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Ostprignitz-Ruppin Die „versteckte Perle“ Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die „versteckte Perle“ Neuruppin
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00:17 21.11.2016
Ronald Thiel und Mike Blechschmidt vom Förderverein, Michael Müller und Hans Schaefer von der REG. Quelle: Claudia Bihler
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Pritzwalk/Neuruppin

Die Unternehmen und die Wirtschaftsförderungen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin und im Autobahndreieck wollen näher zusammenrücken – und dies machte die Regionale Entwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg auch kürzlich bei einem Termin in Pritzwalk deutlich: Die beiden Geschäftsführer der REG, Michael Müller und Hans Schaefer, stellten einmal mehr fest: „Wir wollen die Zusammenarbeit an der Entwicklungsachse A 24 stärken.“ Kyritz und Wittstock sind mit im Boot, und auch die Zukunftsagentur Brandenburg hat vor nicht allzu langer Zeit signalisiert, die Region als Entwicklungsachse zu sehen.

„Stärken, stärken“ wollte die Landesregierung mit der Ausweisung von Entwicklungskernen schon seit 2004. „Wir wollen uns auch weiterhin an diesem Grundsatz orientieren“, sagte Mike Blechschmidt, Vorsitzender des Fördervereins Wachstumskern Autobahndreieck Wittstock bei dem Kennenlernbesuch. Dazu hat der Verein ein Gutachten zur Fachkräftesicherung in der Region in Auftrag gegeben. Das Forschungsinstitut Empirica aus Berlin ist in der umfangreichen Studie vor allem auch der Demografie in der Region auf den Grund gegangen und dabei zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen.

Prignitz verliert in alle Richtungen

Tatsächlich gehen die Einwohnerzahlen in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Prignitz weiterhin zurück – wenn auch nicht mehr in dem Umfang wie noch vor einigen Jahren. Allerdings: Der Rückgang des Rückgangs ist weniger der Bleibewilligkeit junger Leute geschuldet als dem Umstand, dass die Einwohnerbasis in einigen Altersgruppen bereits stark ausgedünnt ist. Oder landläufig gesagt: Es gibt kaum noch Leute, die weg gehen können. Positiv dagegen: Die, die auch weiterhin weggehen, gehen nicht mehr nach Baden-Württemberg oder Bayern, sondern orientieren sich in der näheren Region wie Berlin oder Hamburg.

Bei einer intensiven Analyse der Zahlen getrennt nach Landkreisen stellte Empirica fest, dass es auch Unterschiede in den beiden Landkreisen gibt. Die Prignitz verliert in alle Richtungen ihre junge Bevölkerung – darunter auch in den ebenfalls strukturschwachen Raum des benachbarten Südmecklenburgs. Großes Manko der Region: Es gibt keine Hochschule.

Neuruppin gehört zu den „versteckten Perlen“

Als positive Entwicklung wird deshalb auch die Einrichtung der medizinischen Hochschule in Neuruppin gesehen, auch, wenn diese nur wenige Plätze aufweist – und Neuruppin generell zu klein sei, um ein großer Hochschulstandort zu werden.

Dennoch: Nur wenige mittelgroße Städte in ganz Deutschland können überhaupt noch auf einen Bevölkerungszuwachs zählen. Neuruppin, das stellt das Gutachten fest, ist einer dieser „versteckten Perlen“. Die Abwanderungsbilanz der Stadt ist insgesamt positiv und bei jüngeren Menschen aus dem Hinterland weniger negativ als in den Prignitzstädten – und in der Altersklasse über 30 bereits positiv. Empirica: „Die Stadt weist die höchste Dichte junger Menschen in der gesamten Region aus.“

Neuruppin als Wohnort für Fachkräfte

Empirica empfiehlt deshalb: „Die positive Entwicklung der Stadt Neuruppin sollte durch die Raumordnungs- und Strukturpolitik unterstützt werden.“ Strategisches Ziel müsse sein, die vorhandenen Ansätze Neuruppins, zu einer kleinen Schwarmstadt zu werden, weiter zu stärken, damit die Stadt in der Konkurrenz zu den größeren „Schwarmstädten“ bessere Chancen habe: Und zwar in allen Belangen wie Schulbildung, Einzelhandel, Gesundheit, Tourismus oder die Krankenhausplanung. Unabhängig von der Kreisstadtdiskussion, aber nicht weniger eindeutig heißt es: Auch die Standorte der öffentlichen Verwaltungen sollten hier konzentriert werden, um die Stadt weiter zu beleben: „Stets sollten die versteckten Perlen gegenüber Alternativstandorten bevorzugt werden.“

Geht es nach den Unternehmen im Autobahndreieck, sollte Neuruppin vor allem auch als Wohnstandort für die dringend benötigten Fachkräfte entwickelt werden. Mike Blechschmidt: „Damit sie nicht erst nach Berlin abwandern.“

Derzeit gilt die 31 000-Einwohnerstadt Neuruppin unter jungen Leuten als attraktiver, aber teurer Wohnstandort. Sie ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen und bietet unter anderem mit dem Jugendfreizeitzentrum auch entsprechende Strukturen. Michael Müller: „Was den knappen Wohnraum angeht, haben wir sehr viele Entwicklungskonzepte in Arbeit.“

Von Claudia Bihler

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