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Doktorarbeit über Kraniche und Tourismus

Linum Doktorarbeit über Kraniche und Tourismus

Kristina Hühn forscht in der Naturschutzstation Linum für ihre Doktorarbeit – über die Wechselbeziehung von Kranichen, Dorfbewohnern, Touristen und Landwirtschaft. Bei Führungen klärt die Biologin Besucher über das richtige Verhalten bei der Vogelbeobachtung auf, so dass die scheuen Tiere nicht gestört werden.

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Kristina Hühn`s Spezialgebiet sind zwar eigentlich Vögel, aber sie kennt sich auch mit anderen Tieren aus.

Quelle: Fotos (3)Peter Geisler

Linum. Wenn sich über Linum der Himmel verdunkelt und die Kraniche mit großem Geschrei gegen Abend ihren Rastplatz in den Teichgebieten aufsuchen, geht Kristina Hühn das Herz auf. Die 32-jährige Biologin forscht in der Naturschutzstation Linum für ihre Doktorarbeit – über Kraniche und Tourismus. „Gut, Linum ist zwar eine Schildkrötenstation, aber warum sollte man sich nicht auch mal mit Vögeln beschäftigen“, sagte sie sich und bewarb sich dort. Ornithologie ist ihr Spezialgebiet Bei der Vogelschutzwarte Buckow hat sie ihre Diplomarbeit geschrieben. Jetzt haben es ihr die Kraniche angetan. Sie ist bereits im dritten Jahr vor Ort, erlebt die dritte Herbstrast mit.

Den richtigen Umgang mit Kranichen lernen

„In der Saison bin ich überwiegend hier. und habe das Dorf lieben gelernt.“ Und eben auch die Großvögel. Aber „Kraniche ohne Menschen geht nicht“. Sie beleuchtet die Wechselbeziehung von Kranichen, Dorfbewohnern, Touristen und Landwirtschaft. Wo sind Konflikte, wo Überschneidungen? Dazu hat sie 900 Touristen, aber auch Landwirte und Einwohner per Fragebogen interviewt. Wollte so erfahren, was diese erwarten und was wissen sie über die Vögel. „Viele wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen, wie sie die Tiere beobachten können, ohne dass sich diese gestört fühlen“, sagt die Ornithologin. Viele Besucher halten sich nicht an Absperrungen oder offizielle Wege oder sind einfach zu laut für die scheuen Tiere. Dass will sie in die richtige Richtung lenken. „Der Kranich wird von Touristen beeinflusst. Er zieht sich immer mehr von der Straße aufs Feld zurück.“ Kristina Hühn bietet regelmäßig Führungen an, um interessierten Besuchern die nötigen Informationen zu geben. „Ich finde es spannend, Menschen für die Natur zu begeistern und ihnen zu zeigen, wie man sich dort richtig verhält“, sagt die Biologin. Seit kurzem gibt es einen virtuellen Kranichranger fürs Smartphone mit Hinweisen, wie man die Tiere beobachten kann, ohne sie zu stören.

Vögel sind nach wie vor ihre Lieblingstiere

Anfang Oktober wurden bereits weit über 40 000 Kraniche gezählt, die im Rhin- und Havelluch rasten. Von der Anzahl ist Kristina Hühn selbst überrascht. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit, die sie auch oft genug auf Feld führte, wurde sie auch handwerklich tätig. Sie hat eigens einen Kranich aus Holz angefertigt, eigentlich um Kraniche anzulocken. Jetzt steht er vor der Naturschutzstation, um Touristen zu werben. Im Frühjahr kommenden Jahres hofft Kristina Hühn , ihre Doktorarbeit abschließen zu können. Dann geht es auf Jobsuche. Am liebsten möchte sie im Bereich Naturtourismus arbeiten mit dem Schwerpunkt auf Vögeln. Das müssen aber nicht Kraniche sein.

Von Dagmar Simons

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