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Diese Einsätze sind teurer als jeder Tüv

Feuerwehr in Wittstock wird auch zu qualmenden Autos gerufen Diese Einsätze sind teurer als jeder Tüv

Immer wieder wird die Wittstocker Feuerwehr wegen qualmender Autos gerufen. Doch meist entpuppen sich die Einsätze als Bagatelle – weil Autofahrer vergessen haben, das Motoröl nachzugießen oder die Bremsen zu erneuern. Dann kommt sie der Einsatz teuer zu stehen.

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Bei dem Opel war der Öleinfülldeckel nicht verriegelt. Dadurch trat bei der Fahrt Öl und Öldampf aus dem Motorraum aus und die Fahrerin alarmierte die Feuerwehr.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Wittstock. Bei schönstem Sommerwetter nimmt sich jeder so seins vor, was angesichts von Schlechtwetter schon lange aufgeschoben war. Auch die ehrenamtlichen Mitglieder der Wittstocker Feuerwehr und der Einheiten in den Ortsteilen sind da keine Ausnahme: Sie alle haben auch private Interessen. Trotzdem lassen die meisten von ihnen auch an Wochenenden sofort alles stehen und liegen und fahren zur Feuerwache, wenn alarmiert wird. Nach dem Warum einer Alarmierung fragt keiner und jeder bereitet sich auch innerlich schon beim Umkleiden im Laufschritt auf schlimme Situationen am möglichen Einsatzort vor.

Mehrere Fahrzeuge und Mannschaften rücken aus

Montagnachmittag um 16.45 Uhr alarmiert die Leitstelle die Wittstocker Feuerwehr wegen eines brennenden Kleintransporters auf der Röbeler Straße an der Bushaltestelle am Waldring. Mit Fahrzeugen und Mannschaften ist ein Löschzug schnell zur Stelle. Gesichtet wird auf der Ladefläche des Kleintransporters dann etwas Qualm und der Beifahrer hatte auch schon glimmende Presspappe unter der Dachdeckerladung hervorgezogen und auf dem Gehweg abgelegt. Weitere Reste entdeckte dann auch der stellvertretende Wehrführer Matthias Krüger und organisierte das Ablöschen und Kühlen mit Löschwasser bis auf die Ladefläche. Was den Schwelbrand auf der Ladefläche verursacht haben könnte, blieb rätselhaft. Ein auf dem Kleintransporter gelandeter Glimmstängel könnte die Ursache gewesen sein, aber auch andere Ursachen sind dafür noch denkbar. Den Einsatz bewertet Wehrführer Krüger allemal skeptisch und kritisch. Er wäre bei ausreichender gründlicher Ladungskontrolle durch den Fahrzeugführer wohl auch vermeidbar gewesen.

Die Wittstocker Feuerwehr im Einsatz

Die Wittstocker Feuerwehr im Einsatz: Bei diesem Kleintransporter qualmte die Ladung. Vermutlich war die Ursache eine glühende Zigarettenkippe auf der Ladefläche.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Am Freitag um 14.56 Uhr kommt eine Alarmierung zur Autobahn 19 wegen eines brennenden Wagens. 15 Feuerwehrkameraden machen sich sofort mit sechs Fahrzeugen auf den Weg zum Einsatzort. Statt eines Pkw-Brandes treffen sie auf einen stehenden Wagen an der Autobahnabfahrt Wittstock, der aus dem Motorraum qualmt. Unter dem Fahrzeug hatte sich eine Öllache gebildet. Für die Wittstocker Feuerwehr war es Minutensache, mit Bindemittel das Motorenöl wieder aufzunehmen. Ursache des Lecks war ein offener Verschluss am Motor, der wohl vergessen worden war. Nach einer halben Stunde konnte die Feuerwehr wieder zur Wache nach Wittstock zurückfahren.

„Das ist ein Versäumnis des Halters“

Um 21.36 Uhr am Freitag gibt es wieder Alarm für Wittstocks Feuerwehr: Auf der A 19 bei Wittstock in Richtung Rostock würde ein Wohnmobil brennen, hieß es von der Leitstelle. 16 Feuerwehrleute mit sechs Fahrzeugen machen sich zur späten Stunde schnellstens auf den Weg. An der Einsatzstelle steht ein Wohnmobil mit stark qualmenden Radnaben auf der Vorderachse. Kein Brand, nichts läuft aus. Das Wohnmobil mit der Fahrerin wird nach Wittstock auf den Norma-Parkplatz abgeschleppt und dort kühlen die Feuerwehrleute mit Löschwasser die Radnaben und die Vorderachse sowie den Fahrzeugboden. Dann stellt sich heraus, dass die Bremsen durch den abgefahrenen, fehlenden Bremsbelag einfach heißgelaufen sind, bis das Metall zu qualmen begann. Um 22.19 Uhr waren die Feuerwehrkameraden dann in das Wochenende entlassen. „Klar ein Versäumnis des Halters, sich vom Zustand und den Sicherheitsanforderungen seines Fahrzeugs vor Fahrtantritt zu überzeugen“, sagt der Vize-Wehrführer Matthias Krüger. Dieser Feuerwehreinsatz war zwar notwendig, weil die heiß gelaufenen Fahrwerksteile wirklich schnell zu einem Fahrzeugbrand führen könnten. Aber der Einsatz wäre vermeidbar gewesen, wenn der Fahrzeughalter sein Fahrzeug vor Fahrtantritt gecheckt hätte.

Dieser und die zwei anderen Feuerwehreinsätze werden den Fahrzeughalter nun in Rechnung gestellt. „Wir werden mit einem Sachverhalt alarmiert, auf den wir uns vorbereiten und in einer festgelegten Ausrückeordnung notwendige Kameradenanzahl und Fahrzeuge mitführen. Was uns wirklich an der Einsatzstelle erwartet, wissen wir vorher nicht“, sagt der Stellvertreter der Wittstocker Feuerwehrführung. Zum Glück sei in diesen Einsatzzeiten nichts wirklich Schlimmes an anderen Orten passiert, der einen Einsatz in diesem Umfang dringlicher gemacht hätte. Dann nämlich wäre die Verfügbarkeit schon sehr fraglich geworden.

Von Gerd-Peter Diederich

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