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Ostprignitz-Ruppin Dirk Mahler stellt in „Louversum“ aus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Dirk Mahler stellt in „Louversum“ aus
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00:16 07.09.2016
Lustwandeln im Foto-Garten, der einst ein Papiergarten war. Quelle: Buddeke
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Lichtenberg

Die Fotoleinwand ist monochrom, changiert irgendwo zwischen mittelgrau und weiß. Hintergrund? Licht. Das Motiv? Mäandernde Linien aus winzigen Formen. In den Unschärfebereichen sehen sie wie Pillen aus, aber dort, wo das Foto tiefenscharf wird, sieht man deutlich, dass dem nicht so ist. Zu eckig, die Umrisse. Auf den anderen Fotos geht es ähnlich zu. Die Vernissage-Gäste wandeln zwischen den Leinwänden und rätseln, so sie nicht wissen, was der Fotograf Dirk Mahler abgebildet hat. Manch einer hat das winzige Bild am Eingang der zur Galerie umgebauten Scheune „Louversum“ bemerkt. „Nadine Gutbrod, Papierschnitte“ steht darunter. Und in der Tat, auch hier erkennt man die komplette Palette der Grautöne, lange und hunderte winzige Strichelchen, geordnet wie Metallspäne am Magneten.

Dirk Mahler (Mitte). Quelle: Regine Buddeke

Kunst entsteht aus Kunst – so könnte man die Ausstellung der Mahlerschen Fotos grob beschreiben. Im Mai habe die Galerie ihn angerufen und zum geheimnisvollen Fototermin gebeten, erzählt Dirk Mahler, den viele noch als Neuruppiner Pressefotografen und durch seine inszenierten Fotos der Fontane-Frauen kennen, die 2010 in Ruppin ausgestellt wurden. „Ich wusste gar nicht, was da auf mich zukommt“, so Mahler, der sich dann jedoch – als er sieht, was Sache ist – voll auf die Arbeit einlässt, die Papierschnitte der Wahlberlinerin Nadine Gutbrod zu fotografieren – drei Meter lange Papierbahnen, die sie mit dem Skalpell so bearbeitet hat, dass Licht und Schatten auf dem Papier eine eigentümliche Liaison eingehen. Hier hat Mahler eine Spielwiese, die ihn völlig weg von seinem sonst bevorzugten Sujet Porträt führt.

„Es geht mir um Ästhetik. Um Formen“, so Mahler. Nicht um das schnelle Abschießen. Er, der sonst Auftragsarbeiten fertigt, habe es genossen, völlig frei zu arbeiten, sich der Materie unbefangen zu nähern. „Ich bin durch den Papiergarten gelustwandelt und habe mit Licht gespielt“, erzählt er über den Prozess im Mai, als die Papierschnitte noch dort hingen, wo jetzt seine Fotoinstallation zu sehen ist.

Viele Besucher kamen zur Vernissage. Quelle: Regine Buddeke

Als Hommage möchte er seine Arbeit nicht verstanden wissen. „Eher eine Art Remix“, beschreibt es der passionierte DJ. Er habe ein eigenständiges Werk auf ein anderes Werk geschaffen. Kunst gebiert neue Kunst, könne man auch sagen. Denn dass Fotografie Kunst ist, beschreibt Volker Büttner launig-ausschweifend in seiner Laudatio den mehr als 30 Vernissage-Gästen, die am Sonnabend kamen.

Ausschnitt eines von Nadine Gutbrods Papierschnitten. Quelle: Regine Buddeke

„Ich habe alle Motive wiedererkannt“, sagt die ebenfalls anwesende Nadine Gutbrod, die Mahlers Interpretation ihrer Arbeit sehen wollte. „Ich war zuerst überrascht“, bekennt die 29-Jährige, die schon seit 2011 mit Papier arbeitet. „Und bin mehr als zufrieden.“

Von Regine Buddeke

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