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Donald Bäcker: Wettermann aus Leidenschaft

Kyritz Donald Bäcker: Wettermann aus Leidenschaft

Der bekannte Meteorologe Donald Bäcker lockte am Mittwochabend mehr als 150 Zuhörer in das Kyritzer Möbelhaus Wagnitz. Bäcker stellte dort nicht nur sein Buch „Wettervorhersage wie ein Profi“ vor, sondern prognostizierte auch das Wetter für die nächsten Tage. Der goldene Herbst kommt.

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Nach der Lesung signierte Donald Bäcker sein Buch. Dafür war Schlange stehen angesagt.

Quelle: Renate Zunke

Kyritz. Am Sonntag kommt endlich der goldene Herbst. Mehr als 20 Grad plus prognostizierte ARD-Wetterexperte Donald Bäcker am Mittwochabend seinen mehr als 150 Zuhörern im Kyritzer Möbelhaus Wagnitz. Hier stellte der bekannte Meteorologe innerhalb der Reihe „Literarischer Bilderbogen“ sein Buch „Wettervorhersage wie ein Profi“ vor, das er gemeinsam mit dem Journalisten Frank Aheimer verfasste.

Auch am kommenden Montag und Dienstag könne man noch mit richtig warmen Wetter rechnen – wenn, ja wenn es nicht neblig wird. „Löst der sich nämlich nicht auf, bleiben wir bei zehn Grad hängen“, erklärte Donald Bäcker seinem Publikum. Der Fachmann weiß: Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Auch wenn Meteorologen heute die leistungsfähigsten Großrechner und eine Vielzahl anderer Hilfsmittel nutzen könnten, wären sie dennoch nicht in der Lage, das sich in der Atmosphäre abspielende Chaos sicher vorherzusagen.

Im Rekordwinter erwachte seine Leidenschaft fürs Wetter

„Und wie wird der Winter?“, wollte ein Zuhörer wissen. „Kalt oder warm?“ Wettermann Bäcker machte kein Hehl daraus, dass er sich über einen Schneeeinbruch wie im Dezember 1978 und im Februar 1979 so richtig freuen würde. In diesem Rekordwinter erwachte nämlich bei dem damals zehnjährigen Bäcker angesichts von bis zu zwei Metern hohen Schneeverwehungen die Begeisterung und Leidenschaft für das Wetter. Seine Kindheit verbrachte er in Walsleben in der Nähe von Neuruppin, wo er heute noch wohnt. „Je extremer das Wetter, desto mehr zog es mich als Kind hinaus“, berichtet er in seinem Buch. Ein Schlüsselerlebnis waren auch die Wetterbeobachtungen innerhalb des Physikunterrichts.

Nach dem Abschluss der 10. Klasse begann er dann eine Ausbildung zum Technischen Assistenten für Meteorologie beim Meteorologischen Dienst der DDR in Potsdam. Neben dem Schichtdienst in der Wetterstation Neuruppin holte er an der Abendschule das Abitur nach. Ein 1989 begonnenes Studium an der Ingenieurschule für Geodäsie und Kartographie in Dresden brach er in der Wendezeit ab und kehrte an seinen sicheren Arbeitsplatz in Neuruppin zurück. 1997 begann er ein Studium an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung und wurde Meteorologe.

Wettervorhersage im ARD-Morgenmagazin

1999 wechselte er zum Meteofax-Wetterdienst, der privaten Wetterfirma von Jörg Kachelmann, und hatte erreicht, was er immer wollte: das Wetter vorhersagen und präsentieren. Seit dem November 2005 präsentiert er nun alle zwei Wochen zwischen 5.30 und 9 Uhr die Wettervorhersage im ARD-Morgenmagazin. Darüber hinaus ist er mit Sven Plöger, Karsten Schwanke und Claudia Kleinert für das Wetter im Abendprogramm der ARD verantwortlich.

Als er noch an der Wetterstation am Neuruppiner See arbeitete, sei er oft neidisch auf Kyritz gewesen, denn hier wäre das Wetter immer etwas extremer gewesen, verriet Donald Bäcker am Mittwoch seinen Zuhörern. Die erfuhren zum Beispiel etwas über die Ursprünge der Meteorologie, Wetteranzeigen am Himmel, Beobachtungsmethoden, Wetterkarten, Witterung, Klima. Und welche Meinung hat der Wetterexperte zum Klimawandel? „In der Redaktion bin ich der Leugner“, sagte Donald Bäcker. Es sei eben ein schwieriges Thema und sollte viel mehr wissenschaftlich diskutiert werden, statt nur in eine Richtung zu forschen. „Es gibt so viele Faktoren, die das Klima beeinflussen“, ist sich Bäcker sicher und belegte anhand von Kurvendiagrammen, dass es im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte mehrfach wärmere und kältere Perioden gab. Das Problem sei das rasante Wachstum der Menschheit, denn jeder müsse wohnen, wolle ein Auto fahren. Dafür würden unter anderen immer mehr Wälder abgeholzt.

Der Sturm kam zur falschen Zeit

Nimmt die Gefahr von Unwettern nun zu? Auf diese Frage antwortete Bäcker: „Heute wird viel mehr bekannt als früher. Dadurch hat man das Gefühl, es gibt mehr Unwetter.“ Der Wettermann schätzt ein: „So ein Winter wie 1978/79 in meiner Kindheit, wäre unter heutigen Bedingungen eine Katastrophe, bei der Masse an Berufspendlern.“ Er kritisierte: An ICE-Strecken dürften eigentlich gar keine Bäume stehen, die auf Oberleitungen fallen können und sprach damit auch den verheerenden Sturm vom Donnerstag vergangener Woche an. Er kam zur falschen Zeit, meint Bäcker, denn die Bäume seien noch belaubt gewesen, standen sozusagen unter gesetzten Großsegeln. Außerdem waren zu dieser Zeit, anders als in der Nacht, sehr viele Leute unterwegs. Hätte ich noch mehr warnen müssen? Diese Frage stellte er sich nach dem Sturm. Donald Bäckers Resümee: Man lernt nie aus.

Von Renate Zunke

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