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Dompfaffen sorgen für gute Laune

Wernikow Dompfaffen sorgen für gute Laune

Schon seit 15 Jahren trällern die Dompfaffen aus Wernikow. Dahinter steckt eine reine Männergruppe von 49 bis 70 Jahre. Zehn Dompfaffen treten mit knallrotem T-Shirt und Strohhut auf. Volkslieder, Schlager und auch a-capalla-Gesang gehören zum Repertoire. Die Proben verlaufen sehr entspannt. Niemand muss Noten lesen können, die Herren singen nach Gehör.

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Für die Wernikower Dompfaffen zählt vor allem die Gemeinschaft in der Männerrunde.

Quelle: Christamaria Ruch

Wernikow. Mit dem Sonderzug fuhren die Wernikower Dompfaffen in diesem Sommer zwar nicht nach Pankow, aber in Rostock Warnemünde legten sie einen Stopp bei der Bootsmesse Hanse-Sail ein. Die Männertruppe fuhr von Pritzwalk über Meyenburg direkt an die Ostsee. „Da haben wir mit unseren Frauen das 15-jähriges Bestehen gefeiert“, sagt Frank Bergenthal.

Die zehn Männer fallen auf. Knallrote T-Shirts und Strohhüte sind ihr Markenzeichen. Dann stellen sie sich in einer Reihe auf und schon trällern sie ihre Lieder. Gitarren umrahmen den Gesang. Und nach dem ersten Lied steht fest: Hier sind Gute-Laune-Sänger am Werk. Die Herren pflegen alle zwei Wochen ihre Männerrunde. In der Alten Schule in Wernikow treffen sie sich donnerstags um 19 Uhr. Neben Frank Bergenthal sind Michael Flick, Wolfgang Fobbe, Steffen Gröger, Hans-Heinrich Grünhagen, Holger Langanke, Klaus Mundt und Reinhard Wiedebusch von Anfang an dabei. Seit zwei Jahren verstärkt Olaf Fröhlich die Truppe, und in diesem Jahr kam noch Rob Wilson hinzu. Beide spielen wie Wolfgang Fobbe Gitarre und sorgen für die Begleitmusik.

Die Wernikower Dompfaffen bei einem Auftritt beim Pausenstopp der Tour de Prignitz

Die Wernikower Dompfaffen bei einem Auftritt beim Pausenstopp der Tour de Prignitz.

Quelle: Christamaria Ruch

Das Gründungsdatum ist noch allen sehr gegenwärtig. „Am 20. Juni 2002 haben wir uns neben der Alten Schule getroffen und wollten für das Erntefest etwas vorbereiten“, erinnert sich Frank Bergenthal. Zu später Stunde schauten die Männer hinüber zur Kirche und entdeckten darin eine Ähnlichkeit mit einem Dom. Und weil der lateinische Name vom Dompfaff Pyrrhula pyrrhula lautet und so schön klingt und dieser Vogel so schön singt, gingen die Männer an diesem Abend als Wernikower Dompfaffen nach Hause.

„Wir haben alle Chorerfahrung und einige singen immer noch im Wittstocker Männerchor“, so Frank Bergenthal, Manager der Truppe. Volkslieder, Schlager und auch A-capalla-Gesang gehören zum Repertoire. 30 bis 40 Lieder können sie abspulen. Besonders das Lied vom grünen Kaktus stellte die Dompfaffen vor eine Bewährungsprobe. Vor zehn Jahren übten sie diesen A-capella-Gesang für das 15-jährige Bestehen der Blandikower Feldlerchen. „Ein Jahr haben wir das Lied geprobt und am Ende hat meine Frau am Klavier mit uns geübt“, sagt Wolfgang Fobbe. Die Männer zwischen 49 und 70 Jahre suchen vor allem die Gemeinschaft. „Das ist eine Männerrunde, hier kann man von der häuslichen Situation entspannen“, sagt Klaus Mundt und spricht wohl allen anderen aus dem Herzen.

Inzwischen lieben sie auch Schlager

„Früher war Wolfgang Fobbe kein Schlagerfan, heute singt er sie sehr gern“, sagt Frank Bergenthal. Fobbe klärt seine neue Leidenschaft gleich auf: „Wie toll klingt doch das Lied „Rote Lippen soll man küssen“, da ist alles drin und drückt so viel aus.“ Diese Schlager der 1960er Jahre findet Fobbe „sehr gut, die kommen auch beim Publikum gut an.“ Die anderen Männer nicken und Frank Bergenthal sagt: „Bei Schlagern taut das Publikum gleich auf, die sind Erinnerungsschatz.“ Die meisten Zuhörer der Dompfaffen gehören zur Gruppe 40 oder 50 plus. „Die Zuhörer schunkeln gerne mit“; so Bergenthal. Gut zehn Auftritte im Jahr kommen bei den Dompfaffen zusammen. Hochzeitsjubiläen oder Familienfeiern sind eine sichere Bank. Aber auch bei der Tour de Prignitz oder dem Wittstocker Tourismustag sorgen die Dompfaffen für gute Stimmung.

Die Proben sind total entspannt

Bei der Probe sind alle „total entspannt“, so Bergenthal. „Hier muss niemand Noten lesen können, wir singen nach Gehör und haben einfach Spaß an der Musik“, sagt er. „Der Zusammenhalt ist einfach gut“, sagt Hans-Heinrich Grünhagen. Während Klaus Mundt als Conferencier die Auftritte moderiert, gilt Wolfgang Fobbe als Arrangeur. „Erst taucht ein Lied auf, was eventuell zu uns passen könnte, dann spiele ich mit der Gitarre, finde eine Harmonie im Lied und nach der Melodiestimme kommt die zweite Stimme hinzu“, sagt Fobbe. „Wenn es schnackelt, habe ich eine Idee für den Stimmsatz“, sagt er. Herrentagstausflüge oder Boßeltouren schweißen die Dompfaffen noch weiter zusammen. „Boßeltouren sind sinnlos, machen aber Spaß“, sagt Bergenthal. Und zu vorgerückter Stunde entstehen die besten Ideen. Da wird auch aus dem „Biancalied“ schnell eine Satire und das „Soljankalied.“

Info Wer die Dompfaffen aus Wernikow für einen Auftritt engagieren möchte, kann bei Frank Bergenthal unter 03394/44 03 58 anrufen.

Von Christamaria Ruch

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