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Die mit dem längsten Atem

Neustadt Die mit dem längsten Atem

Nicole Friese ist 37 Jahre alt. Als sie dem Fanfarenzug des Amtes Neustadt beitrat, war sie gerade mal zwölf. Die junge Frau, die heute das einzig übrig gebliebene Gründungsmitglied ist, hofft auf viele Gäste am 30. September. Dann feiert diese Formation ihr 25-jähriges Bestehen.

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Nicole Friese ist beim Fanfarenzug Neustadt seit dessen Gründung im Jahr 1992 dabei.

Quelle: Matthias Anke

Neustadt. Sie war Zwölf. Heute ist sie 37. Ganze 25 Jahre sind vergangen. Und sie war immer dabei. „Ohne meine Musik am Freitag könnte für mich kein Wochenende beginnen“, sagt Nicole Friese. Die junge Frau mit dem tätowierten Notenschlüssel auf dem Unterarm meint die Proben für den Fanfarenzug des Amtes Neustadt, in dem sie spielt und der demnächst sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Nicole Friese ist die einzige, die von den Gründungsmitgliedern übrig geblieben ist. Abgesehen von Dietmar Lemke natürlich. Der Leiter des Fanfarenzuges hat derzeit alle Hände voll zu tun. „Wir schreiben alle ehemaligen Mitspieler an, zumindest alle, die wir noch ausfindig machen können, zu unserem Jubiläumskonzert zu kommen“, sagt Lemke. Für diese Geburtstagsparty hat sich in diesem Jahr der 30. September angeboten, und zwar in der Dosse-Halle in Wusterhausen. Dort beginnt das Konzert um 20 Uhr. Kämen alle, die einst mal im Fanfarenzug dabei waren, könnte man 60 bis 70 Leute begrüßen, schätzt Lemke.

Fanfarenzug kein Verein, sondern basiert auf einer Satzung des Amtes

Es ist zugleich der Tag, an dem rund um die Halle auch das diesjährige Wusterhausener Gemeindeerntefest steigt. Dieses beginnt um 11 Uhr mit einem Umzug, den der Fanfarenzug anführen wird.

Für die Musik am Abend sorgt dann die „Test-Band“ aus Waren, die eine besondere Beziehung zum Fanfarenzug hat. Denn Frontfrau ist Ivonne Lemke, die Tochter des Leiters dieser Formation. Sie war in den ersten zwölf Jahren dabei und gehörte ebenso zu den Gründungsmitgliedern wie Peggy Schaldach und Mareen Ziemann.

Heute zählt die Musikergruppe, die kein herkömmlicher Verein ist, sondern auf der Grundlage einer Satzung des Amtes Neustadt besteht, 18 Mitglieder. Weil zu den Auftritten, die zumeist an Wochenenden stattfinden, jedoch regelmäßig ein gewisser Anteil von ihnen keine Zeit hat, sucht der Fanfarenzug ständig nach neuen Leuten. „Wir sind ja schon zufrieden, dass wir die Auftritte immer alle absichern können“, sagt Dietmar Lemke: „Jeder, der Lust hat, ein Blasin­strument zu spielen, kann sich an mich wenden.“ Dabei sei es egal, ob man Saxofon, Tuba, Klarinette, Tenorhorn, Querflöte oder ähnliches spielen möchte. Ebenso darf getrommelt werden.

Die Proben erfolgen freitags ab 17 Uhr im Gebäude am Neustädter Sportkomplex. Der Jüngste dort im Bunde ist Lukas Bielefeld, ein ­14-jähriger Achtklässler aus Neustadt.

Dieses Bild entstand im Mai 1992 beim Marschieren-Üben auf dem Parkplatz hinter der Amtsverwaltung

Dieses Bild entstand im Mai 1992 beim Marschieren-Üben auf dem Parkplatz hinter der Amtsverwaltung. Das Mädchen im blass-roten Shirt ist Nicole Friese.

Quelle: Privat

Geboten wird laut Lemke nicht nur der Spaß am gemeinsamen Musizieren. „Es gibt auch jede Menge zu sehen“, sagt der 59-Jährige, der ein Kyritzer ist. Schließlich ist der Fanfarenzug alljährlich bei den Treffen der Neustädte Europas dabei. Als nächstes geht es vom 21. bis 23. Juli nach Neustadt bei Coburg.

„Unsere Auftritte bei den Neustadt-Treffen waren immer die besten“, erinnert sich auch Nicole Friese, die Heilerziehungspflegerin aus Neustadt, die quasi den längsten Atem von allen behalten hat. „Es ist eben wie bei so vielen Vereinen, wo die Jugend weggeht für Ausbildung oder Studium und Beruf“, erklärt Dietmar Lemke. Sein Blick schweift über eine Bilderwand, an der Gruppenfotos aus vergangenen Tagen hängen.

Es sind auch Erinnerungen an eine Zeit, als der Fanfarenzug tatsächlich noch Fanfaren spielte. Laut Lemke aber wurden sie einst gegen Trompeten eingetauscht, weil diese eben viel mehr Musik ermöglichen als nur mit den Naturtönen von Fanfaren. Diese Instrumente, einst mit Hilfe von Spenden besorgt, um die sich der frühere Neustädter Amtsdirektor Edmund Bublitz kümmerte, erklingen heute noch bei den Einmärschen von Pferdepräsentationen des Haupt- und Landgestütes.

Karten mit Tischreservierungen für das Fest in der Dosse-Halle am Sonnabend, 30. September, gibt es bei den Mitgliedern für zehn Euro und an der Abendkasse für zwölf Euro. Wer den Fanfarenzug verstärken möchte, kann sich jederzeit an Dietmar Lemke wenden unter 0173/2 06 38 93.

Von Matthias Anke

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