bei Viola Wendt Kaffee. Dienstags kommen de Kartenspieler zum Zug. Ebenfalls dienstags nutzt einmal monatlich die Ortsgruppe der Volkssolidarität den Raum für Versammlungen. Und immer wieder mittwochs packen gut 20 Frauen zwischen 60 und 85 Jahre ihre Handarbeiten aus und nehmen dort Nadel und Faden zur Hand. „Wir sind froh, dass die Stadt Wittstock uns nach wie vor den Raum zur Verfügung stellt und auch die Betriebskosten trägt“, sagt Christel Krage.

Gewissenhaft und zuverlässig: Viola Wendt füllt den Treffpunkt mit Leben. Quelle: Christamaria Ruch

„Wenn ich mal krank bin, bin ich doch in Gedanken hier im Seniorentreff“, sagt Viola Wendt. Doch dank Ingrid Riesler und Christel Mittag kann sie sich darauf verlassen, dass auch diese Nachmittage reibungslos über die Bühne gehen. „Meine Arbeit wird von allen geachtet, sie sagen mir das immer wieder und niemand möchte, dass ich hier aufhöre“, sagt Viola Wendt. Doch genauso erinnert sie sich noch an die Anfänge im Frühjahr 2009. „Damals saß ich mitunter hier alleine und niemand kam.“ Doch ihre bescheidene, umsichtige und freundliche Art trugen dazu bei, dass die Besucher im Seniorentreff schrittweise Vertrauen zu Viola Wendt aufbauten. Nach gut einem halben Jahr galt der Treffpunkt in der ehemaligen Schule schon als gute Adresse. „Ich weiß genau, wie jeder tickt und wie ich mit jedem reden kann“; sagt Viola Wendt. 2015 erhielt sie innerhalb der Seniorenwoche eine Ehrenurkunde von Landrat Ralf Reinhardt als Dank für ihr Ehrenamt. Am Dienstag verabschiedeten die Kartenspieler Viola Wendt in die wohlverdiente Weihnachtspause. Dann wird sie die freie Zeit mit ihren Kindern und dem Enkelkind verbringen. Anfang Januar greift sie wieder zum Schlüssel und öffnet die Tür vom Seniorentreff.

Von Christamaria Ruch

Der seit etwas über einem Jahr bestehende Kreisel auf der sogenannten Europakreuzung wirft bei vielen Verkehrsteilnehmern in Kyritz Fragen auf. Der Kyritzer Fahrlehrer Axel Bading erklärt im MAZ-Gespräch einige davon.

21.12.2017

Mit 20 000 Euro unterstützt die Stadt Kyritz im kommenden Jahr Kulturveranstaltungen. Geld erhalten unter anderem das Amateurtheater „Kyritzer Knattermimen“ für seine Theaternächte sowie der Heimatverein für seine Ausstellungen im neuen Jahr.

21.12.2017

Sturzbetrunken torkelte eine 51 Jahre alte Frau durch die Neuruppiner Rosa-Luxemburg-Straße und setzte sich ans Steuer ihres Autos. Dann fuhr sie ihren elf Jahre alten Sohn nach Hause. Dort wartete schon die Polizei mit dem Pusteröhrchen auf sie.

21.12.2017