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Die ungewöhnlichen Sportarten der „Dossekämpfer“

Tornow Die ungewöhnlichen Sportarten der „Dossekämpfer“

Seit nunmehr 40 Jahren ist das kleine Prignitz-Dorf Tornow Austragungsort einer der wohl ungewöhnlichsten Sportwettkämpfe weit und breit. Aus ganz Deutschland reisen hierzu einstige Hochleistungssportler der DDR an, um am „Dossepokal“ genannten Wettstreit teilzunehmen. Inzwischen ist die nächste Generation herangewachsen, die mitmacht und es den Vätern gleich tun will.

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Stabweitspringen ist nur eine von vielen Spaßdisziplinen. Der 16-jährige Henning Schmidt machte erstmals mit und belegte hierbei mit 5,01 m den zweiten Platz.

Quelle: André Reichel

Tornow. Seit Jahrzehnten wird eine unscheinbare Waldwiese direkt am Stauwehr der Dosse unweit von Tornow zum Austragungsort eines der wohl ungewöhnlichsten Sportwettkämpfe weit und breit. Gemeint ist der Dossepokal, bei dem die „Dossekämfer“ in Disziplinen, wie Stabweitsprung, Milchkannenwerfen und ein Dutzend anderer ungewöhnlicher „Sportarten“ gegeneinander antreten.

Am vergangenen Wochenende war es wieder einmal so weit. Die „Dossekämpfer“ reisten aus allen Winkeln Deutschlands nach Tornow, um sich beim mittlerweile 40. Dossepokal an zwei Tagen in insgesamt zwölf Disziplinen zu messen. Auf dieses Jubiläum freuten sich die „Kämpfer“ und viele treue Fans schon seit langem. Es grenzt an ein kleines Wunder, dass der Dossepokal nunmehr vier Jahrzehnte lang erhalten werden konnte. Was einst als eine kleine Sporteinlage bei einer Geburtstagsfeier des Trainers Jürgen Kraft aus Tornow begann, wuchs schnell zu dem besonderen Sportereignis, das es heute noch ist. In den ersten Jahren fand der Wettkampf noch auf dem Hof von Jürgen Kraft statt, doch schon bald wurde dieser als Sportstätte zu klein, und man zog auf eine Wiese an der nahe gelegenen Dosse um. Dort trifft man sich bis heute jedes Jahr. Es sind im Laufe der Zeit etliche Teilnehmer gekommen und gegangen. Jürgen Kraft, Begründer des Dossepokals, ist inzwischen gestorben, aber längst nicht vergessen.

Zum diesjährigen Jubiläumswettkampf luden die „Dossekämpfer“ einstige Mitstreiter ein, von denen einige auch tatsächlich nach Tornow an die Dosse kamen, wie zum Beispiel Axel Katterle. Der 63 Jahre alte ehemalige Kyritzer ging zwar 1972 nach dem Abitur nach Potsdam zum Armeesportklub (ASK), blieb seiner Heimat allerdings weiter treu. Katterle ist Mitbegründer des Dossepokals und nahm daran bis 1998 teil. Seine Rekorde im Tauchen von 1988 und im Rübenweitwurf von 1994 sind bis heute ungebrochen.

An beiden Tagen wurden nach den Wettkämpfen am Lagerfeuer Fotoalben herumgereicht. Die alten schwarz-weiß-Fotos aus den Anfangsjahren fanden das größte Interesse. Die aktuellen Dossekämpfer verloren bei aller Nostalgie ihren Sportwettkampf nicht aus den Augen. Am ersten Tag zogen die Dossekämpfer der Tradition folgend feierlich ins „Stadion“ ein. Nach genau festgelegten Regeln gab es an beiden Tagen im Wechsel feststehende Disziplinen und welche, die ausgelost werden. Um Bestleistungen im Biatlon, Boccia, Rübenweitwurf, Biertrinken, Stabweitsprung und anderen Disziplinen wurde gerungen und es gab wie immer eine Siegerehrung. Das Stadion ist nun wieder verwaist. Doch nächstes Jahr im August kommen die Dossekämpfer wieder.

Von André Reichel

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