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Don Quixote reitet zur Oper

Klein Leppin Don Quixote reitet zur Oper

„Don Quixote de la Prignix“ ist eine Plastik des Bildhauers Horst Oppenhäuser, der sie den Dorf-macht-Oper-Aktiven leihweise zur Verfügung stellte. Sie wurde von Breetz bei Lenzen nach Klein Leppin gebracht und weist nunmehr den Weg zur Oper „Don Quichotte“. Die übrigens jetzt schon restlos ausverkauft ist.

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Seine Lanze weist nach Klein Leppin: „Don Quixote de la Prignix“ macht neugierig auf die Oper „Don Quichotte“ in Klein Leppin.

Quelle: Andreas König

Klein Leppin. Wie er das so steht inmitten von Kamille, Gras und Sommerwind, möchte man ihm unwillkürlich den Helm ein wenig aus dem Gesicht schieben. Aber „Don Quixote de la Prignix“ hat den Kopfschutz bewusst tief in die Stirn gezogen, denn er reitet nach Klein Leppin. Zumindest weist die Lanze in Richtung des Festspielhauses. Dort wird am 15., 16. uns 17. Juli „ chez la Duchesse“ (Don Quichotte bei der Herzogin) gezeigt. Wer die Produktionen des Vereins „Dorf macht Oper“ um Christina Tast kennt, weiß jedoch, dass die Laien und Profidarsteller es nicht beim bloßen Aufführen der Oper von Joseph Bodin de Boismortier belassen. „Wir beziehen erneu t den Klein Leppiner Opernchor, die Kinder und erstmals in diesem Jahr auch einige Flüchtlinge aus Glöwen mit ein“, sagt Regisseurin Mira Ebert. „Wir nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Abenteuer Don Quichottes,“

Noch Stunden zuvor stand die hölzerne Figur des „Ritters von der traurigen Gestalt“ in Breetz bei Lenzen. Geschaffen hat sie der dort lebende Künstler Horst Oppenhäuser. „Unser Vereinsmitglied Hans Lange hatte die Idee, dass diese Skulptur toll zu unserer Aufführung passen würde“, sagt Christina Tast. Der Künstler war gern bereit, sein Werk nach Klein Leppin auszuleihen. Hans Lange, Christina Tast und fünf Flüchtlinge aus Glöwen fuhren die knapp 70 Kilometer bis an die an Grenze zu Mecklenburg und holten den Don Quixote in Einzelteilen ab. Stunden schweißtreibender Arbeit später sitzt der Ritter auf seinem treuen Pferd Rosinante und macht Vorbeifahrende neugierig.

Die Vorstellungen sind restlos ausverkauft

Allerdings ist es nicht mehr möglich, Karten für eine reguläre Aufführung zu bekommen. „Die Vorstellungen sind restlos ausverkauft“, sagt Christina Tast. Und das, obwohl erstmals vier Vorstellungen an einem Wochenende angesetzt wurden. „Leider gibt es auch für die öffentliche Generalprobe keine Karten mehr“, bedauert Christina Tast. Lediglich die öffentliche Hauptprobe am Sonnabend, 9. Juli, ab 10 Uhr bietet noch Gelegenheit, sich die Oper und ihre Klein Leppiner Interpretation zu verfolgen.

Die Handlung des Schelmenromans von Cervantes und der Opernadaption ist aktueller denn je. „Wir lassen Don Quichotte auf sein abenteuerliches Leben zurückblicken“, sagt Mira Ebert. Dass die Oper in Deutschland wahrscheinlich noch nie zu sehen war, macht den zusätzlichen Reiz der Klein Leppiner Inszenierung aus.

Dabei geht das Umfeld des alt gewordenen Abenteurers auf Distanz zu ihm. „Die Bewohner seines Ortes möchten ihn von weiteren Taten oder Dummheiten abhalten“, erklärt die Regisseurin. Doch nach und nach entfaltet sich vor den Mitmenschen und natürlich auch den Zuschauern eine fantastische, abenteuerliche Welt. Die Skeptiker lernen, die Welt mit den Augen des Sonderlings zu sehen und merken nach und nach, dass es zuweilen nicht schlecht oder gar eine Krankheit sein muss, wenn man anders ist.

Klein Leppin ist seit Jahren bei „Dorf macht Oper“ aktiv

Im Roman enden die Begegnungen Don Quichottes und seines treuen Begleiters Sancho Pansa mit ihren Zeitgenossen meist damit, dass die Sonderlinge verprügelt werden. Eine Szene sticht jedoch heraus. Die beiden werden von Hirten sehr freundlich und ohne Vorurteile aufgenommen. Bei einem gemeinsamen Abendessen erzählen Gastgeber und Gäste einander Geschichten und tauschen ihre Erfahrungen aus.

In der Hirtenszene haben bei der Klein Leppiner Opernaufführung die Flüchtlinge ihren Auftritt.

Und weil ein Don Quichotte ohne den berühmten Kampf gegen die Windmühlen nicht denkbar ist, darf natürlich auch diese Episode nicht fehlen. Die Kinder aus Klein Leppin und Umgebung, die seit Anfang des Jahres proben, Kulissen anfertigen und vieles mehr zur Aufführung beitragen, werden die Begebenheit in Form eines Puppenspiels zeigen.

Fünf Stationen rund um das Festspielhaus sind vorgesehen. Der ehemalige Schweinestall bleibt Dreh- und Angelpunkt der Inszenierung, aber wie bereites im vergangenen Jahr müssen die Zuschauer sich auf den Weg machen, um der Handlung zu folgen.

„Viel kennt man ja nicht von Don Quichotte“, sagt Hans Lange, als er das Hinterteil von Rosinante aufbockt. Das dürfte sich in der Prignitz bald ändern.

Von Andreas König

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