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Ostprignitz-Ruppin Dirk Niechotz aus Rossow richtet den Wald ein
Lokales Ostprignitz-Ruppin Dirk Niechotz aus Rossow richtet den Wald ein
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00:18 08.04.2016
„Ich arbeite am liebsten mit meinen Händen“, sagt Dirk Niechotz. Quelle: Claudia Bihler
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Rossow

„Die meisten Leute wollen sich ja heute nicht mehr schmutzig machen“, meint Dirk Niechotz und zeigt seine Hände: „Mir macht das nichts aus, ich arbeite am liebsten alles, was ich mit meinen Händen tun kann.“ Und schmunzelnd sagt er weiter: „Die stabile Figur dafür habe ich ja.“ Nun gut – nicht alles, was der Rossower Waldeinrichter unternimmt, kann er ausschließlich durch Handarbeit leisten. Aber für den Bau und Abbau von Zäunen im Wald oder auch für den Bau von Hochsitzen hat er schließlich seine Motorsäge, die der Rossower auch häufig im Kofferraum seines Offroaders griffbereit dabei hat.

Rossower ist allen als Bumenkalle bekannt

Die meisten kennen den Mann aus Rossow eher unter seinem Spitznamen „Blumenkalle“. Früher nämlich hat er mit Blumen gehandelt. Und dann traf Niechotz auf einen Mann, der zunächst mal alle diejenigen, deren Namen er nicht kannte, mit „Kalle“ bezeichnete. So auch den Rossower, der wegen seines Geschäfts dann schnell seinen Namenszusatz bekam. Der Name blieb, das Geschäft hat Niechotz inzwischen aufgegeben: „Das hat sich irgendwann nicht mehr gelohnt, schließlich sind Blumen eine verderbliche Ware.“

Von da an hat Niechotz sein Berufsleben vielfältiger gemacht. Einerseits ist er Jäger und Jagdaufseher, so dass er viele Kontakte zu Jagdkollegen hat. Die hatten diverse Aufträge im Wald für den Mann, der zunächst eine Landwirtschaftsausbildung absolviert hat. Später begann er dann, auch Gärten für Interessenten anzulegen: „Nicht nur ein bisschen Unkraut zupfen, sondern die Gärten wirklich urbar machen.“ Dass er zudem Entrümplungen und Abrissarbeiten übernahm, war ein weiteres Standbein.

Aus Rossow kommen 100 Hochsitze im Jahr

Seine Spezialität ist jedoch der Bau von Hochsitzen. Rund 100 Stück im Jahr baut er zusammen: „Meine Familie hilft mir dabei“, sagt er. Das Sortiment reicht vom einfachen Hochstand bis zum rustikal-stabilen Hochsitz mit Sitzgelegenheit, und er liefert sowohl in die Region wie auch in den weiteren Umkreis – etwa bis in die Uckermark. Nur die ganz luxuriösen mit Schlafgelegenheiten im Stil von großen Baumhäusern, die inzwischen in der Jägerschaft in Mode kommen, stellt er nicht her: „Für deren Aufbau braucht man einen großen Kran, das ist zu aufwendig.“

Das Holz schlägt der Selbermacher in Eigenleistung, bestellt ein mobiles Sägegatter, um die notwendigen Teile für den Hochsitz zu sägen, den er auf seinem Hof zusammenschraubt. Erst dann wird das Waldmobiliar an seinen Bestimmungsort gebracht.

Rossower Dorfgemeinschaft ist ihm wichtig

In jeden seiner Hochsitze schraubt Nichotz ein kleines Schild mit seiner Firmenadresse. „Ein Jäger geht ja nicht immer nur zur Jagd, um etwas zu schießen“, meint der Rossower Waldeinrichter, „manchmal geht man auch nur raus, um seine Ruhe zu haben, im Grünen zu sein und die Vögel singen zu hören.“ Jägern, die dann einfach auf dem Hochsitz ihre Blicke schweifen lassen, fällt das kleine Schild oft ins Auge – und wenn ihnen die Waldmöbelstücke von Niechotz gefallen, hat der Rossower einen neuen Kunden gewonnen.

Inzwischen kann sich Dirk Niechotz durchaus als Rossower bezeichnen, obwohl er im Jahr 2006 erst in den Ort gezogen ist. Er übernahm mit seiner Familie ein ziemlich chaotisches Grundstück, auf dem er seine Werkstatt errichtet hat und ist auch in der Feuerwehr aktiv. Und dann sagt er, was ihm sehr wichtig ist: „Wir sind von den Menschen hier in Rossow sehr freundlich aufgenommen worden. Hier gibt es noch eine echte Dorfgemeinschaft mit einem echten Miteinander.“

Von Claudia Bihler

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