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Die zwei von nebenan singen für die Kirche

Nachbarinnen rocken Blandikow Die zwei von nebenan singen für die Kirche

Ina Schwarz und Monika Pehlgrim sind Nachbarinnen in Blandikow. Vor das Publikum treten sie als „Die zwei von nebenan“. Seit fünf Jahren ist das Gesangsduo in der Region unterwegs und sammelt Geld für die Kirchturmsanierung. Und das ziemlich erfolgreich.

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Ina Schwarz (l.) und Monika Pehlgrim feilen seit August wöchentlich an dem neuen Adventskonzert.

Quelle: Christamaria Ruch

Blandikow. Die Tonleiter gehört für Ina Schwarz zum Alltag. Sie klettert dort mit sicherem Gespür hinauf, bewegt sich in den höchsten Tönen und singt dabei im Duett mit Monika Pehlgrim. Dabei spielt sie auch noch Gitarre und schafft die Hintergrundkulisse. Glockenklar hallen der Mezzosopran und die Altstimme durch den Raum.

„Die Stimme trägt mich“, sagt Ina Schwarz treffend. „Musik ist mein Leben“, bringt Monika Pehlgrim ihre Leidenschaft auf den Punkt. Die beiden Frauen wohnen als Nachbarinnen in Blandikow. Und wenn sie vor das Publikum treten, dann als „Die zwei von nebenan“. Seit fünf Jahren ist das Gesangsduo in der Region unterwegs. Anfangs noch namenlos. „Wir hatten überlegt, ob wir uns die „Zwei PS“ nennen sollen, abgeleitet von den Anfangsbuchstaben unserer Familiennamen“, erinnert sich Ina Schwarz. Als „Die zwei von nebenan“ sorgen sie seit drei Jahren für nachhaltige Musikerlebnisse. Sie locken scheinbar mühelos 400 Zuhörer in die Kirche ihres Heimatdorfes. Erst vor zwei Jahren gelang ihnen dieses Kunststück. Damals bereiteten sie das erste Adventskonzert unter dem Titel „Glockenklang aus der Ferne“ vor. „Vor dem Auftritt dachten wir, wenn 200 Besucher kommen, sind wir glücklich“, so Schwarz. Das Duo sang dann vor doppelt so vielen Zuhörern. „Wir waren drei Tage lang wie auf Wolke sieben.“

Die Qual der Wahl

Die Qual der Wahl: Die Lieder für die Auftritte werden gemeinsam ausgewählt.

Quelle: Christamaria Ruch

Bis jetzt kennen nicht einmal die beiden Sängerinnen das Geheimnis für diesen Erfolg. Oder doch? „Man sieht uns vielleicht die Freude an, wenn wir singen und dass wir dies aus dem Herzen heraus machen.“ Denn auch die Neuauflage des Adventskonzertes im letzten Jahr füllte das Gotteshaus in gleicher Weise. Dieser Auftritt stand unter dem Thema „Märchenglück und Glockenklang“. Und auch in diesem Jahr ist der erste Adventssonntag, 29. November, um 14 Uhr rot im Kalender markiert. Dann werden „Die zwei von nebenan“ wieder mit Gästen das Publikum auf die Adventszeit einstimmen. Klassik, Kirchenlieder und Balladen sind ihr Markenzeichen. Bis zu 25 neue Lieder erklingen bei dem Konzert.

Natürlich tauchen auch in diesem Jahr erneut die Glocken im Programmtitel auf. Damit schlagen Schwarz und Pehlgrim trotz des Musikgenusses auch ernste Töne an. Denn der Kirchturm in Blandikow gehört schon lange zum Sanierungsfall. Ein langer Riss an der Südseite vom Turm ist wie ein Fingerzeig. Gut 160 000 Euro sind für die Turmsanierung kalkuliert. Doch frühestens 2017 ist nach Aussage von Pfarrer Bertold Schirge mit einem Beginn der Arbeiten zu rechnen. „Alle Einnahmen aus unseren Auftritten in der Kirche spenden wir für die geplante Sanierung“, sagen die beiden Sängerinnen. Ihre ersten zwei Konzerte spülten insgesamt 4800 Euro in die Kasse. „Es ist für uns selbstverständlich, unserer Kirche zu helfen.“ Beide sehen in dem Gotteshaus einen besonderen Ort. Vielleicht liegt es auch an der Stimmung und Akustik in der Kirche, dass sie so ein Echo und Spendenbereitschaft auslösen.

Singen für die Kirche

Singen für die Kirche: Der Turm in Blandikow ist von einem breiten Riss durchzogen und wartet auf die Sanierung.

Quelle: Christamaria Ruch

Doch vor dem Auftritt und Erfolg stehen die Proben auf dem Programm. Seit August stehen bei Ina Schwarz und Monika Pehlgrim die Zeichen ganz auf Advent. Immer dienstags um 20 Uhr treffen sie sich und feilen dann an jedem Stück. Dabei ergänzen sich beide in bewährter Weise. „Bei der Gartenarbeit oder beim Laufen kommen mir gute Gedanken für die Auswahl der Stücke“, verrät Schwarz. Sie nimmt seit 13 Jahren sogar Gesangsunterricht.

Die Choreographie für den Auftritt, Kostümwechsel und Rahmenhandlung liegen ganz in den Händen von Monika Pehlgrim. Das Bühnenbild trägt erneut die Handschrift von Michael Janott aus Blumenthal.

Auch die Konzertpause mit ausgiebigem Kaffeetrinken und unzähligen Kuchenspenden aus dem Dorf gehören zum Ablauf. „Die Besucher werfen schon ein Auge auf die Choreographie und der schönste Dank ist das Echo“, so Monika Pehlgrim. Stehende Ovationen des Publikums sind dabei keine Seltenheit.

In diesem Jahr stehen erstmals auch fünf Kinder aus Blandikow mit im Rampenlicht. Außerdem gesellen sich wieder Dörte Simon-Rhin, Antje Simon und Maren Müller mit hinzu. Siggi Leistner sorgt erneut für die richtige Beschallung beim Auftritt. Sogar ein Überraschungsgast ist fest in das zweistündige Programm mit eingeplant. Doch wer sich dahinter verbirgt, bleibt bis zum ersten Advent geheim.

Von Christamaria Ruch

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