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Die schlechteste Straße in OPR

MAZ-Aktion „Schlechte Straßen“ Die schlechteste Straße in OPR

Wochenlang haben die Leser der MAZ die Buckelpisten und Holperstrecken aus Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz gemeldet. Das waren teilweise Straßen, bei denen einem schon beim Draufschauen die Ölwanne abriss. Nun steht das Ergebnis der Leserabstimmung fest: Die Straße des Friedens in Neuruppin ist die schlechteste Straße von Prignitz-Ruppin.

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Abgetragener Teerbelag, Bodenwellen, Schlaglöcher und loses Kopfsteinpflaster: Die Straße des Friedens trägt den zweifelhaften Siegertitel der schlechtesten Straße davon.

Quelle: Christina Koormann

Neuruppin. Die Suche nach der schlechtesten Straße in Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz hat nach wochenlangem Suchen ein Ende: Der wenig glorreiche Titel geht an die Straße des Friedens, Teil der Landesstraße 167, in Neuruppin. Das haben 513 MAZ-Leser über das Internetvoting unserer Zeitung entschieden.

Einen Mangel an Kandidaten für diese MAZ-Aktion gab es leider nicht, meldeten die Leser doch über Wochen immer wieder neue Buckelpisten, Holperstraßen und Lochstraßen. Bis Freitag Mittag konnten sich die Leser unter der Vorauswahl der „Top 6“ der am meisten beklagten Straßen im Internet zum „Sieger“ – und somit zum eigentlich größten Verlierer – klicken.

Das Ergebnis der Online-Abstimmung

Mit insgesamt 513 Stimmen haben sich die MAZ-Leser an dem finalen Voting unter maz-online.de beteiligt.

Hier das Ergebnis des Rankings der „schlechtesten Straße“ von Ostprignitz-Ruppin und Prignitz.

1.
Platz: Straße des Friedens in Neuruppin, 222 Stimmen (44 Prozent).

2. Platz: Mühlenstraße Rheinsberg, 95 Stimmen (19 Prozent)

3. Platz: Berliner Straße Wusterhausen, 86 Stimmen, 17 Prozent.

4. Platz: Hagenstraße in Pritzwalk, 41 Stimmen (8 Prozent)

5. Platz: Wulfenstraße Neuruppin, 37 Stimmen (7 Prozent)

6. Platz: Landesstraße 19 zwischen Herzberg und Schönberg, 27 Stimmen, (5 Prozent)

„Unverzüglich die Planungen für einen Ausbau vorantreiben“

Arne Krohn, stellvertretender Bürgermeister und Baudezernent der Stadt Neuruppin, ist vom Ergebnis der Abstimmung „nicht wirklich überrascht“. Da die Straße als Landesstraße nicht in der Verantwortlichkeit Neuruppins, sondern bei dem Land Brandenburg liegt, sind der Kreisstadt bei eigenen Entscheidungen über eine Sanierung der „Huckelpiste“ die Hände gebunden.

„Leider waren unsere bisherigen Bemühungen um einen kurzfristigen Beginn von Sanierungsarbeiten erfolglos“, sagt der Baudezernent. Die im Land vorhandenen Straßenbaumittel seien für die laufende Haushaltsperiode bereits in anderen Maßnahmen eingebunden.

„Daher ist es meiner Meinung nach unumgänglich, unverzüglich die Planungen für einen Ausbau voranzutreiben“, betont Krohn. „Damit könnte die Straße des Friedens dann in der höchsten Priorität als erste Straßenbaumaßnahme des Landes nach 2020 sofort realisiert werden.“

Die Hagenstraße in Pritzwalk kam auf Platz 4 der schlechtesten Straßen von Prignitz und Ostprignitz-Ruppin

Die Hagenstraße in Pritzwalk kam auf Platz 4 der schlechtesten Straßen von Prignitz und Ostprignitz-Ruppin

Quelle: Andreas König

Verhalten, aber mit einer kleinen Hoffnung auf Veränderung, äußert sich Frank Schmidt, Dezernatsleiter des Landesbetriebes Straßenwesen Planung West in Potsdam. Die L 167 gehöre zum „Grünen Netz“, weshalb hier nur die Unterhaltung und die Befahrbarkeit abgesichert werde.

„Nur vier Prozent des Verkehrs im Land werden über das Grüne Netz abgewickelt und deshalb ist derzeitig nicht geplant, in Abwägung zwischen Verkehrsaufkommen und den zur Verfügung stehenden Geldern Grundsanierungen vorzunehmen.“ Allerdings arbeite der Landesbetrieb Straßenwesen derzeitig an einem Konzept, wie in Zukunft mit Straßen des „Grünen Netzes“ umgegangen werden soll. „Hier findet sich sicher auch die Straße des Friedens in Neuruppin wieder“, sagt Schmidt.

„Die Häuser gehen kaputt“

Denny Kemnitz wohnt dort seit einem Jahr. Seitdem ist er täglich umgeben von nervenaufreibendem Straßenlärm und fürchtet um die Stabilität des Wohnhauses, weil der Verkehr die Gebäude beben lässt.

Dass die Straße des Friedens den zweifelhaften Siegertitel als schlechteste Straße verliehen bekommt, kann er gut nachvollziehen. „Es ist eine Katastrophe, die Häuser gehen kaputt, überall sind Risse in den Wänden.“ Außerdem sei die permanente Geräuschkulisse ein großes Ärgernis – schon frühmorgens um fünf.

War auch ein Titelfavorit

War auch ein Titelfavorit: Die Berliner Straße in Wusterhausen. Sie landete im Ranking auf Platz 3

Quelle: MAZ-Archiv

„Wohnen möchte ich hier nicht“, sagt die Radfahrerin Renate Blank. „Es ist eine Schande, dass hier bisher noch gar nichts passiert ist.“ „Die Begründung, dass sich die Straße im Grünen Netz befindet und deshalb nichts gemacht wird, ist unverschämt und lachhaft“, sagt die Anwohnerin Gunda Ringholz. Von der Steinstraße aus müssten alle Fahrer über die L 167 nach Löwenberg, nach Rheinsberg und zur Autobahn. „Hier ist den ganzen Tag sehr viel Verkehr. Und alle fahren so weit wie möglich rechts, wegen der großen Schlaglöcher und Dellen.“ In einem Schreiben an das Land hat Ringholz ihrem Unmut bereits Luft gemacht, bis heute aber keine Antwort erhalten.

Frank Mikley, ebenfalls Anwohner, sagt: „Die Bürgersteige sind katastrophal, die Kanten sind alle unterschiedlich hoch. Hier brauche ich gar nicht zu versuchen, mit meinem Rollstuhl auf die andere Seite zu fahren.“ Bleibt zu hoffen, dass die Straße des Friedens ihren neu errungenen Titel so schnell wie möglich wieder abgeben kann.

Von Christina Koormann

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