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Die neue Rettungswache bleibt erst mal leer

Neuruppin Die neue Rettungswache bleibt erst mal leer

Es ist eine der größten Investitionen des Landkreises. 2,6 Milllionen Euro hat Ostprignitz-Ruppin für den Bau einer neuen Rettungswache in Neuruppin ausgegeben. Am Donnerstag wurde sie übergeben. Doch der Neubau bleibt vorerst leer. Grund ist eine ungeliebte Baustelle in der Nähe.

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Landrat Ralf Reinhardt (l.) überreichte den Schlüssel für die neue Rettungswache an Christov Sabo und Gunnar PIetzner (r.), dem Chef der Pro-Klinik-Holding.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der symbolische Schlüssel war riesig, den Landrat Ralf Reinhardt (SPD) am Donnerstag Christov Sabo überreichte. Sabo ist Leiter des Ostprignitz-Ruppiner Rettungsdienstes. Das ist eine Tochter der Pro-Klinik-Holding, die sich um den Rettungsdienst im Landkreis kümmert. Die neue Rettungswache in Neuruppin ist eine der größten Investitionen des Kreises. Knapp 2,6 Millionen Euro wurden seit September 2015 investiert, damit die Einsatzkräfte endlich bessere Arbeitsbedingungen haben. Doch genutzt wird sie vorerst nicht: Die Sanitäter fahren weiter von ihrer alten und längst zu klein gewordenen Wache in der Neustädter Straße zu den Einsätzen. Grund sind die Arbeiten am benachbarten Kreisverkehr. Deshalb ist die Ortsdurchfahrt der B 167 seit März gesperrt.

Würde der Rettungsdienst schon jetzt in die neue Wache umziehen, würde es wesentlich länger als jetzt dauern, bis die Sanitäter am Unfallort wären. „Unser größtes Einsatzgebiet ist Neuruppin“, sagte Christov Sabo. Deshalb soll die neue Wache erst im August richtig genutzt werden. Dann soll der neue und kleinere Kreisverkehr fertig sein.

7500 Einsätze für die Neuruppiner Wache pro Jahr

Die neue Rettungswache hat 13 Stellflächen, ein Sauerstofflager sowie im Sozialgebäude nicht allein Umkleideräume und Duschen, sondern auch eine Küche sowie Ruheräume für die Einsatzkräfte. Sabo rechnet damit, dass maximal 15 Leute gleichzeitig in der neuen Wache sein werden, die anderen 40 Sanitäter sind entweder im Einsatz auf den Straßen oder haben frei.

Es ist wichtig, dass die Retter in den insgesamt neun Wachen im Landkreis fit sind. Haben sie doch jedes Jahr mehr als 18 500 Einsätze zu meistern. Tendenz steigend. Rund 40 Prozent der Einsätze, etwa 7500, entfallen dabei auf die Retter der Neuruppiner Wache. Bei den Notarzteinsätzen sind es sogar 52 Prozent.

Besuch aus der Prignitz

Zu den mehr als 50 Besuchern, die sich am Donnerstag über Umleitungen und einige kleinere Staus zur Rettungswache durchkämpften, war auch Erich Schlotthauer. Der Chef des Katastrophenschutzes in der Prignitz setzt darauf, dass ungeachtet aller möglichen Animositäten auf politischer Ebene die bereits vor 20 Jahren vereinbarte Zusammenarbeit zwischen dem Rettungsdienst in der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin fortgesetzt wird.

Daran zweifelte am Donnerstag niemand. Landrat Reinhardt verwies lediglich darauf, dass die neue Wache bei Bedarf sogar noch ausgebaut werden könnte. Eine Erweiterung müsste aber zuvor mit den Krankenkassen abgesprochen werden. Denn der Kreis hat für den Bau der Wache keine Fördermittel erhalten. Die Arbeiten werden über die Gebühren des Rettungsdienstes finanziert, so dass der Kreis das Geld für die Investitionen vorschießen musste. Er erhält es nach Absprache mit den Krankenkassen über eine Laufzeit von etwa 30 Jahren zurück.

Das Gros der Baufirmen kommt aus Ostprignitz-Ruppin

Allein für den Kauf des Grundstückes an der Holländer Mühle und für die Planungen hat der Landkreis 625 000 Euro ausgegeben. Gut 1,9 Millionen Euro für die eigentlichen Bauleistungen. Von den 22 erteilten Aufträgen sind 18 an Firmen in der Region gegangen.

Offen ist, ob die Rettungskräfte mit der neuen Wache die Hilfsfrist von 15 Minuten künftig öfter einhalten können. 2015 gelang das lediglich in 91 Prozent der Einsätze. Laut Gesetz muss das in 95 Prozent der Fälle geschafft werden.

Nur zur Probe untergestellt

Nur zur Probe untergestellt: Die Sanitäter fahren vorerst weiter von ihrer alten Wache zu den Einsätzen.

Quelle: Peter Geisler

Von Andreas Vogel

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