Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Die neuen Profis in der Neustädter Pferdewelt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die neuen Profis in der Neustädter Pferdewelt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 04.03.2016
Tanja Bever, Thomas und Klaudia Duif und Lance Minnick (v.l.n.r.) in Michaelisbruch mit einem Schimmel der fast 4000 Jahre alten Rasse Berber.  Quelle: Matthias Anke
Michaelisbruch

 In der Ruhe liegt die Kraft, heißt es bekanntlich. Dementsprechend lässt es sich im beschaulichen Michaelisbruch, in diesem streckenweise menschenleeren Südzipfel des Neustädter Amtsbereichs, offenbar bestens aushalten – und arbeiten. Für die Paare Thomas und Klaudia Duif (jeweils 47) sowie Tanja Bever (47) und Lance Minnick (68) ist es sogar das ideale Fleckchen Erde, wie sie sagen. Es ist so ideal, dass sie dafür ihre bisherige Lebensbasis jeweils aufgaben. In Michaelisbruch widmen sie sich jetzt gemeinsam der Ausbildung von Pferden und Reitern, und zwar nach den Methoden des in der Szene berühmten Amerikaners Pat Parelli.

„Wir arbeiten mit Ruhe und Geduld, also ohne Zeitdruck“, sagt die lizensierte Parelli-Trainerin Klaudia Duif. An ihrer Hand führt sie gerade einen Hengst der Rasse Berber aus der Reithalle in die Märzsonne. Sein Besitzer gab ihn in die Hände der Profis, weil diesem sechsjährigen Schimmel die Hengstleistungsprüfung bevorsteht und das Programm „Parelli Natural Horsemanship“ die Kommunikation zwischen Tier und Mensch verbessert. Eine Praktikantin aus Schweden ist derzeit bei diesem Training dabei. „Wir sprechen hier viel Englisch, haben uns aber auch schon im Berlinerischen geübt“, sagt Thomas Duif.

Das Gelände in Michaelisbruch ist unglaubliche 20 Hektar groß

International geht es zu im sogenannten Horsemanship-Center, diesem Parelli-Ausbildungszentrum für Mensch und Pferd. Das Paar Duif stammt schließlich aus dem deutsch-schweizerischen Grenzgebiet. Tanja Bever aus Nordrhein-Westfalen lebte zuletzt 15 Jahre lang in Spanien mit Lance Minnick, der wiederum aus den USA kam.

Die miteinander zunächst nur befreundeten Paare führte erst das zum Verkauf stehende, 20 Hektar große Grundstück in Brandenburg vollends zusammen. Als sie es sahen, wurde nicht lange überlegt und mit den insgesamt 13 Pferden Ende 2014 jeweils umgezogen. „Vorher dachten wir noch, nach Brandenburg gehen wir im Leben nicht“, sagt Tanja Bever. Sie ließ sich eines Besseren belehren. „So viel Platz wie hier ist in Deutschland selten“, sagt Thomas Duif mit Blick auf die winzige Baumreihe am Horizont, die den Rhinkanal flankiert. So weit erstreckt sich das Gelände. Dahinter beginnt der Landkreis Havelland.

Das Horsemanship-Center dort im nirgendwo war einst eine Rinderzuchtstall. Er wurde Ende der 1990er Jahre von einem Schweizer Paar zu einer Westernreitanlage um- und ausgebaut. Vieles war deshalb vorhanden wie die Offenställe und besonders die alles prägende Reithalle. Es ist eine Rundbogenhalle, auch Cover-All-Halle genannt. Vergleichbares dürfte es in der Region abgesehen von den Anlagen rund ums Neustädter Haupt- und Landgestüt nicht geben.

Auch diese Rundbogenreithalle sprach für den Umzug nach Michaelisbruch. Quelle: Matthias Anke

 Ein langes, staubiges Jahr 2015 liegt nun hinter den Neu-Brandenburgern. Längst sei nicht alles geschafft. „Aber wir können arbeiten“, sagt Tanja Bever. An Reitplätzen, Natursprüngen, Hindernissen wird weiter gefeilt. Platz für Pensionspferde ist genug. Selbst für Berliner sei Michaelisbruch ja keine Entfernung. Ferienwohnungen gibt es in der Nähe, sollen aber auch auf dem Gelände ausgebaut werden. Der Schulungsraum für die Kurse ist fertig. Die Trainer sind darüber hinaus viel unterwegs. Bei Messeauftritten zeigen sie ihr Können. Die Zuschauer staunen, wie viel möglich ist, wenn dem Tier nicht nur einfach etwas eingetrichtert, sondern ihm zugehört und damit geübt wurde.

Die Neustädter Pferdewelt um eine weitere Facette bereichert

Vertrauen und Respekt sind wichtige Worte im Parelli-System. Wie Pferde untereinander in einer Herde kommunizieren, so solle mit ihnen auch umgegangen werden. Und ob Freizeitreiter oder Hochleistungssportler: Wer Pferden etwas flüstern will wie Pat Parelli, der müsse zunächst wissen, wie sie ticken. So macht das Horsemanship-Center die eher konventionell geprägte Neustädter Pferdewelt um eine Facette reicher. „Bei uns ist das ja nicht wie mit Snowboardern und Skifahrern, die sich auf der Piste blockieren“, umschreibt Thomas Duif ein mögliches Miteinander mit Blick aufs Landesgestüt. Parelli biete zudem keine Reitweise, sondern Grundlagen, Lösungen für Probleme rund ums Tier. „Wir erfinden das Pferd ja nicht neu.“

Auf den neusten Stand im Wissen um die Kommunikation mit dem Pferd indes müssen sich die Ausbilder, Instruktoren genannt, ständig bringen. Regelmäßig stehen sie in Kontakt zu Pat und Linda Parelli in den USA. Sie würden bald nach Michaelisbruch kommen. Vielleicht ja zum Sommerfest, das geplant ist ähnlich einem Tag der offenen Tür? Doch wie gesagt: Immer mit der Ruhe.

 Wer sich näher mit dem Parelli-System beschäftigen will, weitere Details über das Trainerteam in Michaelisbruch, die Kursangebote und die Termine wissen möchte, findet zahlreiche Infos im Internet unter www.horsemanshipcenter.com.

Von Matthias Anke

Ostprignitz-Ruppin Arbeitsmarkt in Ostprignitz-Ruppin und Prignitz - Weniger Arbeitslose im Februar

Die Situation des regionalen Arbeitsmarktes in der Prignitz und dem Ruppiner Land hat sich im Februar wieder entspannt. Die Zahl der Arbeitslosen ist gesunken, wie Stefan Dirkes, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Neuruppin am Dienstag mitteilte. Gute Nachrichten gibt es auch von den Stellen- und Ausbildungsmärkten, die positive Prognosen versprechen.

04.03.2016

Dank einer Förderung in Höhe von 4500 Euro konnte sich der Kyritzer Chor „Querbeet“ eine dringend benötigte neue Beschallungsanlage zulegen. Sparkassen-Filialleiterin Nicole Vogel besuchte den Chor bei der ersten Probe mit der neuen Technik und bekam sogleich eine exklusive Kostprobe aus dem aktuellen Programm geboten.

01.03.2016

Der Kreismusikschüler Niels von Freymann (9) aus Neuruppin wird am 13. März das Sinfoniekonzert des Brandenburgischen Staatsorchesters eröffnen. Seit drei Jahren spielt er Cello, und zwar so gut, dass er bereits den ersten Preis bei „Jugend musiziert“ gewonnen hat. Harald Bölk, Leiter der Musikschule, hat den jungen Solisten ausgesucht.

04.03.2016